Neuenhain

Die Lage von Neuenhain im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
10,8 km südwestlich von Homberg (Efze).
Lage und Verkehrslage
Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss auf flachem, von mehreren Bächen durchflossenen Hang an der Straße Todenhausen - Zimmersrode. Im Westen, an der Abzweigung nach Dorheim, Gutshof.
An der Straße Todenhausen - Zimmersrode, von der im Westen eine Abzweigung nach Dorheim abgeht.
Ersterwähnung
1149
Historische Namensformen
- Niuheim (1149) [Stumpf, Acta Mog. Nr. 41]
- Nuwen-Nuenhagin (um 1250) [1. Hälfte XIV]
- Nuwenhagen (1302)
- Nuwinhain, tzu (1357)
- Nuwenheyn, vor (1494)
- Newenhayn (1511)
- Nwenhain (1530)
- Neuen Hein um (1570)
- Neuenhain (1575/85)
Bezeichnung der Siedlung
- 1149: villa
- 1566: Dorfschaft
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
- Wüstung Ulmes,
- Wüstung Walberod.
Umlegung der Flur
1886
Älteste Gemarkungskarte
1771
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3518850, 5650320
UTM: 32 U 518768 5648500
WGS84: 50.987777° N, 9.267401° O
Statistik
Ortskennziffer
634016040
Flächennutzungsstatistik
- 1742 (Kasseler Acker): 760 Land, 317 Wiesen.
- 1885 (Hektar): 771, davon 357 Acker (= 46.30 %), 160 Wiesen (= 20.75 %), 203 Holzungen (= 26.33 %)
- 1961 (Hektar): 765, davon 221 Wald (= 28.89 %)
Einwohnerstatistik
- 1575/85: 54 Hausgesesse.
- 1724: 107 Personen. 1742: 48 Häuser. 1775: 317 Einwohner.
- 1834: 485, 1885: 381 Einwohner.
- 1861: 473 evangelisch-reformierte, 1 römisch-katholischer, 18 jüdische Einwohner.
- 1885: 381, davon 373 evangelisch (= 97.90 %), 1 katholisch (= 0.26 %), 7 Juden (= 1.84 %)
- 1925: 373, 1939: 372, 1950: 489, 1961: 367 Einwohner.
- 1961 (Erwerbspersonen): 122 Land- und Forstwirtschaft, 63 Produzierendes Gewerbe, 14 Handel und Verkehr, 9 Dienstleistungen und Sonstiges.
- 1961: 367, davon 347 evangelisch (= 94.55 %), 20 katholisch (= 5.45 %)
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1546: Waldecker Vogtei
- 1575/85: Amt Borken, niederes und peinliches Gericht Hessen
- 1742: Amt Borken, Gericht von Dalwigk
- 1807: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Borken
- 1814: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Borken
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Homberg
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fritzlar
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Homberg
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Homberg
- 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
- 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis
Altkreis
Fritzlar-Homberg
Gemeindeentwicklung
Am 31.12.1971 erfolgte der Zusammenschluss mehrerer Gemeinden zur neu gebildeten Gemeinde Neuental, deren Ortsteil Neuenhain wurde.
Gericht
- 1575/85: Amt Borken, niederes und peinliches Gericht Hessen.
- 1742: Amt Borken, Gericht von Dalwigk.
- 1807: Friedensgericht Borken.
- 1822: Landgericht Homberg
- 1832: Justizamt Borken
- 1867: Amtsgericht Borken
- 1968: Amtsgericht Fritzlar (Zweigstelle Borken)
- 1970: Amtsgericht Fritzlar
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- Um 1250: Stift St. Stephan-Mainz hat beneficia silvestra und Zehnte zu Neuenhain.
- 1302: Die Bauern zu Neuenhain geben dem Graf von Waldeck von einzelnen Lehnsgutern Jahrgülten.
- 1494: Die von Löwenstein verkaufen einem Fritzlarer Bürger eine Wiese vor Neuenhain.
- 1511: Die von Dalwigk verschreiben Pfand aus Neuenhain.
- 1597: von Dalwigk`scher Adelssitz mit Gut, 3 Güter der Obristin von Caßpach und ein Bauerngut zu Neuenhain genannt.
- 1878: von Dalwigk`scher Adelssitz zu Neuenhain brennt ab; bestehendes Wohnhaus und Gutshof an gleicher Stelle errichtet.
Zehntverhältnisse
1149: Erzbischof Heinrich I. von Mainz schlichtet Streit zwischen Kloster Hasungen und Stift Fritzlar dergestalt, dass das Kloster den Zehnten aus dem Wald, das Stift aus dem Dorf Neuenhain haben soll.
Um 1250: Stift St. Stephan-Mainz hat beneficia silvestra und Zehnte zu Neuenhain.
Ortsadel
1330
Kirche und Religion
Pfarrzugehörigkeit
1572 und später: Neuenhain Filiale von Dillich.
1780: eingepfarrt Stolzenbach (Filiale von Dillich).
Bekenntniswechsel
Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.
Juden
1835: 13, 1861: 18 Juden.
Flurname Judenhecke im Süden der Gemarkung.
Kultur
Schulen
1733: Schulmeister; 1910 einklassige Volksschule
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Nachweise
Literatur
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
Personen
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Neuenhain, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/4167_neuenhain> (aufgerufen am 07.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/4167