Bischhausen

Dorf · 150 m über NN  
Gemarkung
Witzenhausen
Gemeinde
Witzenhausen
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Siedlung

Ortstyp

Dorf

Lagebezug

1,5 km nordwestlich von Witzenhausen gelegen

Lage und Verkehrslage

Gut mit Kirche auf kräftigem Sporn über dem von Osten in die Werra mündenden Wolfsbach. Jenseits des Baches Gassengruppendorf

Ersterwähnung

1093

Siedlungsentwicklung

1628: 'öde und wüst'

Vorbemerkung Historische Namensformen

Vgl. auch Bischhausen (Waldkappel). Zur Unterscheidung s. 1200 Jahre Bischhausen, S. 11-19

Historische Namensformen

Bezeichnung der Siedlung

  • villa (1093)
  • castrum (1308)
  • Vorwerk (1354)
  • hus (1370)
  • sloß (1393)

Burgen und Befestigungen

Koordinaten

Gauß-Krüger: 3559199, 5691337
UTM: 32 U 559102 5689500
WGS84: 51.353692° N, 9.848744° O

Statistik

Ortskennziffer

63601616018

Frühere Ortskennziffer

63601600001

Flächennutzungsstatistik

  • 1885 (Hektar): 70, davon 38 Acker (= 54.29 %), 4 Wiesen (= 5.71 %), 0,3 Holzungen (= 0.00 %)

Einwohnerstatistik

  • 1430: 17 Höfe
  • 1569: 12 Hausgesesse (von Bischoffshausen 7, von Berlepsch 2, Hessen 3)
  • 1575/85: 19 (von Bischoffshausen 16, Hessen 3)
  • 1681: 4
  • 1747: 21 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1885: 177, davon 170 evangelisch (= 96.05 %), 7 katholisch (= 3.95 %)
  • 1925: 270 (250 evangelisch, 20 römisch-katholisch)
  • Seit 1928 bei Witzenhausen mitgezählt

Diagramme

Verfassung

Verwaltungsbezirk

  • 1338: Landgrafschaft Hessen, Lehen der von Berlepsch
  • 1361 und 1369: Landgrafschaft Hessen, Amt Bischhausen
  • 1466: Landgrafschaft Hessen, Amt Ludwigstein
  • Um 1570: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Witzenhausen
  • 1575/85: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Ludwigstein (Adelsdorf Bischofshausen 16, Hessen 3)
  • Hessen-Rotenburg (sogenannte Rotenburger Quart), teilsouveränes Fürstentum unter reichsrechtlicher Oberhoheit der Landgrafschaft Hessen-Kassel bzw. des Kurfürstentums Hessen
  • 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Witzenhausen
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Witzenhausen
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Witzenhausen
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Leine-Departement, Distrikt Göttingen, Kanton Friedland
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Witzenhausen
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Witzenhausen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis

Altkreis

Witzenhausen

Gemeindeentwicklung

30.9.1928: nach Witzenhausen eingemeindet

Gericht

  • 1569: Niederes Gericht von Bischoffshausen, von Berlepsch und Hessen; peinliches Gericht Hessen
  • 1628: Niederes und peinliches Gericht Hessen-Rotenburg
  • 1747: Niederes Gericht von Bischoffshausen, von Berlepsch und Hessen; peinliches Gericht Hessen -Rotenburg
  • 1807: Kanton Witzenhausen
  • 1814: Reservaten-Kommissar
  • 1822: Justizamt Witzenhausen
  • 1834: Justizamt Witzenhausen II
  • 1837: Justizamt Witzenhausen
  • 1867: Amtsgericht Witzenhausen

