Waldmannshausen

Burg Waldmannshausen
Siedlung
Ortstyp
Burg
Lagebezug
Waldmannshausen liegt 16 km nordwestlich von Limburg. Identisch mit Erath´schem Hof.
Lage und Verkehrslage
Waldmannshausen liegt 7 km nordöstlich von Hadamar nahe des Elbbaches. Im Westen von Waldmannshausen unweit vom Elbbach. Laufzeit: 12. Jahrhundert - Anfang 17. Jahrhundert Besitzgeschichte: Im Besitz der Adelsfamilie von Waldmannshausen (Familie 1136 erstmals bezeugt; Ende des 12. Jahrhunderts als Ministerialen genannt, später als Ritter und spätestens seit 1258 Waldboten der Grafen von Diez) als Lehensmänner der Grafen von Dietz und später der Grafen von Nassau-Hadamar und Nassau-Dillenburg. (Mit dem Aussterben der Waldboten von Ulmen im Erbgang an die von Nickenich und von Liebenstein. Die Herren von Liebenstein verkauften die Burg um 1500 an die Herren von Reiffenberg.) Heute im Besitz des Schullandheimvereins. 1786 erwarb Christian Heinrich von Erath die ruinöse Burganlage und ließ sie instandsetzen und umgestalten. In der Folgezeit mehrfacher Besitzwechsel. Funktion: Stammsitz der (Herren) von Waldmannshausen; heute Schullandheim. Baugeschichte: Nach dem Erwerb der Ruine durch Christian Heinrich von Erath erfolgte die Instandsetzung und der Umbau des Burghauses. 1790 liess er einen kleinen Schloßbau neben der Burg errichten. Baubeschreibung: Spätgotisches steinernes Burghaus mit spitzem Giebeldach (rechteckig, dreigeschossig) und Rundtürmen mit Kegeldächern an der Südwest- und Nordostecke. An der nördlichen Langseite ein vorspringender runder Treppenturm. Hohes Giebeldach. Der Schloßbau (wirtschafliche Nutzung) aus dem späten 18. Jahrhundert ein Rechteckbau, bestehend aus einem großen Mittelbau und zwei niedrigen Seitenflügeln. Abgang: Wohl zu Beginn des 17. Jahrhunderts verfallen.
Historische Namensformen
- Wildemanshausen (1616) (Kupferstichkarte von Nassau)
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3432962, 5597969
UTM: 32 U 432914 5596170
WGS84: 50.513644° N, 8.053795° O
Statistik
Ortskennziffer
53300502001
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 231, davon 152 Acker (= 65.80 %), 44 Wiesen (= 19.05 %), 18 Holzungen (= 7.79 %)
Einwohnerstatistik
- 1612: 11 Familien
- 1679: 4 Familien
- 1834: 148 Einw.
- 1840: 149 Einw.
- 1846: 156 Einw.
- 1852: 160 Einw.
- 1858: 143 Einw.
- 1864: 155 Einw.
- 1871: 144 Einw.
- 1875: 142 Einw.
- 1885: 129, davon 3 evangelisch (= 2.33 %), 126 katholisch (= 97.67 %)
- 1895: 95 Einw.
- 1905: 100 Einw.
- 1910: 115 Einw.
- 1925: 112 Einw.
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- Früh- und Hochmittelalter: Zent Bleseberg (Frickhofen) bzw. den Vier Zehnten (Elsoff, Frickhofen, Lahr und Niederzeuzheim)
- 1743: Amt Mengerskirchen
- 1787: Fürst zu Nassau-Diez, Dillenburg, Hadamar und Siegen (Nassau-Oranien), Fürstentum Hadamar, Amt Mengerskirchen
- 1806-1813: Großherzogtum Berg, Departement der Sieg, Arrondissement Dillenburg, Kanton Hadamar, Amt Ellar
- 1816: Herzogtum Nassau, Amt Hadamar
- 1849: Herzogtum Nassau, Verwaltungsbezirk III (Kreisamt Hadamar)
- 1854: Herzogtum Nassau, Amt Hadamar
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Oberlahnkreis
- 1886: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Kreis Limburg
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Limburg
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Limburg
- 1968: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Limburg
- 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Limburg-Weilburg
Altkreis
Limburg
Gemeindeentwicklung
Am 01.10.1937 werden Mühlbach und Waldmannshausen zu Elbgrund zusammengeschlossen (Amtsbl. des Regierung zu Wiesbaden Stück 26 vom 26.06.1937).
