Mensfelden

Bearbeitet von Carina Schmidt  
Landkreis
Limburg-Weilburg
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Basisdaten

Juden belegt seit

um 1670

Lage

65597 Hünfelden, Stadtteil Mensfelden, Ecke Sonntagsstraße/Fahlerstraße

erhalten

nein

Gedenktafel vorhanden

nein

Geschichte

Zur Geschichte der Kultusgemeinde siehe den Ortsartikel zu Kirberg

Betsaal / Synagoge

Die Juden von Mensfelden sollen seit etwa 1800 eine eigene kleine Privatsynagoge unterhalten haben, die 1938 zerstört wurde.1 Schriftlich nachgewiesen ist die Existenz eines Betraums im Dorf für 1844, als der Vorsteher der Kultusgemeinde, Moses Strauss von Heringen, in einem Schreiben Bezug nimmt auf eine Bestimmung der Landesregierung, dass „die in Mensfelden bestehende Winkelsynagoge“2 geschlossen werden sollte. Zu Lage und Ausstattung der Synagoge in Mensfelden oder die Dauer der Nutzung lassen sich aber keine näheren Angaben machen.

Weitere Einrichtungen

Schule

In Mensfelden scheint eine separate Judenschule existiert zu haben, u.a. war dort 1830 der Lehrer Joseph Muhr aus Fürth tätig. Als Anfang der 1840er Jahre auch in Kirberg wieder Schulkinder lebten, kam es zu einer langjährigen Auseinandersetzung zwischen den Juden von Kirberg und Dauborn einerseits und denjenigen von Heringen andererseits um die Verlegung des Lehrerwohnsitzes von Heringen nach Kirberg.3 Schließlich schloss die Kultusgemeinde Kirberg einen Vertrag mit dem aus Polen stammenden Lehrer Abraham Levi Dickstein von Heringen, der bereits seit Mitte der 1830er Jahre Privatlehrer in Heringen war. Demnach durfte Levi in Heringen wohnen bleiben, wurde jedoch verpflichtet, alle Filialorte der Gemeinde einschließlich Mensfelden im Sommer zweimal, im Winter einmal pro Woche zu besuchen, um den Unterricht zu halten. Für die Einrichtung eines Schullokals in dem jeweiligen Ort mussten die dort wohnhaften Juden selbst Sorge tragen. Zudem sollten die Prüfungen abwechselnd in den verschiedenen Ortschaften stattfinden.4 Trotz anhaltender Streitigkeiten zwischen den Gemeindegliedern blieb Lehrer Dickstein jahrzehntelang in der Kultusgemeinde Kirberg tätig; er starb 1887 im Alter von 107 Jahren als Ehrenbürger der Gemeinde Heringen.5

Friedhof

Alle Juden aus der Kultusgemeinde wurden auf dem jüdischen Friedhof in Kirberg beigesetzt.

Vgl. hierzu den Abschnitt „Friedhof“ im Ortsartikel Kirberg

Indizes

Nachnutzung

Rechtehinweise

Kommission für die Geschichte der Juden in Hessen, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Mensfelden“, in: Synagogen in Hessen <https://lagis.hessen.de/de/orte/synagogen-in-hessen/alle-eintraege/505_mensfelden> (aufgerufen am 04.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/syn/505