Ichendorf

Die Lage von Ichendorf im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Wüstung
Lagebezug
18,5 km südlich von Witzenhausen gelegen
Lage und Verkehrslage
1 km nordöstlich von Hasselbach und 4,5 km nordwestlich von Waldkappel gelegen am Ichendorfbach gelegen, westlich Punkt 397 in der Flur "Im Ichendorf". Dort gibt es jedoch zwei getrennte Fundplätze im Abstand von 0,5 km. Im Bereich der Wüstung haben K. Kollmann 1990 und K. Sippel 1993 an folgenden beiden Stellen Funde aufgelesen: Ichendorf liegt demnach in einer nahezu rechtwinkligen Kurve eines Baches am unteren Gleithang im Ackergelände (4825: um 3559150 / 5671700). Dort fanden sich auf etwa 120 x 60 m großer, sw-no-verlaufender Fläche über 140 Scherben.
Siedlungsentwicklung
Ging vielleicht in den Kriegen 1385 - 90 oder in der Fehde zwischen Walter von Hundelshausen und Landgraf Hermann zugrunde 1454: 1 Hube genannt in der Wüstung H., von Hasselbach aus bewirtschaftet. 1553: Wüstung mit 3 Huben, durch je 1 Zinser aus Hopfelde, Hollstein und Harmuthsachsen bebaut Um 1570: Wüstung, 3 Huben
Historische Namensformen
- Ichendorpp (1195) [XV] [Klosterarchive 1: Klöster an der Werra, Nr. 873)]
- Ichendorf (1273) [Wyss Urkundenbuch Deutscher Orden I Nr. 294]
- Ychindorf (1363) [HStAM Bestand Urk. 121 Nr. 4]
- Ichindorff (1454) [HStAM Bestand S Nr. 451]
- Eich(en)dorf, Eych(en)dorff (1553)
Bezeichnung der Siedlung
- villa (1195)
- Dorf (1363)
- : wüst (1400)
Burgen und Befestigungen
- Ging vielleicht in den Kriegen 1385 - 90 oder in der Fehde zwischen Walter von Hundelshausen und Landgraf Hermann zugrunde
- 1454: 1 Hube genannt in der Wüstung H., von Hasselbach aus bewirtschaftet.
- 1553: Wüstung mit 3 Huben, durch je 1 Zinser aus Hopfelde, Hollstein und Harmuthsachsen bebaut
- Um 1570: Wüstung, 3 Huben
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3558945, 5671550
UTM: 32 U 558848 5669721
WGS84: 51.175884° N, 9.841841° O
Statistik
Ortskennziffer
63601207002
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1383/87: Amt Lichtenau
- 1454 und um 1570: Landgrafschaft Hessen, Amt Lichtenau
Altkreis
Witzenhausen
Gericht
- 1342: von Kappel'sche Gerichtsrechte zu Ichendorf, die von Hessen zu Lehen gehen
- 1383: Gericht Harmuthsachsen
- 1553: landgräfliches Gericht
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- 1195: Kloster Germerode erhält Besitz in Ichendorf bestätigt.
- 1273: Die Grafen von Bilstein schenken ihre Rechte zu Ichendorf dem Deutschen Orden Reichenbach.
- 1342: Landgraf Heinrich gestattet die Verpfändung von Ichendorf durch die von Kappel, die es zuvor vom Landgrafen zu Lehen hatten, an Kloster Germerode.
- 1363: Die Gebrüder von Kappel verkaufen das halbe Dorf und Gericht Ichendorf an ihren Schwager Heinrich von Hundelshausen,1365: landgräfliche Zustimmung dazu.
- Vor 1383: Die von Kappel verkaufen 1/4 Ichendorf an die von Schlutwinsdorf.
- 1383: Die von Schlutwinsdorf verkaufen ihr Viertel an Landgraf Hermann.
- 1391: Die von Hundelshausen mit ganzem Dorf Ichendorf durch Hessen belehnt
- 1394: Die von Hundelshausen im Besitz von Ichendorf; folgend Reverse bis 1822
Nachweise
Quellen
Hundelshauser Kopiar fol. 15f., 47, 69v, 70 Landesbibliothek Kassel
Literatur
- Landau, Beschreibung der wüsten Ortschaften. Ausg. 1999, S. 310
- Siegel, Geschichte der Stadt Lichtenau, S. 308
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 259
- Historisches Ortslexikon Witzenhausen, S. 78 f.
- Fundberichte aus Hessen 1996, S. 547 (Sippel) > 2 Fundorte
Weblinks
Siehe auch
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Orte
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Ichendorf, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/6088_ichendorf> (aufgerufen am 02.06.2026)
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