Damshausen

Die Lage von Damshausen im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
10 km südöstlich Biedenkopf
Lage und Verkehrslage
Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss im Talhaupt des Damsbaches
Straße Friedensdorf - Diedenshausen
Alte Straße Wetzlar - Gladenbach - Wetter führte östich an Damshausen vorbei
Alte Straße von Laasphe beziehungsweise Biedenkopf nach Marburg führte durch Damshausen
Historische Namensformen
- Tagemanneshusen, de (1251) [Wyss I Nr. 103]
- Daymanshusin (1260)
- Dempmeshusen (1313)
- Temeshusen (1322)
- Teymeshusen (1335)
- Demshus(en) (1387)
- Demershusen (1388)
- Dempczhußen, von (1467)
- Damptshausen (1577)
Bezeichnung der Siedlung
- darf 1335 (Wyss II Nr. 612)
Burgen und Befestigungen
- Auf dem 497 m hohen Rimberg auf der Grenze der Gemeinde Damshausen und Caldern (Kreis Marburg) die Reste einer ovalen Ringwallanlage von ca. 160 m x 130 m. Nach Ausweis des Fundmaterials von der späten Hallstatt bis in die Latenezeit besetzt (Fundberichte aus Hessen 15, 1974, S. 512-514).
Umlegung der Flur
1937/49
Älteste Gemarkungskarte
1825/30
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3472726, 5632945
UTM: 32 U 472663 5631132
WGS84: 50.831255° N, 8.611815° O
Statistik
Ortskennziffer
534007030
Flächennutzungsstatistik
- 1854 (Morgen): 2487, davon 770 Acker (= 30.96 %), 322 Wiesen (= 12.95 %), 1283 Wald (= 51.59 %)
- 1885 (Hektar): 623, davon 214 Ackert (= 34.35 %), 71 Wiesen (= 11.40 %), 315 Holz (= 50.56 %)
- 1961 (Hektar): 620, davon 286 Wald (= 46.13 %)
Einwohnerstatistik
- 1577: 16 Haushalte
- 1630: 1 dreispännige, 10 zweispännige, 1 einspännige Ackerländer, 7 Einläufige
- 1630: 19 Hausgesesse (errechnet)
- 1677: 1 Freier, 18 Hausgründe, 2 Witwen, 10 ledige Personen
- 1742: 25 Haushalte
- 1830: 193 evangelische Einwohner
- 1867 (Erwerbspersonen): 38 Landwirtschaft, 5 Gewerbe und Industrie, 5 Handel, 1 Erziehung und Unterricht, 1 Gemeindeverwaltung
- 1885: 211 evangelisch, 0 katholisch
- 1961 (Erwerbspersonen): 92 Land- und Forstwirtschaft, 32 produzierendes Gewerbe, 6 Handel und Verkehr, 8 Dienstleistungen und sonstiges
- 1961: 215, davon 188 evangelisch (= 87.44 %), 15 katholisch (= 6.98 %)
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1465: Amt Biedenkopf
- 1593 und später: Gericht Dautphe, Amt Biedenkopf
- 1821-1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Gladenbach
- 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Biedenkopf
- 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Biedenkopf
- 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Biedenkopf
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf (Umbenennung)
- 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Dillenburg
- 1933: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf
- 1968: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Biedenkopf
- 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf
Altkreis
Biedenkopf
Gemeindeentwicklung
Am 1.7.1974 wurde Damshauen im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der neu gebildeten Gemeinde Dautphetal eingegliedert.
Gericht
- 1821: Landgericht Gladenbach
- April 1853: Landgericht Biedenkopf
- Oktober 1853: Landgericht Gladenbach
- 1867: Amtsgericht Gladenbach
Herrschaft
- 1387 Urkunden die heymborgen und df gebure gemeinliche czu D. (Wyss III Nr. 1213)
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- 1260 verkaufen Bertha von Schweinsberg und ihr Sohn Kraft dem Deutschen Orden Marburg ihren Hof in Damshausen. 1292 überlassen die von Buchenau Kloster Caldern ihre Güter zu Damshausen. 1313 übertragen die von Weitershausen dem Kloster ihre Güter zu Damshausen. 1333 verkaufen die von Weitershausen eine Gülte aus ihrem Besitz in Damshausen an die Witwe des Wetzlarer Schöffen Gerbrecht Heinemann. 1335 verkaufen die von Weitershausen eine Gülte aus ihrem Güterbesitz an den Marburger Bürger Heinrich Zöllner, die zu einer ewigen Almose für den Altar des Kerners in Marburg bestimmt ist. 1577 bezieht der Deutsche Orden Marburg in Damshausen Gefälle von 5 Gütern; die von Breidenbach genannt Breidenstein haben Einkünfte aus Güterbesitz, der von 3 Beständern bewirtschaftet wird. Ferner verfügen 1577 über Einkünfte aus Güterbesitz: die Döring zu Elmshausen und die Universität Marburg
Kirche und Religion
Ortskirchen
- Kirchhof 1387 genannt (Wyss I Nr. 1213) 1495/96 und später: Filiale von Dautphe
- Seit 1681 Filiale von Holzhausen/H., seit 1950/52 Filiale von Friedensdorf
Pfarrzugehörigkeit
zu Dautphe
Bekenntniswechsel
Da Filial von Dautphe, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Dautpher Pfarrer Albanus Nepotianus ab 1529. Reformierter Bekenntniswechsel: 1606, 1624 wieder lutherisch
Kirchliche Mittelbehörden
15. Jahrhundert: Sendbezirk Dautphe
Kultur
Schulen
1891 Volksschule mit zwei Klassen, gemeinsam mit Diedenshausen
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Wirtschaft
Kupferbergbau im 16. Jahrhundert erwiesen
Auf ehemaligen Schieferabbau weist der Flurname Schieferkaute (östlicher Dorfrand)
Auf ehemaligen Bergbau könnten ferner die Flurnamen Im Eppenloch (südwestlicher Ortsrand) und Hohe Höll deuten
Auf ehemalige Köhlerei deuten mehrere Flurnamen in der Gemeinde, darunter: Der gebrannte Koppel (südöstlicher Ortsrand), Vor dem Köhln (nördlich von Damshausen), Im Köhlnboden (südwestlicher Ortsrand)
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
Personen
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Damshausen, Marburg-Biedenkopf“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/9455_damshausen> (aufgerufen am 13.07.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/9455