Freienfels

Die Lage von Freienfels im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
Freienfels liegt 18 km nordöstlich von Limburg.
Lage und Verkehrslage
Freienfels liegt 2 km nordöstlich von Weinbach an der L 3025. Der Ort wird vom Wein- und Bornbach durchflossen und liegt an der Weil. Im Mittelalter lag Freienfels nahe der Kreuzung zwischen der Hessenstraße und dem Handelsweg Frankfurt-Köln. Bahnhof der Eisenbahnlinie Weilburg – Bad Homburg (Inbetriebnahme der Strecke 1.11.1891) bis zur Stilllegung der Strecke 1988.
Ersterwähnung
1327
Historische Namensformen
- Frigenwels, in (1327) [Struck, Quellen zur Geschichte der Klöster 2, S. 317-318, Nr. 681)
Bezeichnung der Siedlung
- castrum
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3450115, 5591360
UTM: 32 U 450060 5589564
WGS84: 50.455948° N, 8.296491° O
Statistik
Ortskennziffer
533019040
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 271, davon 115 Acker (= 42.44 %), 29 Wiesen (= 10.70 %), 108 Holzungen (= 39.85 %)
- 1961 (Hektar): 271, davon 109 Wald (= 40.22 %)
Einwohnerstatistik
- 1885: 235, davon 234 evangelisch (= 99.57 %), 1 katholisch (= 0.43 %)
- 1961: 390, davon 337 evangelisch (= 86.41 %), 47 katholisch (= 12.05 %)
- 1970: 404
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1787: Fürstentum Nassau-Weilburg, Grafschaft Nassau-Weilburg, Amt Weilburg
- 1806: Herzogtum Nassau, Amt Weilburg, Kirchspiel Cubach
- 1816: Herzogtum Nassau, Amt Weilburg
- 1849: Herzogtum Nassau, Verwaltungsbezirk III (Kreisamt Hadamar)
- 1854: Herzogtum Nassau, Amt Weilburg
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Oberlahnkreis
- 1945: Groß-Hessen, Oberlahnkreis
- 1946: Bundesland Hessen, Oberlahnkreis
- 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Limburg-Weilburg
Altkreis
Oberlahnkreis
Gemeindeentwicklung
Am 1.12.1970 wurde Freienfels im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der neu gebildeten Gemeinde Weinbach eingegliedert.
Gericht
- 1816: Amt Weilburg
- 1849: Justizamt Weilburg
- 1854: Justiz- und Verwaltungsamt Weilburg
- 1867: Amtsgericht Weilburg
Herrschaft
- Um 1300-1327: Grafschaft Weilnau
- 1327-1331: Herrschaft der Herren von Runkel
- 1331-1355: Nassau
- 1355-1466: Nassau-Weilburg
- 1466-1686: als nassauisches Lehen im Besitz der Herren von Schönborn
- 1686-1724: im Besitz des dänischstämmigen Obristen Johann Ernst Freiherr von Friesensee
- 1724-1806: Nassau-Weilburg
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- 1327 vermacht Siegfried von Runkel, Propst zu Gemünden, den halben Teil der Burg Freienfels mit allen Gerichtsrechten zu Mainlinten seinem Neffen Siegfried und dessen Brüdern, den anderen Teil Malvir, dem Sohn seiner Schwerster Gertrud.
- 1284 gelangt die Remmsteger Mühle in den Besitz Adolfs von Nassau-Weilburg.
- Ab 1575 führten die Herren von Schönborn und Nassau einen Besitzstreit um die Rechte an der Mühle, die darauf auf Geheiß des Landesherren abgerissen wurde.
- Ab 1615 befand sich die neu errichtete Mühle als Lehen im Besitz der Familie von Schönborn.
Kirche und Religion
Pfarrzugehörigkeit
Im 18. Jahrhundert zur Pfarrei Kubach gehörig
Bekenntniswechsel
Einführung der Reformation in Nassau-Weilburg ab 1526.
Kirchliche Mittelbehörden
Zum Trierer Archidiakonat St. Lubentius in Dietkirchen, Dekanat Dietkirchen gehörig
Kultur
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Wirtschaft
Zur Burg gehörten ein Hofgut, ein Waldstück, die Remmsteger Mühle sowie Gemüse- und Weingärten.
Mühlen
1284-1575: Remmsteger Mühle (Wassermühle)
Ab 1612: neue Remmsteger Mühle (heutiges Erscheinungsbild aus den Umbautebn des 19. Jahrhunderts resultierend; Mühlgraben mit überwölbten Einlauf in den Weilbach noch vorhanden)
1806 gehört 1 Mühle zu Freienfels.
Nachweise
Literatur
- Vogel, Beschreibung Nassau, S. 805
- Knappe, Burgen in Hessen, S. 428
- May, Territorialgeschichte des Oberlahnkreises, S. 239f.
- Denkmaltopographie Landkreis Limburg-Weilburg 2, S. 926-929
- Kleinfeldt, Kirchenorganisation, S. 199
- Losse, Burgen und Schlösser an der Lahn, S. 99
- Weidenbach, Nassauische Territorien vom Besitzstande unmittelbar vor der französischen Revolution bis 1866, in: Annalen des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung 10 (1870), online
Siehe auch
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Orte
Personen
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Freienfels, Limburg-Weilburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/8669_freienfels> (aufgerufen am 22.04.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/8669