Schorbach

Die Lage von Schorbach im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
6 km südöstlich von Neukirchen.
Lage und Verkehrslage
Dorf mit komplexem Grundriss beiderseits des Schorbachs. Von Nordwesten einmündend ein kleines Seitental. Hauptkomplex der Siedlung mit regellosem Grundriss auf nach Osten auslaufendem Hang rechts des Schorbachs. Am Westrand des Ortes Kirche in erhöhter Lage (Kirchberg). In der Talaue beiderseits des Schorbachs lineare Bebauung.
Straßen von Görzhain bzw. Weißenborn vereinigen sich am Süd-Rand des Ortes zu einem Strang nach Olberode (mit Anschluss an die Bundesstraße 454).
Ersterwähnung
1223
Siedlungsentwicklung
1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Forst Oberaula.
Historische Namensformen
- Scorpach (1223) [Landau, Beschreibung des Hessengaues, S. 132]
- Schurtbach, von
- Schurbpach, von
- Scorpach, ambe ville (1364) [vgl. Niederschorbach]
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
Umlegung der Flur
1930/1932
Älteste Gemarkungskarte
1772
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3528937, 5633644
UTM: 32 U 528851 5631830
WGS84: 50.837461° N, 9.409735° O
Statistik
Ortskennziffer
634020050
Flächennutzungsstatistik
- 1838 (Kasseler Acker): 730 stellbares Land, 249 Wiesen, 24 Gärten, 108 Triesche.
- 1885 (Hektar): 358, davon 198 Acker (= 55.31 %), 64 Wiesen (= 17.88 %), 28 Holzungen (= 7.82 %)
- 1961 (Hektar): 548, davon 186 Wald (= 33.94 %)
Einwohnerstatistik
- 1585: 31 Hausgesesse.
- 1639: 19 hausgesesse Männer, 4 Witwen, 19 unmündige Waisen. 1681: 26 Hausgesesse, 2 Ausschuss.
- 1776: 2 Schmiede, 1 Wagner, 1 Schreiner, 2 Maurer, 1 Küfer, 1 Schneider, 3 Müller, 1 Krämer, 4 Leineweber, die aber Ackerleute sind.
- 1776: 48 Wohnhäuser mit 242 Einwohnern.
- 1834: 362, 1885: 388 Einwohner.
- 1838 (Familien): 36 Ackerbau, 14 Gewerbe, 24 Tagelöhner.
- 1861: 374 evangelisch-reformierte Einwohner.
- 1885: 388, davon 388 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1925: 355, 1939: 358, 1950: 537, 1961: 374 Einwohner.
- 1961 (Erwerbspersonen): 122 Land- und Forstwirtschaft, 65 produzierendes Gewerbe, 10 Handel und Verkehr, 9 Dienstleistungen und Sonstiges.
- 1961: 374, davon 335 evangelisch (= 89.57 %), 35 katholisch (= 9.36 %)
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1366 und später: Gericht (Amt) Oberaula (ziegenhainischer Anteil)
- 1807-1813: Königreich Westfalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Oberaula
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Grafschaft Ziegenhain, Amt Oberaula
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Ziegenhain
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Ziegenhain
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Ziegenhain
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Ziegenhain
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Ziegenhain
- 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis
Altkreis
Ziegenhain
Gemeindeentwicklung
Am 1.4.1972 mit anderen Gemeinden zur neu gebildeten Gemeinde Ottrau zusammengeschlossen, deren Ortsteil Schorbach seitdem ist.
Gericht
- 1822: Justizamt Oberaula.
- Seit 1867: Amtsgericht Oberaula.
- 1879: Amtsgericht Oberaula
- Seit 1945: Amtsgericht Neukirchen.
Besitz
Ortsadel
1313-1356; 1441 waren die von Schorbach ausgestorben (Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 432).
Kirche und Religion
Pfarrzugehörigkeit
1465: nach Oberaula, 1569 und später: nach (Ottrau-)Neukirchen eingepfarrt.
Bekenntniswechsel
Da Filial von Neukirchen, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Neukirchener Pfarrer Albert Dörbecker ab 1527. Reformierter Bekenntniswechsel: 1605
Kultur
Schulen
1910 einklassige Volksschule
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Wirtschaft
Mühlen
1776 befindet sich im Ort die sogenannte Dorfmühle, die damals über 1 oberschlächtigen Mahlgang verfügte und landesherrliches Lehen war.
In diesem Jahr sind für Schorbach 3 Müller verzeichnet (vgl. Einwohnerstatistik).
Nachweise
Literatur
- Landau, Beschreibung des Hessengaues, S. 132
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 432
- Historisches Ortslexikon Ziegenhain, S. 183 f.
- Classen, Kirchliche Organisation, S. 222
Siehe auch
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Orte
Personen
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Schorbach, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/4743_schorbach> (aufgerufen am 08.05.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/4743