Leimbach

Die Lage von Leimbach im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
22 km östlich von Bad Hersfeld
Lage und Verkehrslage
Kleine, aus wenigen Hofanlagen bestehende Siedlung am Schwarzen Grund oder Graben, einem östlichen Zulauf der Werra, im Norden und Osten unmittelbar an die heutige Landesgrenze zum Freistaat Thüringen grenzend. Moderne Kirche in dezentraler Lage, Hauptachse ist die durch den Ort als L 3172 führende Dippacher Straße.
Ersterwähnung
1366
Siedlungsentwicklung
Funde am Sperlingshaupt bei Leimbach entstammen der Hallstatt-/Früh-Latènezeit (um 500 v. Chr.)
sowie der Römerzeit (100 n. Chr.).
1366, 1432 und 1476: wüst
Im 16. Jahrhundert wurde die Wüstung Leimbach neu besiedelt.
Leimbach lag von 1945-1990 an der innerdeutschen Grenze, abseits der Durchgangsstraßen und war somit von der Teilung in besonderem Maße betroffen.
Historische Namensformen
- Wostenleymbach (1366) [HStAM, Urk. 49, 1803]
- Leymbach (1432) [HStAM Urk. 13, Nr. 5425]
- Leymbach (1433) [HStAM Best. Urk. 76 Nr. 256]
- Leimbach (1553) [Friedewalder Salbuch HStAM S Nr. 318]
- Leimbach (1585) [Der ökonomische Staat, S. 80]
- Lehnbach (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 16,1]
- Leimbach (1747) [Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105]
- Leimbach (1771) [HStAM Best. 49 d, Hersfeld Nr. 242]
Bezeichnung der Siedlung
- Wüstung (1366, 1432 und 1476)
- Hof (1553)
- Höfe (1747)
- Hof (1771)
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
Umlegung der Flur
1873-1877
Älteste Gemarkungskarte
1710
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3572269, 5640620
UTM: 32 U 572166 5638803
WGS84: 50.896376° N, 10.026179° O
Statistik
Ortskennziffer
632009050
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 193, davon 169 Acker (= 87.56 %), 10 Wiesen (= 5.18 %), 0 Holzungen
- 1961 (Hektar): 180, davon 2 Wald (= 1.11 %)
Einwohnerstatistik
- 1553: Hof mit 3 Häusern (Friedewalder Salbuch)
- 1579: 4 Häuser (Friedewalder Salbuch)
- 1585: 4 Haushaltungen (Der ökonomische Staat)
- 16. Jahrhundert: Neubesiedlung
- 1747: 19 Haushaltungen (Stadt- und Dorfbuch des Ober- und Niederfürstentums Hessen)
- 1771: 19 steuerpflichtige Häuser mit 79 Menschen; Gewerbetreibende: 1 Schneider, 1 Wagner, 2 Leineweber, 1 Wascherin, 6 Tagelöhner und Tagelöhnerinnen
- 1885: 127, davon 127 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1961: 508, davon 444 evangelisch (= 87.40 %), 63 katholisch (= 12.40 %)
- 1970: 482
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1431: Landgrafschaft Hessen, Amt Friedewald, Gericht Heringen
- 1553: Landgrafschaft Hessen, Gericht/Amt Friedewald
- 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederfürstentum, Amt Friedewald, Gericht Heringen
- 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Friedewald, Unteramt
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Friedewald
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Friedewald
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Heringen
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Friedewald
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
Altkreis
Hersfeld
Gemeindeentwicklung
Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der Gemeinde Heringen (Werra) eingegliedert.
Gericht
- 1822: Justizamt Friedewald
- 1867: Amtsgericht Friedewald
- 1879: Amtsgericht Friedewald
- um 1900: Amtsgericht Friedewald (Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 297)
- vor 1945: Amtsgericht Friedewald
- 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld
Herrschaft
- Die Herrschaftsverhältnisse sind anfangs umstritten. 1432 verkaufen Grete, Witwe des Kurt von Heringen, und ihr Sohn Heinrich von Heringen das Gericht Heringen für 2.100 Gulden an Landgraf Ludwig von Hessen, wobei die Wüstung Leimbach explizit genannt wird. 1433 bis 1476 werden die von Boyneburg von Fulda mit der bei Heringen gelegenen Wüstung Leimbach belehnt.
- 1553 und 1771 ist Leimbach vollumfänglich landgräflich.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- 1366 verkaufte Hermann von Hornsberg an Hans von Heringen seinen Besitz in Wostenleymbach.
Kirche und Religion
Ortskirchen
- Kirche 1960 errichtet
Pfarrzugehörigkeit
1585, 1747, 1771 wie 1872 eingepfarrt nach Heringen (Werra), 1958 als Filialgemeinde zum neu gegründeten Kirchspiel Widdershausen
Bekenntniswechsel
Da Filial von Heringen, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Heringer Pfarrer Caspar Mosebach ab 1526.
Kultur
Schulen
1771 ist kein Schulhaus vorhanden, die Kinder gehen nach Heringen zur Schule
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Wirtschaft
Mühlen
s. Grundmühle
Nachweise
Literatur
- Werra, Wald und weißer Berg. Streifzüge durch Heringen in Vergangenheit und Gegenwart
- Hochhuth, Statistik der evangelischen Kirche, S. 354
- Schellhase, Kreis Rotenburg, S. 237 (Register)
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 297
- Denkmaltopographie Landkreis Hersfeld-Rotenburg 1, S. 398 f.
- Classen, Kirchliche Organisation, S. 258
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
Personen
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Leimbach, Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/3264_leimbach> (aufgerufen am 31.10.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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