Hasselbach

Dorf · 278 m über NN  
Gemeinde
Waldkappel
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Siedlung

Ortstyp

Dorf

Lagebezug

19,5 km südsüdwestlich von Witzenhausen; 8,5 km südöstlich von Hessisch Lichtenau

Lage und Verkehrslage

Kleines geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss in Talmündungslage südwestlich der Wehre. Kirche in zentraler Lage, auf der anderen Bachseite Gutskomplex. Nordöstlich verläuft seit Beginn der 1970er Jahr die B 7 bzw. seit 2024 die A 44.

Ersterwähnung

1273

Siedlungsentwicklung

1928 erfolgt die Eingemeindung des aufgelösten Gutsbezirks Hasselbach.

Historische Namensformen

Bezeichnung der Siedlung

  • villa (1273)
  • Dorf (1363, 1454)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung

Älteste Gemarkungskarte

1688

Koordinaten

Gauß-Krüger: 3558028, 5670640
UTM: 32 U 557931 5668811
WGS84: 51.167798° N, 9.828583° O

Statistik

Ortskennziffer

636012070

Flächennutzungsstatistik

  • 1454: 2 1/2 Huben
  • 1563: 42 Acker genannt
  • 1780: 1217 Acker
  • 1961 (Hektar): 460, davon 249 Wald (= 54.13 %)

Einwohnerstatistik

  • 1575/85: 20 Hausgesesse
  • 1681: 22 Hausgesesse
  • 1747: 25 Mannschaften mit 25 Feuerstellen
  • 1780: 104 Einwohner
  • 1961: 261, davon 234 evangelisch (= 89.66 %), 24 katholisch (= 9.20 %)
  • 1970: 245 Einwohner

Diagramme

Verfassung

Verwaltungsbezirk

  • 1383/87: Amt Lichtenau
  • 1454: Landgrafschaft Hessen, Amt Lichtenau (zur Hälfte, die andere von Hundelshausen)
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Lichtenau, Adelsdorf (von Hundelshausen)
  • 1747: Amt Lichtenau
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Lichtenau
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Lichtenau
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Bischhausen
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Lichtenau
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Witzenhausen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis

Altkreis

Witzenhausen

Gemeindeentwicklung

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Stadtteil nach Waldkappel eingegliedert.

Gericht

  • 1273: Die Grafen von Bilstein schenken Gericht Hasselbach dem Deutscher Orden-Haus Reichenbach.
  • 1383 und 1687: Gericht Harmuthsachsen
  • 1454: Gericht zur Hälfte landgräflich, zur Hälfte von Hundelshausen
  • 1569: Gericht von Hundelshausen
  • 1747: Niederes und peinliches Gericht von Hundelshausen
  • 1807: Friedensgericht Bischhausen
  • 1814: Amt Lichtenau
  • 1821: Justizamt Lichtenau
  • 1867: Amtsgericht Lichtenau
  • 1879: Amtsgericht Lichtenau
  • 1945: Amtsgericht Witzenhausen
  • 1961: Amtsgericht Witzenhausen
  • Gerichtsstätte mit alter Linde und Resten der rechteckigen Ummauerung

Herrschaft

  • Reichenbach, Deutscher Orden 1273: Die Grafen von Bilstein schenken ihre Rechte unter anderem in Hasselbach, die zuvor an die von Kappel verlehnt waren, dem Deutschordenshaus Reichenbach
  • 1363: 1/2 Dorf Hasselbach und Gericht durch die Gebrüder von Kappel an ihren Schwager Heinrich von Hundelshausen verkauft, landgräfliche Zustimmung dazu 1365
  • Hessen, Landgrafen Vor 1383: Die von Kappel verkaufen 1/4 von Hasselbach an die von Schlutwinsdorf, die es 1383 dem Landgrafen weiterverkaufen.
  • 1403: Lotze von Kappel versetzt seine Rechte zu Hasselbach an seine Oheime von Hundelshausen, 1413: Verkauf dieser Rechte an dieselben.
  • Hessen, Landgrafen 1454: Hessen besitzt die Hälfte, von Hundelshausen die andere Hälfte an Hasselbach als hessisches Lehen.
  • 1538: Landgraf Philippvertauscht seine Hälfte an Hasselbach an die von Hundelshausen.
  • 1553: Die von Hundelshausen haben das ganze Dorf Hasselbach als hessisches Lehen inne, folgend Belehnungen bis 1822.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer

  • 1288: Werner von Reichenbach schenkt Güter zu Hasselbach dem Kloster Germerode; weitere Schenkungen an das Kloster Germerode in Hasselbach 1352 durch Eckhard von Kappel und 1355 durch Heinrich Beyger, Burgmann zu Lichtenau.

Ortsadel

1363

Kirche und Religion

Ortskirchen

  • Kirche mit mittelalterlichem Kern 1797 errichtet, 1933 renoviert

Pfarrzugehörigkeit

Die Kirche war schon um 1570, 1585, 1872 und 1994 Filial von Harmuthsachsen.

Patronat

Hessen, Landgrafen Landgraf (1780)

Bekenntniswechsel

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Kirchliche Mittelbehörden

Archdiakonat Heiligenstadt

Kultur

Schulen

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)

Wirtschaft

Mühlen

Dorfmühle im Bereich des Gutsbezirks über ein oberschlächtiges Wasserrad mit dem Wasser der Wehre betrieben. 1960 keine Anlagen mehr vorhanden.

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Hasselbach, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/5920_hasselbach> (aufgerufen am 02.06.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/5920