Gericht
- Im Früh- und Hochmittelalter zur Herrschaft Ellar gehörig
- 1885 zum Amts- und Landgericht Limburg a. d. Lahn gehörig
- bis 1816: Amt Ellar
- 1816: Amt Hadamar
- 1849: Justizamt Hadamar
- 1854: Justiz- und Verwaltungsamt Hadamar
- 1867: Amtsgericht Hadamar
Herrschaft
- Im Früh- und Hochmittelalter: Herrschaft Ellar
- Bis 1137: Grafschaft Diez
- Von 1337: bis vor 1362: als Diezer Pfand der Grafschaft Hadamar
- 1362-1367: wieder Grafschaft Diez
- 1367-1405: als Teil der Vier Zehnten (Elsoff, Frickhofen, Lahr und Niederzeuzheim) Teil der Grafschaft Katzenelnbogen
- 1405-1479: befinden sich die Vier Zehnten 1/3 im Besitz von Nassau-Dillenburg und 2/3 im Besitz der Grafschaft Katzenelnbogen
- 1479-1534: gehören die Zehnten 2/3 der Landgrafschaft Hessen und 1/3 den Grafen von Nassau-Dillenburg
- 1534-1557: besitzen die Landgrafschaft Hessen, die Grafen von Nassau-Dillenburg und Kurtrier je 1/3 der Vier Zehnten
- 1557-1606: im alleinigen Besitz der Grafen von Sayn
- 1606-1650: Grafschaft Nassau-Hadamar
- 1650-1711: Fürstentum Nassau-Hadamar
- 1717-1743: Fürstentum Nassau-Dillenburg
- 1743-1806: Grafen von Nassau-Diez als Teil des Fürstentums Nassau-Oranien
- 1806-1813: Großherzogtums Berg
- 1813-1815: Nassau-Oranien
Besitz
Zehntverhältnisse
1335 gehörte der Zehnt zu Waldmannshausen den Herren von Runkel und Westerburg.
Kirche und Religion
Pfarrzugehörigkeit
Ab 1590 zur Pfarrei Frickhofen gehörig Am 01.11.1896 wurde die Pfarrvikarie Dorchheim eingerichtet. Die Vikarie bestand aus Dorchheim, Waldmannshausen und Mühlbach, welche vorher dem Kirchspiel Frickhofen angehört hatten sowie Heuchelheim und Hangenmeilingen, welche vorher dem Kirchspiel Niederzeuzheim angehört hatten.
Bekenntniswechsel
Einführung der Reformation in der Grafschaft Nassau-Dillenburg: ab 1533
Reformierter Bekenntniswechsel: um 1575
Katholischer Bekenntniswechsel in Nassau-Hadamar: ab 1629
Kirchliche Mittelbehörden
Zum Trierer Archidiakonat St. Lubentius in Dietkirchen, Dekanat Dietkirchen gehörig Zum Kirchspiel Frickhofen (Blasiusberg) gehörig.
Wirtschaft
Mühlen
1806 gehören 2 adelige Höfe, 1 Papier, Öl- und 2 Mahlmühlen zu Waldmannshausen.
Nachweise
Literatur
- Vogel, Beschreibung Nassau, S. 757f.
- Denkmaltopographie Limburg-Weilburg 1, S. 217-220
- Knappe, Burgen in Hessen, S. 444-445
- Metzler, Ortsnamen, S. 96
- Pick, Elbtal
- Kleinfeldt, Kirchenorganisation, S. 142
- Ansichten Herzogtum Nassau, S. 683
- Weidenbach, Nassauische Territorien vom Besitzstande unmittelbar vor der französischen Revolution bis 1866, in: Annalen des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung 10 (1870), online
- Backes, Hessen 2. Aufl., S. 196
- Luthmer, Kunstdenkmäler des Lahngebiets, S. 182-183
- Sante, Hessen. 2. Aufl., S. 446
- Die evangelische Kirche in Nassau-Oranien 1530-1930
- Schindling/Ziegler, Territorien des Reichs im Zeitalter der Reformation, S. 234ff.
Siehe auch
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Orte
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Waldmannshausen, Limburg-Weilburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/8945_waldmannshausen> (aufgerufen am 05.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/8945



