Lerchenhosbach

Die Lage von Lerchenhosbach im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Wüstung
Lagebezug
11,5 km südwestlich von Eschwege gelegen
Lage und Verkehrslage
1,5 km südwestlich der Ortsmitte von Bischhausen im Hosbachtal auf halbem Wege nach Kirchhosbach gelegen K. Sippel beobachtete 1995 im Bereich der Wüstung in einem schmalen Flurstück, das südlich unterhalb eines Feldwegs liegt, im Umkreis einer tiefer gepflügten Furche auf etwa 30 m langer Strecke (4825: 3564750 / 5664770 - 3564770 / 5666130 > hier mittig lokalisiert) brandschichtartig dunkles Erdreich mit Holzkohle, hitzegeröteten Sand- und ortsfremden Basaltsteinen sowie Scherben. Die knapp ein Dutzend Scherben seien ungefähr dem 10./11. - 12./13. Jahrhundert zuzuordnen. Das umliegende Gelände sei aber fundleer gewesen.
Ersterwähnung
1141
Letzterwähnung
1480
Siedlungsentwicklung
Der Ort war 1350 bewohnt und 1480 wüst.
Vorbemerkung Historische Namensformen
Bei den drei in der Urkunde 1141 ohne Bestimmungswort genannten Orten Hasebach, altero Hasbach und deserto Hassbach handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Kirchhosbach sowie die Wüstungen Grubenhosbach und Lerchenhosbach. Stadthosbach und Thurnhosbach kommen hierfür nicht in Betracht (vgl. K. Kollmann, Erstwähnung und frühe Geschichte, in: 850 Jahre Kirchhosbach, 1141 - 1991, S. 5-7)
Historische Namensformen
- Hassbach, in deserto; Hasbach (1141) [verunechtet 13. Jh., Kop. 16. Jh., UB Mainz 2,1, S. 45-53, Nr. 28]
- Lerchenhaspach (1350)
- Lerchenhospach (1448) [Klosterarchive 1: Klöster an der Werra, S. 537-538, Nr. 1368, Anm. 1, mit falscher Datierung auf 1408; zur korrigierten Datierung s. K. A. Eckhardt, Eschwege als Brennpunkt thüringisch-hessischer Geschichte, S. 128; StA Wü, MIB 25 fol. 279 [01], in: Die Regesten der Mainzer Erzbischöfe mit Lerthen, Hospach]
- Lerichhospach (1449-1787)
- Lerchen-Hosbach
- Hosbach, Lerchen-
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3564760, 5666135
UTM: 32 U 564660 5664308
WGS84: 51.126588° N, 9.92401° O
Statistik
Ortskennziffer
63601201003
Einwohnerstatistik
- 1350: bewohnt
- 1480: wüst
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1141: Honer Mark (in pago, qui dicitur Hunether marca)
Altkreis
Eschwege
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- Der Mainzer Erzbischof Markolf bestätigt 1141, dass Graf Siegfried IV. von Northeim dem Kloster Northeim Güter aus seinem Besitz, darunter eine halbe Hufen (Lerchen-) hosbach, geschenkt hat. Der Erzbischof fügt noch den Kirchenzehnten hinzu.
- Die von Boyneburg-Bischhausen trugen Besitz zu 'Lerichhospach', den sie vom Kloster Bursfelde erkauft hatten, Hessen zu Lehen auf (Rev. 1449 - 1787).
Zehntverhältnisse
1141 fügt der Mainzer Erzbischof der Schenkung an das Kloster Northeim den Zehnten hinzu.
Kirche und Religion
Ortskirchen
- 1141 bestätigt der Mainzer Erzbischof Markolf dem von dem Grafen Siegfried IV. von Boyneburg und seinen Vorfahren gegründeten Benediktinerkloster St. Blasien zu Northeim u.a. seinen Besitz zu Lerchenhosbach. Der Besitz des Klosters Northeim gelangt um 1200 an das Kloster Bursfelde, welches ihn noch 1446 innehat und mit Zustimmung des Mainzer Erzbischofs an die Boyneburger veräußert.
Nachweise
Literatur
- 850 Jahre Kirchhosbach, 1141 - 1991, S. 5-7
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 250 f. (Hosbach)
- Fundberichte aus Hessen 1996, S. 546 (Sippel)
Weblinks
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Lerchenhosbach, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/6301_lerchenhosbach> (aufgerufen am 10.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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