Hörle

Die Lage von Hörle im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
8 km nordöstlich von Bad Arolsen
Lage und Verkehrslage
Dorf mit einfachem Grundriss und lockerer Bebauung im engen Tal der Welda (Hörler Bach), dicht an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen (Kreis Höxter). Verbindungsstraßen führen nach Westen zur L 3081 (Volkmarsen-Rhoda) und nordöstlich nach Welda
Ersterwähnung
(1107-1128)
Siedlungsentwicklung
1483 und 1492 wird das als wüst bezeichnete Hörle den Antonitern in Grünberg zur Neubesiedlung übergeben, die in der Folge auch stattfindet.
Historische Namensformen
- Hurlere, in (1107-1128) [Abschrift 15. Jahrhundert, Registrum Erkenberti Corbeiensis Abbatis, in: Kaminsky, Reichsabtei Corvey, S. 230 § 23]
- Hurlere, in (1196) [Abschrift um 1200 Urkunden Kloster Hardehausen, S. 63-64, Nr. 24]
- Horlere, in (1329) [Urkunden Kloster Hardehausen, S. 479-480, Nr. 654]
- Horlerre; Horler (1373) [Klosterarchive 7: Die oberhessischen Klöster 3,1, S. 196-197, Nr. 273]
- Horler, in (1452) [Urkunden Kloster Hardehausen, S. 715-716, Nr. 1143]
- Horlare, in (1482) [Klosterarchive 7: Die oberhessischen Klöster 3,1, S. 353, Nr. 523]
- Horlar (1483) [Klosterarchive 7: Die oberhessischen Klöster 3,1, S. 359-360, Nr. 531]
- Horlere (1492) [Klosterarchive 7: Die oberhessischen Klöster 3,1, S. 441-442, Nr. 627]
- Hörle (1733) [HStAD Bestand P 23 Nr. 56]
Bezeichnung der Siedlung
- Dorf (villa) [1452]
Umlegung der Flur
1878
Älteste Gemarkungskarte
1825
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3504841, 5700971
UTM: 32 U 504765 5699131
WGS84: 51.443345° N, 9.068566° O
Statistik
Ortskennziffer
635020030
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 473, davon 194 Acker (= 41.01 %), 22 Wiesen (= 4.65 %), 199 Holzungen (= 42.07 %)
- 1961 (Hektar): 473, davon 203 Wald (= 42.92 %)
Einwohnerstatistik
- 1620: 9 Häuser
- 1650: 7 Häuser
- 1738: 13 Häuser
- 1770: 24 Häuser, 100 Einwohner
- 1885: 169, davon 169 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1961: 123, davon 122 evangelisch (= 99.19 %), 1 katholisch (= 0.81 %)
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1537: Grafschaft Waldeck, Amt Arolsen
- 1712: Fürstentum Waldeck, Amt Arolsen
- 1755/57: Fürstentum Waldeck, Amt Arolsen
- bis 1814: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Amt Arolsen
- 1814: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Oberamt der Diemel (Sitz in Arolsen)
- 1816: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Oberjustizamt der Diemel (Sitz in Rhoden)
- 1850: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Kreis der Twiste (Sitz bis 1857 in Mengeringhausen, dann in Arolsen)
- 1919-1929: Freistaat Waldeck, Kreis der Twiste
- 1929: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Kreis der Twiste
- 1942: Deutsches Reich, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Waldeck
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Waldeck
- 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg
Altkreis
Wolfhagen
Gemeindeentwicklung
Am 1. August 1972 als Stadtteil in die Stadt Volkmarsen eingemeindet.
Gericht
- 1434: Gericht Schmillinghausen
- 1537: Freistuhl Mengeringhausen
Herrschaft
- 1537 mit dem Zehnten im Besitz der Grafen von Waldeck
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- Zur Zeit des Abtes Erkenbert (1107-1128) verzeichnete die Reichsabtei Corvey 8 iugera in Hörle, deren Einkünfte der Propstei Marsberg zugewiesen waren. 1196 verkauft der Ministeriale Siegfried von Dalheim dem Kloster Hardehausen mit Einverständnis seiner Frau ein nicht erbrechtlich bewirtschaftetes Gut in Hörle. 1329 pachtet der Ritter Herbold von Mederich die Güter und Äcker des Klosters. 1452 tauscht das Kloster mit den Brüdern Gerhard und Georg Spiegel seinen Besitz im Dorf Hörle gegen die Hälfte des Dorfes Ramsen (südöstlich von Wrexen) an der Diemel.
- 1434 sind die von Pappenheim in Hörle begütert. 1482 verzichteten sie auf ihre Grund- und Zehntrechte zugunsten der Grünberger Antoniter. Nach der Reformation fallen die Güter an die Grafen von Waldeck.
Zehntverhältnisse
1373 haben die von dem Kalenberg den Zehnten sowie den Hopfenzehnten inne,
1537 haben die Grafen von Waldeck den Zehnten inne.
Kirche und Religion
Pfarrzugehörigkeit
Als Filialort zum Kirchspiel Schmillinghausen gehörig.
Bekenntniswechsel
Da Filial von Schmillinghausen, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Schmillinghäuser Pfarrer Johannes Blomen ab 1528.
Kultur
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Nachweise
Literatur
Weblinks
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
Personen
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Hörle, Waldeck-Frankenberg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/1889_hoerle> (aufgerufen am 17.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/1889