Hasselbach

Die Lage von Hasselbach im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
19,5 km südsüdwestlich von Witzenhausen; 8,5 km südöstlich von Hessisch Lichtenau
Lage und Verkehrslage
Kleines geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss in Talmündungslage südwestlich der Wehre. Kirche in zentraler Lage, auf der anderen Bachseite Gutskomplex. Nordöstlich verläuft seit Beginn der 1970er Jahr die B 7 bzw. seit 2024 die A 44.
Ersterwähnung
1273
Siedlungsentwicklung
1928 erfolgt die Eingemeindung des aufgelösten Gutsbezirks Hasselbach.
Historische Namensformen
- Haselbach, in villa (1273) [Wyss, Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei 1, S. 219-220, Nr. 294]
- Hasselbach (1363) [Schreibeweise nach Archivregest HStAM Bestand Urk. 121 Nr. 4]
- Haselbach (1454) [HStAM Bestand S Nr. 451]
- Hasselbach, zu (1467)
- Haselbach (1585) [Der ökonomische Staat, S. 87]
- Haßelbach (1681)
- Haselbach (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 12]
Bezeichnung der Siedlung
- villa (1273)
- Dorf (1363, 1454)
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
Älteste Gemarkungskarte
1688
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3558028, 5670640
UTM: 32 U 557931 5668811
WGS84: 51.167798° N, 9.828583° O
Statistik
Ortskennziffer
636012070
Flächennutzungsstatistik
- 1454: 2 1/2 Huben
- 1563: 42 Acker genannt
- 1780: 1217 Acker
- 1961 (Hektar): 460, davon 249 Wald (= 54.13 %)
Einwohnerstatistik
- 1575/85: 20 Hausgesesse
- 1681: 22 Hausgesesse
- 1747: 25 Mannschaften mit 25 Feuerstellen
- 1780: 104 Einwohner
- 1961: 261, davon 234 evangelisch (= 89.66 %), 24 katholisch (= 9.20 %)
- 1970: 245 Einwohner
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1383/87: Amt Lichtenau
- 1454: Landgrafschaft Hessen, Amt Lichtenau (zur Hälfte, die andere von Hundelshausen)
- 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Lichtenau, Adelsdorf (von Hundelshausen)
- 1747: Amt Lichtenau
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Lichtenau
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Lichtenau
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Bischhausen
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Lichtenau
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Witzenhausen
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
- 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis
Altkreis
Witzenhausen
Gemeindeentwicklung
Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Stadtteil nach Waldkappel eingegliedert.
Gericht
- 1273: Die Grafen von Bilstein schenken Gericht Hasselbach dem Deutscher Orden-Haus Reichenbach.
- 1383 und 1687: Gericht Harmuthsachsen
- 1454: Gericht zur Hälfte landgräflich, zur Hälfte von Hundelshausen
- 1569: Gericht von Hundelshausen
- 1747: Niederes und peinliches Gericht von Hundelshausen
- 1807: Friedensgericht Bischhausen
- 1814: Amt Lichtenau
- 1821: Justizamt Lichtenau
- 1867: Amtsgericht Lichtenau
- 1879: Amtsgericht Lichtenau
- 1945: Amtsgericht Witzenhausen
- 1961: Amtsgericht Witzenhausen
- Gerichtsstätte mit alter Linde und Resten der rechteckigen Ummauerung
Herrschaft
Reichenbach, Deutscher Orden 1273: Die Grafen von Bilstein schenken ihre Rechte unter anderem in Hasselbach, die zuvor an die von Kappel verlehnt waren, dem Deutschordenshaus Reichenbach- 1363: 1/2 Dorf Hasselbach und Gericht durch die Gebrüder von Kappel an ihren Schwager Heinrich von Hundelshausen verkauft, landgräfliche Zustimmung dazu 1365
Hessen, Landgrafen Vor 1383: Die von Kappel verkaufen 1/4 von Hasselbach an die von Schlutwinsdorf, die es 1383 dem Landgrafen weiterverkaufen.- 1403: Lotze von Kappel versetzt seine Rechte zu Hasselbach an seine Oheime von Hundelshausen, 1413: Verkauf dieser Rechte an dieselben.
Hessen, Landgrafen 1454: Hessen besitzt die Hälfte, von Hundelshausen die andere Hälfte an Hasselbach als hessisches Lehen.- 1538: Landgraf Philippvertauscht seine Hälfte an Hasselbach an die von Hundelshausen.
- 1553: Die von Hundelshausen haben das ganze Dorf Hasselbach als hessisches Lehen inne, folgend Belehnungen bis 1822.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- 1288: Werner von Reichenbach schenkt Güter zu Hasselbach dem Kloster Germerode; weitere Schenkungen an das Kloster Germerode in Hasselbach 1352 durch Eckhard von Kappel und 1355 durch Heinrich Beyger, Burgmann zu Lichtenau.
Ortsadel
1363
Kirche und Religion
Ortskirchen
- Kirche mit mittelalterlichem Kern 1797 errichtet, 1933 renoviert
Pfarrzugehörigkeit
Die Kirche war schon um 1570, 1585, 1872 und 1994 Filial von Harmuthsachsen.
Patronat
Bekenntniswechsel
Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.
Kirchliche Mittelbehörden
Archdiakonat Heiligenstadt
Kultur
Schulen
1910 einklassige Volksschule
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Wirtschaft
Mühlen
Dorfmühle im Bereich des Gutsbezirks über ein oberschlächtiges Wasserrad mit dem Wasser der Wehre betrieben. 1960 keine Anlagen mehr vorhanden.
Nachweise
Quellen
Hundelshauser Kopiar fol. 15, 16v, 19v, 70v, Landesbibliothek Kassel
Literatur
- Denkmaltopographie Werra-Meißner-Kreis 1, S. 495 - 500
- Scholz, Wasser- und Windmühlen Werra-Meißner-Kreis, S. 127
- K. Kollmann, "Grafen Wigger" und die Grafen von Bilstein, S. 171
- Historisches Ortslexikon Witzenhausen, S. 55 f.
- Krummel, Ämter, S. 65-78
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 206
- Siegel, Geschichte der Stadt Lichtenau, S. 306 f.
Weblinks
Siehe auch
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Orte
Personen
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Hasselbach, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/5920_hasselbach> (aufgerufen am 02.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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