Richerode

Hof · 268 m über NN  
Gemarkung
Hundshausen
Gemeinde
Jesberg
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Siedlung

Ortstyp

Hof

Lagebezug

20,2 km südwestlich von Fritzlar.

Lage und Verkehrslage

1,7 km nordwestlich von Hundshausen.

Ersterwähnung

1123

Siedlungsentwicklung

Das Hofgut Richerode ist seit 1901 eine Einrichtung der Diakonie für Menschen mit Einschränkungen. Es gehört zum Hephata Hessischen Diakoniezentrums e. V. und wird als Hofgut für Soziale und Biologische Landwirtschaft betrieben.
Hephata Hessischen Diakoniezentrums e. V. werden u.a. drei landwirtschaftliche Betriebe nach ökologischen Richtlinien bewir

Historische Namensformen

  • Rikkardingerodhe (1123) [Fälschung um 1200] (Mainzer Urkundenbuch 1 Nr. 509)
  • Rucherod, de (1193)
  • Richelerade, de (1294)
  • Rucherodde, zu (1359)
  • Rucherade, zcu (1379)
  • Rucherodt (1390)
  • Ruckenrode, zu (1448)
  • Ruckerade (1477)
  • Ruchennrode, zcu (1501)
  • Ruchinrode, zu (1522)
  • Rochenrode, zu (1523)
  • Ruckerode, zu (1537)
  • Ruchenrodt (1570)
  • Reuchenrod (1584)
  • Reucherodt (1585)
  • Rückerode, zu (1612)
  • Rucheroda, Wüste Reucheroda (1613)
  • Reicherodt (1656)

Bezeichnung der Siedlung

  • 1123: villa (Fälschung).
  • 1466: Vorwerk.
  • 1570: Gehölz.
  • 1585: Wüstung.
  • 1747: Schweizerei
  • Im Amtlichen Verzeichnis der Gemeinden von Hessen aus dem Jahre 1961 als Wohnplatz genannt.

Älteste Gemarkungskarte

1771/1775

Koordinaten

Gauß-Krüger: 3508287, 5649549
UTM: 32 U 508210 5647729
WGS84: 50.981095° N, 9.116948° O

Statistik

Ortskennziffer

63401003003

Flächennutzungsstatistik

  • 1782 (Kasseler Acker): 130 Land, 98 Wiesen, 17 Wald, 119 Triesche.

Einwohnerstatistik

  • 1585: wüst.
  • 1687: 3 Häuser.
  • 1725: 7 Häuser.
  • 1828: 10 Einwohner, 1 Haus.
  • 1920: 6 Personen, 3 Pfleglinge.
  • 1930: 5 Personen, ca. 10 Pfleglinge.
  • 1940: 6 Personen, ca. 12 Pfleglinge.
  • 1950: 19 Personen, 35 Pfleglinge, 15 Flüchtlinge.
  • 1960: 20 Personen, 50 Pfleglinge.

Verfassung

Verwaltungsbezirk

  • Vgl. ab 1742 Hundshausen:
  • 1742: Amt Borken, Gericht Jesberg
  • 1747: Gericht an Prinz Maximilian von Hessen
  • 1758: Heimfall an Hessen
  • 1807: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton und Friedensgericht Jesberg
  • 1814: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Borken
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Fritzlar
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fritzlar
  • 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis

Altkreis

Fritzlar-Homberg

Gericht

  • 1821: Justizamt Jesberg
  • 1867: Amtsgericht Jesberg

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer

  • 1123: Erzbischof Adalbert I. von Mainz bestätigt Kloster Bursfelde Güter unter anderem zu Richerode, die es vom Magdeburger Domherrn Adolig kaufte (Fälschung).
  • 1359: Bei einer Erbteilung der von Trugelnrode fallen dem Pfarrer von Geismar Güter in Richerode zu.
  • 1379: Die von Trugelnrode verkaufen eine Gülte aus ihren Gütern zu Richerode.
  • 1390: Rule von Trugelnrode verkauft alles, was er zu Richerode hat, einschließlich des Zehnten, an Lotz von Linsingen.
  • 1449: Kurt von Linsingen verkauft ein halbes Gut zu Richerode.
  • 1466: Johann von Löwenstein-Westerburg verkauft sein Gut und Vorwerk zu Richerode.
  • 1501 und noch 1540: Die von Linsingen verkaufen und versetzen aus ihren Anteilen an Richerode.
  • 1583: Amt Jesberg kommt von Mainz an Hessen.
  • 1586-1696: Die von Linsingen mit Richerode belehnt; folgend bis 1752 Prinz Maximilian von Hessen.
  • 1768: Staatsgut.
  • 1827-42: Erbpacht durch Adam Schmidt,
  • 1842-57: Daniel Schmidt,
  • 1857-78: Friedrich Schmidt,
  • 1878-85: Ökonomierat Wilhelm Ritscher.
  • 1885: Besitz des Prinzen von Hanau, der es durch Pächter bewirtschaften lässt.
  • 1918: Besitz der Anstalten Hephata;
  • 1968 aufgelöst und verpachtet an Diplom-Landwirt Georg Metz-Zennern, Pfleglinge seitdem mit Industrie-Arbeit (Werk Richerode) beschäftigt.

Zehntverhältnisse

1390: Rule von Trugelnrode verkauft alles, was er zu Richerode hat, einschließlich des Zehnten, an Lotz von Linsingen.
1444: Lotz von Linsingen verkauft eine Gülte aus seinem Zehnten zu Richerode.
1448: Stift Fritzlar belehnt von Linsingen mit halbem Zehnten zu Richerode; folgend Belehnungen bis 1691.

Ortsadel

1193-1294.

Kirche und Religion

Ortskirchen

  • 1585: Kirchhofwiese.

Patronat

1780 und später: eingepfarrt nach Jesberg.

Wirtschaft

1503 Vorwerk;
1747 Schweizerei

Nachweise

Literatur

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Richerode, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/4205_richerode> (aufgerufen am 12.06.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/4205