Leimbach

Dorf · 220 m über NN  
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Siedlung

Ortstyp

Dorf

Lagebezug

22 km östlich von Bad Hersfeld

Lage und Verkehrslage

Kleine, aus wenigen Hofanlagen bestehende Siedlung am Schwarzen Grund oder Graben, einem östlichen Zulauf der Werra, im Norden und Osten unmittelbar an die heutige Landesgrenze zum Freistaat Thüringen grenzend. Moderne Kirche in dezentraler Lage, Hauptachse ist die durch den Ort als L 3172 führende Dippacher Straße.

Ersterwähnung

1366

Siedlungsentwicklung

Funde am Sperlingshaupt bei Leimbach entstammen der Hallstatt-/Früh-Latènezeit (um 500 v. Chr.)
sowie der Römerzeit (100 n. Chr.).
1366, 1432 und 1476: wüst
Im 16. Jahrhundert wurde die Wüstung Leimbach neu besiedelt.
Leimbach lag von 1945-1990 an der innerdeutschen Grenze, abseits der Durchgangsstraßen und war somit von der Teilung in besonderem Maße betroffen.

Historische Namensformen

Bezeichnung der Siedlung

  • Wüstung (1366, 1432 und 1476)
  • Hof (1553)
  • Höfe (1747)
  • Hof (1771)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung

Umlegung der Flur

1873-1877

Älteste Gemarkungskarte

1710

Koordinaten

Gauß-Krüger: 3572269, 5640620
UTM: 32 U 572166 5638803
WGS84: 50.896376° N, 10.026179° O

Statistik

Ortskennziffer

632009050

Flächennutzungsstatistik

  • 1885 (Hektar): 193, davon 169 Acker (= 87.56 %), 10 Wiesen (= 5.18 %), 0 Holzungen
  • 1961 (Hektar): 180, davon 2 Wald (= 1.11 %)

Einwohnerstatistik

  • 1553: Hof mit 3 Häusern (Friedewalder Salbuch)
  • 1579: 4 Häuser (Friedewalder Salbuch)
  • 1585: 4 Haushaltungen (Der ökonomische Staat)
  • 16. Jahrhundert: Neubesiedlung
  • 1747: 19 Haushaltungen (Stadt- und Dorfbuch des Ober- und Niederfürstentums Hessen)
  • 1771: 19 steuerpflichtige Häuser mit 79 Menschen; Gewerbetreibende: 1 Schneider, 1 Wagner, 2 Leineweber, 1 Wascherin, 6 Tagelöhner und Tagelöhnerinnen
  • 1885: 127, davon 127 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961: 508, davon 444 evangelisch (= 87.40 %), 63 katholisch (= 12.40 %)
  • 1970: 482

Diagramme

Verfassung

Verwaltungsbezirk

  • 1431: Landgrafschaft Hessen, Amt Friedewald, Gericht Heringen
  • 1553: Landgrafschaft Hessen, Gericht/Amt Friedewald
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederfürstentum, Amt Friedewald, Gericht Heringen
  • 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Friedewald, Unteramt
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Friedewald
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Friedewald
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Heringen
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Friedewald
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis

Hersfeld

Gemeindeentwicklung

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der Gemeinde Heringen (Werra) eingegliedert.

Gericht

  • 1822: Justizamt Friedewald
  • 1867: Amtsgericht Friedewald
  • 1879: Amtsgericht Friedewald
  • um 1900: Amtsgericht Friedewald (Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 297)
  • vor 1945: Amtsgericht Friedewald
  • 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld

Herrschaft

  • Die Herrschaftsverhältnisse sind anfangs umstritten. 1432 verkaufen Grete, Witwe des Kurt von Heringen, und ihr Sohn Heinrich von Heringen das Gericht Heringen für 2.100 Gulden an Landgraf Ludwig von Hessen, wobei die Wüstung Leimbach explizit genannt wird. 1433 bis 1476 werden die von Boyneburg von Fulda mit der bei Heringen gelegenen Wüstung Leimbach belehnt.
  • 1553 und 1771 ist Leimbach vollumfänglich landgräflich.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer

  • 1366 verkaufte Hermann von Hornsberg an Hans von Heringen seinen Besitz in Wostenleymbach.

Kirche und Religion

Ortskirchen

  • Kirche 1960 errichtet

Pfarrzugehörigkeit

1585, 1747, 1771 wie 1872 eingepfarrt nach Heringen (Werra), 1958 als Filialgemeinde zum neu gegründeten Kirchspiel Widdershausen

Bekenntniswechsel

Da Filial von Heringen, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Heringer Pfarrer Caspar Mosebach ab 1526.

Kultur

Schulen

1771 ist kein Schulhaus vorhanden, die Kinder gehen nach Heringen zur Schule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)

Wirtschaft

Mühlen

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Leimbach, Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/3264_leimbach> (aufgerufen am 31.10.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/3264