Burg Berlepsch

Bau / Ersterwähnung 1369  
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Basisdaten

Die Höhenburg Berlepsch thront seit dem 14. Jahrhundert hoch über dem Werratal. Die hessischen Landgrafen belehnten die Familie von Berlepsch mit der Burg, die diese im 16. Jahrhundert zum Schloss im Stil der Weserrenaissance ausbauten, im 19. Jahrhundert im Stil der Neogotik mit Türmen und Erkern verzierten. Bis heute und damit über 600 Jahre ist sie im Familienbesitz. Bekannt wurde das Schloss auch nach der hier gezüchteten Apfelsorte (Berlepsch - 1880), später als Filmkulisse und aus Fernsehsendungen. 2011 kürten die Zuschauer des Hessischen Fernsehehens das Schloss zum schönsten in Hessen.

Weitere Namen

Schloss Berlepsch

Historische Namensformen

Ortstyp

Burg; Schloss

Lagebezug

6 km nordwestlich Witzenhausen

Lage

Schloss auf kräftigem, nach Nordwesten hoch über dem Quellgrund des Hubenbachs aufragendem Bergsporn. Nur von der nach Ost-Südost ansteigenden Waldhöhe angreifbar; dagegen durch Halsgraben und an die Front gestellten Bergfried geschützt.

Geschichte

Burggeschichte

Die niederadligen Herren von Berlepsch stammen ursprünglich aus Niedersachsen, wo sie von ihrer Stammburg Jühnde im 14. Jahrhundert vertrieben werden. Sie lassen sich an der Werra nieder und bauen die Burg 1369 mit Unterstützung der Landgrafen von Hessen auf. Der Landgraf belehnt die von Berlepsch mit der Burg und den Dörfern Hübenthal, Albshausen, Hermannrode und Grebenhain. Außerdem verleiht er ihnen die Würde eines Erbkämmerers. 1406 bekundet Heinrich von Bodenhausen der Ältere, dass ihm Landgraf Hermann von Hessen Schloss Berlepsch mit Zubehör, wie es zuvor der verstorbene Johann von Berlepsch als Lehen inne hatte, für 1350 Goldgulden verpfändet habe. 1410 wird ein neues Burghaus errichtet.
Im Dreißigjährigen Krieg wird die Burg 1627 durch bayrische Truppen geplündert und zerstört.

Ersterwähnung

1369

Besitzgeschichte

Die Familie Berlepsch zerfiel in zwei Zweige, die Sparren- und die Sittichlinie. Die Sparrenlinie erbaute die Burg zum Schutz gegen Brauschweig und der Straße an der Werra. Sie starb 1391/92 aus und damit fiel die Burg als erledigtes Lehen an das Haus Hessen zurück. Widerrechtlich nahm Thilo von Berlepsch, Burgmann auf der Burg Ziegenberg, sie in Besitz. Der hessische Landgraf belagerte und eroberte die Burg. Sie wurde in dieser Fehde zum Teil zerstört. Landgraf Ludwig II übergab sie 1461 endgültig an die Linie der Berlepsch-Sittich im Tausch gegen Burg Sensenstein. Die Burg blieb bis heute im Familienbesitz.

Bau und Baugeschichte

Baugeschichte

Größere Umbauten wurden im 14. Jahrhundert (Gesamtanlage) und im 16. Jahrhundert an der Burg vorgenommen. Arnold von Berlepsch erhält 1372 einen Zuschuß zum Bau seiner Burg. Die Burg wird durch einen Halsgraben und Bergfried geschützt.
Im 19. Jahrhundert wurde der Park als englischer Landschaftsgarten unterhalb des Schlosses angelegt. Graf Karl von Berlepsch ließ 1875 den Treppenturm erhöhen und die welsche Haube durch einen neugotischen Zinnenkranz ersetzen. 1885 entstand der neue Ostflügel nach Plänen des Architekten Gustav Schönemark. Weitere Umbauten der Kernburg sowie im Vorburgbereich datieren in die Jahre 1893 bis 1896. Am westlichen Abhang des Schlosses wurde 1893 die einschiffige Backsteinkapelle errichtet. Hinter dem Chor der Kirche liegen die Gräber der letzten fünf Generationen der Familie.

Baubeschreibung

Die Gesamtanlage besteht aus einer Vor- und Hauptburg, die jeweils durch einen Mauerring getrennt werden. Die Kernburg besteht aus drei Flügeln mit einem Innenhof, an der Nordseite abgeschlossendurch eine Wehrmauer mit einem Portal von 1369.
Das heutige Aussehen der Burg wird durch Umbauten aus der Zeit des Historismus am Ende des 19. Jahrhunderts geprägt.

Denkmaltopographie

DenkXweb Kulturdenkmäler in Hessen (Schloss Berlepsch)

Burgtyp

Bautyp

Höhenburg

Rechtstyp

Lehnsburg

Funktionstyp

Adelssitz

Nachweise

Literatur

GND-Nummer

EBIDAT

Siehe auch

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Burg Berlepsch“, in: Burgen, Schlösser, Herrenhäuser <https://lagis.hessen.de/de/orte/burgen-schloesser-herrenhaeuser/alle-eintraege/7592_burg-berlepsch> (aufgerufen am 26.06.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/bg/7592

Indizes

Die Lage von Berlepsch (Burg) im Orthofoto