Berlepsch

Die Lage von Berlepsch im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Hof
Lagebezug
6 km nordwestlich von Witzenhausen gelegen
Ersterwähnung
1369
Siedlungsentwicklung
1368/69: erbaut
1627: zerstört
1881/94: stark erneuert
1928 erfolgt die Zusammenlegung der Gutsbezirke Berlepsch und Ellerode zur Gemeinde Berlepsch-Ellerode.
Vorbemerkung Historische Namensformen
Die Überlieferung des Personen- und Ortsnamens Berlepsch ist bis zum Jahr 1369, in dem das Geschlecht mit der Errichtung einer neuen Burg im Werra-Meißner-Kreis beginnt (vgl. Burg Berlepsch), auf den älteren Stammsitz der Berlepsch in Barlerissen (Gem. Jühnde) im Landkreis Göttingen zu beziehen. Vgl. den entsprechenden Artikel in: Ortsnamen Kreis Göttingen, S. 36-37
Historische Namensformen
- Berleybischin, mit irme nuwen Huse (1369) [Landgrafen-Regesten online Nr. 11644]
- Berloubschen (1385)
- Berleißin, czfi (1417)
- Berleyvessen, gein (1432/33)
- Berleubschen, zcu (1456) [St. Arndt, Familien-, Herrschafts- und Gutsarchiv v. Berlepsch, S. 4, Nr. 15]
- Berleibisschin, von (1468)
- Berlepschen, von (1508)
- Berleipschenn, vonn (1551)
- Berlep Stein (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 5]
- Berlepsch, Hauß (1747) [Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105]
Bezeichnung der Siedlung
- 1369: nuwes hus
- 1406: Schloss
- 1408; Haus
- 1410: neues Burghaus
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
- In der Gemarkung die Wüstung Grebenhagen gelegen
Burgen und Befestigungen
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3558003, 5696018
UTM: 32 U 557906 5694179
WGS84: 51.395884° N, 9.83234° O
Statistik
Ortskennziffer
63601602001
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 589, davon 216 Acker (= 36.67 %), 14 Wiesen (= 2.38 %), 337 Holzungen (= 57.22 %)
Einwohnerstatistik
- 1569: 20 Hausgesesse.
- 1747: 1 Mannschaft mit 1 Feuerstelle.
- 1885: 56, davon 56 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1895: 13 Haushaltungen mit 88 Einwohnern.
- 1925: 30 Einwohner, alle evangelisch. Bevölkerung bis 1928 bei Gertenbach gezählt
- 1961: 137 (115 evangelisch, 22 römisch-katholisch)
- 1970: 80 Einwohner
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1747: Amt Witzenhausen
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Witzenhausen
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Witzenhausen
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Witzenhausen
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Witzenhausen
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Witzenhausen
- 1928: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Witzenhausen
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
Altkreis
Witzenhausen
Gemeindeentwicklung
31.10.1928 mit dem zuvor hannoverschen Ellerode zu neuer Gemeinde verbunden
Gericht
- 1747: Niederes und peinliches Gericht von Berlepsch
- 1807: Friedensgericht Witzenhausen
- 1814: Amt Witzenhausen
- 1822: Justizamt Witzenhausen
- 1834: Justizamt Witzenhausen II
- 1837: Justizamt Witzenhausen
- 1867: Amtsgericht Witzenhausen
- 1879: Amtsgericht Witzenhausen
- Gerichtstisch mit kreisrunder Platte gegenüber der Burgauffahrt
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- Nach Vertreibung der von Berlepsch. aus ihrer Stammburg Barlissen bei Jühnde im späteren Kreis Münden um Mitte. 14. Jahrhundert läßt sich eine Linie als Burgmannen auf dem Arnstein und in Bischhausen nieder und erbaut von hier aus (mit landgräflich Hilfe ?) Burg Berlepsch. Die andere Linie wird Pfandinhaber auf Ziegenberg.
- 1369 Lehnsauftragung an Hessen
- 1399 setzt sich nach Aussterben dieser Linie die andere vom Ziegenberg widerrechtlich auf Berlepsch fest, wird dann vertrieben und gelangt erst 1641 durch Tausch nach Berlepsch.
- 1406: Heinrich von Bodenhausen erhält durch Landgraf Hermann Burg Berlepsch.
- 1408: Die von Westerhagen bekennen Sühne mit Landgraf Hermann wegen Haus Berlepsch.
- 1461: Tausch der Schlösser Sensenstein und Berlepsch zwischen Landgraf Ludwig und Sittich von Berlepsch. Seitdem Belehnung der von Berlepsch mit Schloss Berlepsch. 1575/85: Schloss derer von Berlepsch
- 1747: Haus der von Berlepsch.
- 1560: Rechte am Gehölz zu Berlepsch zwischen denen von Berlepsch und Braunschweig strittig
Ortsadel
1233
Kirche und Religion
Ortskirchen
- 1587: Kapelle.
Pfarrzugehörigkeit
1747: eingepfarrt zu Gertenbach
1780: zu Albshausen
1872 und heute: zu Gertenbach
Bekenntniswechsel
Auf Schloss Berlepsch predigt Joh. Möller, Pfarrer zu Gertenbach, 1586 evangelisch.
Kultur
Historische Ereignisse
1627: Plünderung und Verbrennung durch bairische Truppen
Nachweise
Literatur
- St. Arndt, Familien-, Herrschafts- und Gutsarchiv v. Berlepsch
- Historisches Ortslexikon Witzenhausen, S. 14 f.
- Brauns, Schloss Berlepsch im Werratal
- Gallwitz, Schloss Berlepsch
- Küther, Historisches Ortslexikon des Kreises Witzenhausen, S. 14 f.
- Eckhardt: 700 Jahre Familie von Berlepsch. In: Das Werratal, 10. Jg. Heft 10/11, 1965, S. 82-85.
- Lücke: Aus der Geschichte der Burg Berlepsch und ihrer Bewohner. In: Das Werratal, 10. Jg. Heft 10/11 und 12, 1965, S. 86-88,89-96
Siehe auch
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Orte
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Berlepsch, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/5360_berlepsch> (aufgerufen am 04.05.2026)
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