Herrschaft

  • Bei den Belegen des 9. - 12. Jahrhundert ist nicht immer eindeutig zu klären, ob es sich um dieses Bischhausen (Altkreis Witzenhausen) oder Bischhausen (Altkreis Eschwege) handelt. Zur Unterscheidung s. 1200 Jahre Bischhausen, S. 11-19
  • 1093/1144: Schenkung von Hof und Kirche Bischhausen durch Graf Heinrich von Northeim an das Blasiuskloster Northeim
  • 1140/41: Graf Siegfried von Boyneburg verleiht dem Blasiuskloster Northeim Güter zu Bischhausen.
  • 1264: Vielleicht einer der festen Plätze, die Herzog Albrecht von Braunschweig an Meißen abtrat; von dort mit Ende des hessisch-thüringischen Erbfolgekrieges an Hessen.
  • 1276 und 1291 hat Graf Werner von Lauterberg-Scharzfeld Sitz zu Bischhausen, desgleichen 1291 auch Segeband von Wohlendorf, dessen Sohn Hermann sich nach 1300 von Bischhausen nannte.
  • 1308: Nach Tod Friedrichs von Roßdorf (mainzischer Oberbeamter im Eichsfeld und Nörtener Land) erklären Berthold von Adelebsen, Dethard von Roßdorf, Hildebrand von Hardenberg, Heidenreich Struz von Gladebecke (wohl als gemeinschaftlicher Amtsinhaber und Erben) keine Ansprüche an Burg Bischhausen zu haben.
  • Hessen, Landgrafen 1338: Landgraf Heinrich verpfändet den von Berlepsch Burg Bischhausen.
  • 1354: Die von Berlepsch erwerben mit Berthold Spanseil das landgräfliche Vorwerk zu Bischhausen.
  • Hessen, Landgrafen 1369: Berthold Spanseil mit Haus und Amt Bischhausen von Landgraf Heinrich belehnt
  • 1371: Landgraf Heinrich belehnt die von Berlepsch mit Haus Bischhausen.
  • 1372: Die Landgraf Heinrich und Hermann versetzen den Gebrüdern von Bischoffshausen, Heinrich von Creuzburg und den Gebrüdern von Stockhausen Haus Bischhausen mit Zubehör.
  • 1387/88: Burg Bischhausen durch Braunschweig und Göttingen erobert, 1389 wieder herausgegeben
  • Hessen, Landgrafen 1393: Landgraf Hermann versetzt ein Viertel von Schloss Bischhausen an Günter von Berlepsch.
  • 1393: Hermann von Bischoffshausen lässt dem Landgrafen sein Viertel an Schloss Bischhausen auf.
  • 1408: Bischhausen wahrscheinlich durch Otto den Quaden und Göttingen eingenommen und verwüstet
  • 1430: Dorf und Burg Bischhausen sind hessisches Burg- und Mannlehen derer von Bischoffshausen
  • Lehnsrevision bis 1828

Besitz

Ortsadel

1272, 1314

Kirche und Religion

Ortskirchen

  • 1144: ecclesia
  • 1268: plebanus
  • 1337: cimiterium
  • Im südöstlichen Bereich des Gutes derer von Bischoffshausen Pfarrkirche mit rechteckigem Grundriss von 1774.

Patrozinien

  • Martinus (1469)

Pfarrzugehörigkeit

1325: Pfarrei, zu der 1337 die Matthiaskapelle vor der Brücke zu Witzenhausen, genannt Stempelshausen, gehört 1357: Sedes für Berge, Stempelshausen, Hungershausen 1569: von Witzenhausen versehen. 1585 ist Hebenshausen Filialort 1747, 1872 und 1994: Filiale von Witzenhausen 1918 Gründung der neuapostolischen Gemeinde Bischhausen, 1963 Einweihung des Kirchenneubaus

Patronat

Hessen, Landgrafen Seit 1368: Landgraf von Hessen

Diakonische Einrichtungen

1904 Einrichtung einer Gemeindeschwesternstation mit Diakonissen des Kurhessischen Diakonissenhauses Kassel 1926 eine Diakoniestation mit einer Schwester Ritter, Kirchliches Handbuch, S. 339; 1904-1964 Diakoniestation (Landeskirchliches Archiv Kassel, Findbuch G 2.6. Kurhessisches Diakonissenhaus)

Kirchliche Mittelbehörden

Archpresbytariat Bischhausen (1357)
Archdiakonat Heiligenstadt

Juden

1613: Juden erwähnt

Kultur

Schulen

1910 einklassige Volksschule

Historische Ereignisse

1408: verwüstet

Wirtschaft

Mittelpunktfunktion

1361 und 1369: Landgräfliches Amt Bischhausen der Spanseil 1807 - 1814: Zur Zeit der französischen Herrschaft als 'Adelige von Bischhäuser Gericht' mit Bischhausen, Neuenrode, Berge und Hebenshausen durch einen Amtmann verwaltet

Nachweise

Quellen

Kopiar Mariengarten Nr. 267f., Landesbibliothek Hannover
Cal. Or. 100 Mariengarten Nr. 225, Staatsarchiv Hannover

Literatur

Weblinks

Siehe auch

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Bischhausen, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/5408_bischhausen> (aufgerufen am 16.06.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

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