Eubach

Die Lage von Eubach im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
8 km südöstlich von Melsungen
Lage und Verkehrslage
Geschlossenes Dorf mit einfachem Grundriss und geringer Siedlungsdichte entlang des gleichnamigen Baches und der parallel verlaufenden Verbindungsstraße von Altmorschen über Bergheim nach Spangenberg (L 3225). Kirche auf Bergsporn über dem Ort
Ersterwähnung
1281
Vorbemerkung Historische Namensformen
Ob die Erwähnung eines Hartmannn von Vbach 1281 auf Eubach zu beziehen ist, muss angesichts des in der Urkunde verhandelten Gegenstandes und der hier genannten Zeugen offen bleiben. Der Beleg zu 1291 ist eher Ubach zuzuordnen.
Historische Namensformen
- Vbach, de (1281) [Wyss, Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei 1, S. 288-289, Nr. 386]
- Ubeche, de (1291) [HStAM Bestand Urk. 56 Nr. 138]
- Ubach (1328) [HStAM Bestand Urk. 52 Nr. 150]
- Ubach, in (Anfang 15. Jahrhundert) [HStAM Bestand S Nr. 574, Bl. 5v]
- Ubach (1425-1787) [Rev.]
- Ybach (1540) [Salbuch]
- Ibach (1540) [HStAM Bestand S Nr. 575]
- Ubach (1585) [Der ökonomische Staat Landgraf Wilhelms IV., S. 89]
- Eübach (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 8]
- Eubach
Bezeichnung der Siedlung
- Dorf (1329)
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
Umlegung der Flur
1876
Älteste Gemarkungskarte
1686
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3544356, 5661202
UTM: 32 U 544264 5659377
WGS84: 51.08419° N, 9.631966° O
Statistik
Ortskennziffer
634015030
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 319, davon 167 Acker (= 52.35 %), 25 Wiesen (= 7.84 %), 82 Holzungen (= 25.71 %)
- 1961 (Hektar): 331, davon 108 Wald (= 32.63 %)
Einwohnerstatistik
- 1585: 12 Haushaltungen (Der ökonomische Staat)
- 1747: 27 Haushaltungen (Stadt- und Dorfbuch des Ober- und Niederfürstentums Hessen)
- 1885: 235, davon 234 evangelisch (= 99.57 %), 1 katholisch (= 0.43 %)
- 1961: 211, davon 202 evangelisch (= 95.73 %), 9 katholisch (= 4.27 %)
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- bis 1350: Treffurtisches Gericht Morschen
- Anfang 15. Jahrhundert: Landgrafschaft Hessen, Amt Spangenberg
- 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Spangenberg, Ort Fulda
- 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Spangenberg
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Spangenberg
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Spangenberg
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Spangenberg
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Spangenberg
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Melsungen
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Melsungen
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Melsungen
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Melsungen
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Melsungen
- 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis
Altkreis
Melsungen
Gemeindeentwicklung
Vom 01.07.1971 bis 31.12.1973 war Eubach in die Gemeinde Altmorschen eingegliedert, die am 1.1.1974 wiederum in der Gemeinde Morschen aufging. Seitdem ist Eubach ein eigener Ortsteil der Gemeinde Morschen.
Gericht
- 1822: Justizamt Spangenberg
- 1867: Amtsgericht Spangenberg
- 1879: Amtsgericht Spangenberg
- 1943: Amtsgericht Melsungen (Zweigstelle Spangenberg)
- 1970: Amtsgericht Melsungen
Herrschaft
- Eubach gehörte zunächst zum Treffurtischen Gericht Morschen.
- 1328 verkauft Hartrad von Reichenbach dem Ritter Hermann von Treffurt und dessen Bruder Friedrich all sein Gut in dem Dorfe zu Günsterode und zu me Sconen walde und zu Ubach.
Heydau, Kloster 1346 verkauft Hermann von Treffurt das Dorfes Ubach mit Gericht Vogtei , Gülte und Bede an Kloster Heydau. 1355 löst der Landgraf von Hessen als Rechtsnachfolger der Herren von Spangenberg das Gericht Eubach vom Kloster Heydau ein, versetzte es aber 1359 diesem wieder, so dass es dem Kloster bis zur Säkularisation verblieb.- 1425-1787 ist halb Ubach hessisches Lehen der Diede vom Fürstenstein bei Albungen (Rev.).
- Das Salbuch von 1540 rechnete Ybach zum Gericht Mörshausen.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- S. Herrschaft
Kirche und Religion
Ortskirchen
- 1866 errichteter neugotischer Saalbau, 1954 renoviert
- Für einen Vorgängerbau aus dem 18. Jahrhundert spricht neben der entsprechenden Signatur in der Schleensteinkarte auch HStAM Bestand Karten Nr. P II 15039 (1740-1760 )
Pfarrzugehörigkeit
1569 zu Heydau-Altmorschen, 1585 Filial von Neumorschen.
1747 und 1872 eingepfarrt nach Altmorschen, 1994 Filialgemeinde davon
Bekenntniswechsel
Da Filial von Altmorschen, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Altmorschener Pfarrer Matthias Bengel um 1527.
Kultur
Schulen
1910 einklassige Volksschule
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Wirtschaft
1833-1867 Erteilung von Konzessionen zum Gips-, Zement-, Kalkbrennen, Gipsstampfen, Gipshandel, Gipssteinbrennen zu Alt- und Neumorschen, Wichte, Eubach, Guxhagen, Melsungen (HStAM Bestand 180 Melsungen Nr. 170).
Mühlen
1487 existiert eine Mühle zu Eubach, deren Zins an Kloster Heydau verpfändet wird (HStAM Bestand Urk. 28 Nr. 587)
Nachweise
Literatur
- Chronik Eubach 2006
- Tausendjähriges Morschen, S. 212-213
- Neumorschen 1259-1959, S. 343-351
- Krummel, Ämter, S. 82-95
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 133
- Hochhuth, Statistik der evangelischen Kirche, S. 396
- Classen, Kirchliche Organisation, S. 167
Weblinks
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
Personen
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Eubach, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/4884_eubach> (aufgerufen am 16.05.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/4884