Richerode

Die Lage von Richerode im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Hof
Lagebezug
20,2 km südwestlich von Fritzlar.
Lage und Verkehrslage
1,7 km nordwestlich von Hundshausen.
Ersterwähnung
1123
Siedlungsentwicklung
Das Hofgut Richerode ist seit 1901 eine Einrichtung der Diakonie für Menschen mit Einschränkungen. Es gehört zum Hephata Hessischen Diakoniezentrums e. V. und wird als Hofgut für Soziale und Biologische Landwirtschaft betrieben.
Hephata Hessischen Diakoniezentrums e. V. werden u.a. drei landwirtschaftliche Betriebe nach ökologischen Richtlinien bewir
Historische Namensformen
- Rikkardingerodhe (1123) [Fälschung um 1200] (Mainzer Urkundenbuch 1 Nr. 509)
- Rucherod, de (1193)
- Richelerade, de (1294)
- Rucherodde, zu (1359)
- Rucherade, zcu (1379)
- Rucherodt (1390)
- Ruckenrode, zu (1448)
- Ruckerade (1477)
- Ruchennrode, zcu (1501)
- Ruchinrode, zu (1522)
- Rochenrode, zu (1523)
- Ruckerode, zu (1537)
- Ruchenrodt (1570)
- Reuchenrod (1584)
- Reucherodt (1585)
- Rückerode, zu (1612)
- Rucheroda, Wüste Reucheroda (1613)
- Reicherodt (1656)
Bezeichnung der Siedlung
- 1123: villa (Fälschung).
- 1466: Vorwerk.
- 1570: Gehölz.
- 1585: Wüstung.
- 1747: Schweizerei
- Im Amtlichen Verzeichnis der Gemeinden von Hessen aus dem Jahre 1961 als Wohnplatz genannt.
Älteste Gemarkungskarte
1771/1775
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3508287, 5649549
UTM: 32 U 508210 5647729
WGS84: 50.981095° N, 9.116948° O
Statistik
Ortskennziffer
63401003003
Flächennutzungsstatistik
- 1782 (Kasseler Acker): 130 Land, 98 Wiesen, 17 Wald, 119 Triesche.
Einwohnerstatistik
- 1585: wüst.
- 1687: 3 Häuser.
- 1725: 7 Häuser.
- 1828: 10 Einwohner, 1 Haus.
- 1920: 6 Personen, 3 Pfleglinge.
- 1930: 5 Personen, ca. 10 Pfleglinge.
- 1940: 6 Personen, ca. 12 Pfleglinge.
- 1950: 19 Personen, 35 Pfleglinge, 15 Flüchtlinge.
- 1960: 20 Personen, 50 Pfleglinge.
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- Vgl. ab 1742 Hundshausen:
- 1742: Amt Borken, Gericht Jesberg
- 1747: Gericht an Prinz Maximilian von Hessen
- 1758: Heimfall an Hessen
- 1807: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton und Friedensgericht Jesberg
- 1814: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Borken
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Fritzlar
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fritzlar
- 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
- 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis
Altkreis
Fritzlar-Homberg
Gericht
- 1821: Justizamt Jesberg
- 1867: Amtsgericht Jesberg
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- 1123: Erzbischof Adalbert I. von Mainz bestätigt Kloster Bursfelde Güter unter anderem zu Richerode, die es vom Magdeburger Domherrn Adolig kaufte (Fälschung).
- 1359: Bei einer Erbteilung der von Trugelnrode fallen dem Pfarrer von Geismar Güter in Richerode zu.
- 1379: Die von Trugelnrode verkaufen eine Gülte aus ihren Gütern zu Richerode.
- 1390: Rule von Trugelnrode verkauft alles, was er zu Richerode hat, einschließlich des Zehnten, an Lotz von Linsingen.
- 1449: Kurt von Linsingen verkauft ein halbes Gut zu Richerode.
- 1466: Johann von Löwenstein-Westerburg verkauft sein Gut und Vorwerk zu Richerode.
- 1501 und noch 1540: Die von Linsingen verkaufen und versetzen aus ihren Anteilen an Richerode.
- 1583: Amt Jesberg kommt von Mainz an Hessen.
- 1586-1696: Die von Linsingen mit Richerode belehnt; folgend bis 1752 Prinz Maximilian von Hessen.
- 1768: Staatsgut.
- 1827-42: Erbpacht durch Adam Schmidt,
- 1842-57: Daniel Schmidt,
- 1857-78: Friedrich Schmidt,
- 1878-85: Ökonomierat Wilhelm Ritscher.
- 1885: Besitz des Prinzen von Hanau, der es durch Pächter bewirtschaften lässt.
- 1918: Besitz der Anstalten Hephata;
- 1968 aufgelöst und verpachtet an Diplom-Landwirt Georg Metz-Zennern, Pfleglinge seitdem mit Industrie-Arbeit (Werk Richerode) beschäftigt.
Zehntverhältnisse
1390: Rule von Trugelnrode verkauft alles, was er zu Richerode hat, einschließlich des Zehnten, an Lotz von Linsingen.
1444: Lotz von Linsingen verkauft eine Gülte aus seinem Zehnten zu Richerode.
1448: Stift Fritzlar belehnt von Linsingen mit halbem Zehnten zu Richerode; folgend Belehnungen bis 1691.
Ortsadel
1193-1294.
Kirche und Religion
Ortskirchen
- 1585: Kirchhofwiese.
Patronat
1780 und später: eingepfarrt nach Jesberg.
Wirtschaft
1503 Vorwerk;
1747 Schweizerei
Nachweise
Literatur
- Historisches Ortslexikon Fritzlar-Homberg, S. 250 f.
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 386.
- O. Meyer, 1000 Jahre Hundshausen 969-1969 (1969) S. 22.
- Festschrift Bürgerhaus Jesberg (1974) S. 61.
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
Personen
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Richerode, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/4205_richerode> (aufgerufen am 12.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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