Bischhausen

Die Lage von Bischhausen im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
1,5 km nordwestlich von Witzenhausen gelegen
Lage und Verkehrslage
Gut mit Kirche auf kräftigem Sporn über dem von Osten in die Werra mündenden Wolfsbach. Jenseits des Baches Gassengruppendorf
Ersterwähnung
1093
Siedlungsentwicklung
1628: 'öde und wüst'
Vorbemerkung Historische Namensformen
Vgl. auch Bischhausen (Waldkappel). Zur Unterscheidung s. 1200 Jahre Bischhausen, S. 11-19
Historische Namensformen
- Biscopeshusen, in (1093) [Fälschung 12. Jahrhundert UB Mainz 1, S. 289-293, Nr. 385]
- Biscoppeshusen, de (1266) [XVIII]
- Biscopeshusen, de (1272) [Urkundenbuch Stift Hilwartshausen, S. 77-78, Nr. 72]
- Bischophusen, in (1291) [Landgrafen-Regesten online Nr. 331; Klosterarchive 1: Klöster an der Werra, S. 575-576, Nr. 1440)
- Bischofeshusen, in (1297) [Urkundenbuch Stift Hilwartshausen, S. 93, Nr. 97]
- Bischoveshusen, in (1308) [Landgrafen-Regesten online Nr. 514; HStAM Best. Urk. 13 Nr. 5517]
- Bischobeshusen, in (1325) [Urkundenbuch des Klosters Mariengarten, S.133-134, Nr. 157]
- Bischoffeshusen, zu (1361) [HStAM Best. Urk. 13 Nr. 5196]
- Bischofishusin, zu; Bischoff(eshusen) (um 1376) [Vogtherr, Ältestes Lehnbuch der Landgrafschaft Hessen, in: Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte 37 (1987), S. 25-71, hier S. 39, 56 (Nr. 29,169)]
- Bishusen, von (um 1400)
- Bischhußin (1466) [A. Eckhardt, Geschichte der Ämter Ziegenberg und Ludwigstein, in: O. Perst (Hrsg.), Festschrift für Karl August Eckhardt, S. 111-144, hier S. 127; HStAM Bestand S Nr. 9]
- Bischofshausen (1583)
- Bischausen (1585) [Der ökonomische Staat, S. 86]
- Bischofshausen (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 5]
Bezeichnung der Siedlung
- villa (1093)
- castrum (1308)
- Vorwerk (1354)
- hus (1370)
- sloß (1393)
Burgen und Befestigungen
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3559199, 5691337
UTM: 32 U 559102 5689500
WGS84: 51.353692° N, 9.848744° O
Statistik
Ortskennziffer
63601616018
Frühere Ortskennziffer
63601600001
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 70, davon 38 Acker (= 54.29 %), 4 Wiesen (= 5.71 %), 0,3 Holzungen (= 0.00 %)
Einwohnerstatistik
- 1430: 17 Höfe
- 1569: 12 Hausgesesse (von Bischoffshausen 7, von Berlepsch 2, Hessen 3)
- 1575/85: 19 (von Bischoffshausen 16, Hessen 3)
- 1681: 4
- 1747: 21 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
- 1885: 177, davon 170 evangelisch (= 96.05 %), 7 katholisch (= 3.95 %)
- 1925: 270 (250 evangelisch, 20 römisch-katholisch)
- Seit 1928 bei Witzenhausen mitgezählt
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1338: Landgrafschaft Hessen, Lehen der von Berlepsch
- 1361 und 1369: Landgrafschaft Hessen, Amt Bischhausen
- 1466: Landgrafschaft Hessen, Amt Ludwigstein
- Um 1570: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Witzenhausen
- 1575/85: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Ludwigstein (Adelsdorf Bischofshausen 16, Hessen 3)
- Hessen-Rotenburg (sogenannte Rotenburger Quart), teilsouveränes Fürstentum unter reichsrechtlicher Oberhoheit der Landgrafschaft Hessen-Kassel bzw. des Kurfürstentums Hessen
- 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Witzenhausen
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Witzenhausen
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Witzenhausen
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Leine-Departement, Distrikt Göttingen, Kanton Friedland
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Witzenhausen
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Witzenhausen
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
- 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis
Altkreis
Witzenhausen
Gemeindeentwicklung
30.9.1928: nach Witzenhausen eingemeindet
Gericht
- 1569: Niederes Gericht von Bischoffshausen, von Berlepsch und Hessen; peinliches Gericht Hessen
- 1628: Niederes und peinliches Gericht Hessen-Rotenburg
- 1747: Niederes Gericht von Bischoffshausen, von Berlepsch und Hessen; peinliches Gericht Hessen -Rotenburg
- 1807: Kanton Witzenhausen
- 1814: Reservaten-Kommissar
- 1822: Justizamt Witzenhausen
- 1834: Justizamt Witzenhausen II
- 1837: Justizamt Witzenhausen
- 1867: Amtsgericht Witzenhausen
Herrschaft
- Bei den Belegen des 9. - 12. Jahrhundert ist nicht immer eindeutig zu klären, ob es sich um dieses Bischhausen (Altkreis Witzenhausen) oder Bischhausen (Altkreis Eschwege) handelt. Zur Unterscheidung s. 1200 Jahre Bischhausen, S. 11-19
- 1093/1144: Schenkung von Hof und Kirche Bischhausen durch Graf Heinrich von Northeim an das Blasiuskloster Northeim
- 1140/41: Graf Siegfried von Boyneburg verleiht dem Blasiuskloster Northeim Güter zu Bischhausen.
- 1264: Vielleicht einer der festen Plätze, die Herzog Albrecht von Braunschweig an Meißen abtrat; von dort mit Ende des hessisch-thüringischen Erbfolgekrieges an Hessen.
- 1276 und 1291 hat Graf Werner von Lauterberg-Scharzfeld Sitz zu Bischhausen, desgleichen 1291 auch Segeband von Wohlendorf, dessen Sohn Hermann sich nach 1300 von Bischhausen nannte.
- 1308: Nach Tod Friedrichs von Roßdorf (mainzischer Oberbeamter im Eichsfeld und Nörtener Land) erklären Berthold von Adelebsen, Dethard von Roßdorf, Hildebrand von Hardenberg, Heidenreich Struz von Gladebecke (wohl als gemeinschaftlicher Amtsinhaber und Erben) keine Ansprüche an Burg Bischhausen zu haben.
Hessen, Landgrafen 1338: Landgraf Heinrich verpfändet den von Berlepsch Burg Bischhausen.- 1354: Die von Berlepsch erwerben mit Berthold Spanseil das landgräfliche Vorwerk zu Bischhausen.
Hessen, Landgrafen 1369: Berthold Spanseil mit Haus und Amt Bischhausen von Landgraf Heinrich belehnt- 1371: Landgraf Heinrich belehnt die von Berlepsch mit Haus Bischhausen.
- 1372: Die Landgraf Heinrich und Hermann versetzen den Gebrüdern von Bischoffshausen, Heinrich von Creuzburg und den Gebrüdern von Stockhausen Haus Bischhausen mit Zubehör.
- 1387/88: Burg Bischhausen durch Braunschweig und Göttingen erobert, 1389 wieder herausgegeben
Hessen, Landgrafen 1393: Landgraf Hermann versetzt ein Viertel von Schloss Bischhausen an Günter von Berlepsch.- 1393: Hermann von Bischoffshausen lässt dem Landgrafen sein Viertel an Schloss Bischhausen auf.
- 1408: Bischhausen wahrscheinlich durch Otto den Quaden und Göttingen eingenommen und verwüstet
- 1430: Dorf und Burg Bischhausen sind hessisches Burg- und Mannlehen derer von Bischoffshausen
- Lehnsrevision bis 1828
Besitz
Ortsadel
1272, 1314
Kirche und Religion
Ortskirchen
- 1144: ecclesia
- 1268: plebanus
- 1337: cimiterium
- Im südöstlichen Bereich des Gutes derer von Bischoffshausen Pfarrkirche mit rechteckigem Grundriss von 1774.
Patrozinien
- Martinus (1469)
Pfarrzugehörigkeit
1325: Pfarrei, zu der 1337 die Matthiaskapelle vor der Brücke zu Witzenhausen, genannt Stempelshausen, gehört 1357: Sedes für Berge, Stempelshausen, Hungershausen 1569: von Witzenhausen versehen. 1585 ist Hebenshausen Filialort 1747, 1872 und 1994: Filiale von Witzenhausen 1918 Gründung der neuapostolischen Gemeinde Bischhausen, 1963 Einweihung des Kirchenneubaus
Patronat
Diakonische Einrichtungen
1904 Einrichtung einer Gemeindeschwesternstation mit Diakonissen des Kurhessischen Diakonissenhauses Kassel 1926 eine Diakoniestation mit einer Schwester Ritter, Kirchliches Handbuch, S. 339; 1904-1964 Diakoniestation (Landeskirchliches Archiv Kassel, Findbuch G 2.6. Kurhessisches Diakonissenhaus)
Kirchliche Mittelbehörden
Archpresbytariat Bischhausen (1357)
Archdiakonat Heiligenstadt
Juden
1613: Juden erwähnt
Kultur
Schulen
1910 einklassige Volksschule
Historische Ereignisse
1408: verwüstet
Wirtschaft
Mittelpunktfunktion
1361 und 1369: Landgräfliches Amt Bischhausen der Spanseil 1807 - 1814: Zur Zeit der französischen Herrschaft als 'Adelige von Bischhäuser Gericht' mit Bischhausen, Neuenrode, Berge und Hebenshausen durch einen Amtmann verwaltet
Nachweise
Quellen
Kopiar Mariengarten Nr. 267f., Landesbibliothek Hannover
Cal. Or. 100 Mariengarten Nr. 225, Staatsarchiv Hannover
Literatur
- Denkmaltopographie Werra-Meißner-Kreis, Bd. III: Altkreis Witzenhausen, S. 588-589
- A. Eckhardt, Geschichte der Ämter Ziegenberg und Ludwigstein, in: O. Perst (Hrsg.), Festschrift für Karl August Eckhardt, S. 111-144
- Eckhardt, Quellen zur Rechtsgeschichte der Stadt Witzenhausen
- Bischoffshausen, Geschichte
- Eckhardt, Eschwege, S. 12
- Historisches Ortslexikon Witzenhausen, S. 16 f.
- Knappe, Burgen in Hessen, S. 49 f.
- Lücke, Burgen, Band 2
- Schenk zu Schweinsberg, Bischoffshausen
Weblinks
Siehe auch
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„Bischhausen, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/5408_bischhausen> (aufgerufen am 16.06.2026)
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