Neuenhain

Dorf · 210 m über NN  
Gemeinde
Neuental
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Siedlung

Ortstyp

Dorf

Lagebezug

10,8 km südwestlich von Homberg (Efze).

Lage und Verkehrslage

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss auf flachem, von mehreren Bächen durchflossenen Hang an der Straße Todenhausen - Zimmersrode. Im Westen, an der Abzweigung nach Dorheim, Gutshof.
An der Straße Todenhausen - Zimmersrode, von der im Westen eine Abzweigung nach Dorheim abgeht.

Ersterwähnung

1149

Historische Namensformen

  • Niuheim (1149) [Stumpf, Acta Mog. Nr. 41]
  • Nuwen-Nuenhagin (um 1250) [1. Hälfte XIV]
  • Nuwenhagen (1302)
  • Nuwinhain, tzu (1357)
  • Nuwenheyn, vor (1494)
  • Newenhayn (1511)
  • Nwenhain (1530)
  • Neuen Hein um (1570)
  • Neuenhain (1575/85)

Bezeichnung der Siedlung

  • 1149: villa
  • 1566: Dorfschaft

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung

  • Wüstung Ulmes,
  • Wüstung Walberod.

Umlegung der Flur

1886

Älteste Gemarkungskarte

1771

Koordinaten

Gauß-Krüger: 3518850, 5650320
UTM: 32 U 518768 5648500
WGS84: 50.987777° N, 9.267401° O

Statistik

Ortskennziffer

634016040

Flächennutzungsstatistik

  • 1742 (Kasseler Acker): 760 Land, 317 Wiesen.
  • 1885 (Hektar): 771, davon 357 Acker (= 46.30 %), 160 Wiesen (= 20.75 %), 203 Holzungen (= 26.33 %)
  • 1961 (Hektar): 765, davon 221 Wald (= 28.89 %)

Einwohnerstatistik

  • 1575/85: 54 Hausgesesse.
  • 1724: 107 Personen. 1742: 48 Häuser. 1775: 317 Einwohner.
  • 1834: 485, 1885: 381 Einwohner.
  • 1861: 473 evangelisch-reformierte, 1 römisch-katholischer, 18 jüdische Einwohner.
  • 1885: 381, davon 373 evangelisch (= 97.90 %), 1 katholisch (= 0.26 %), 7 Juden (= 1.84 %)
  • 1925: 373, 1939: 372, 1950: 489, 1961: 367 Einwohner.
  • 1961 (Erwerbspersonen): 122 Land- und Forstwirtschaft, 63 Produzierendes Gewerbe, 14 Handel und Verkehr, 9 Dienstleistungen und Sonstiges.
  • 1961: 367, davon 347 evangelisch (= 94.55 %), 20 katholisch (= 5.45 %)

Diagramme

Verfassung

Verwaltungsbezirk

  • 1546: Waldecker Vogtei
  • 1575/85: Amt Borken, niederes und peinliches Gericht Hessen
  • 1742: Amt Borken, Gericht von Dalwigk
  • 1807: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Borken
  • 1814: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Borken
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Homberg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fritzlar
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Homberg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Homberg
  • 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis

Altkreis

Fritzlar-Homberg

Gemeindeentwicklung

Am 31.12.1971 erfolgte der Zusammenschluss mehrerer Gemeinden zur neu gebildeten Gemeinde Neuental, deren Ortsteil Neuenhain wurde.

Gericht

  • 1575/85: Amt Borken, niederes und peinliches Gericht Hessen.
  • 1742: Amt Borken, Gericht von Dalwigk.
  • 1807: Friedensgericht Borken.
  • 1822: Landgericht Homberg
  • 1832: Justizamt Borken
  • 1867: Amtsgericht Borken
  • 1968: Amtsgericht Fritzlar (Zweigstelle Borken)
  • 1970: Amtsgericht Fritzlar

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer

  • Um 1250: Stift St. Stephan-Mainz hat beneficia silvestra und Zehnte zu Neuenhain.
  • 1302: Die Bauern zu Neuenhain geben dem Graf von Waldeck von einzelnen Lehnsgutern Jahrgülten.
  • 1494: Die von Löwenstein verkaufen einem Fritzlarer Bürger eine Wiese vor Neuenhain.
  • 1511: Die von Dalwigk verschreiben Pfand aus Neuenhain.
  • 1597: von Dalwigk`scher Adelssitz mit Gut, 3 Güter der Obristin von Caßpach und ein Bauerngut zu Neuenhain genannt.
  • 1878: von Dalwigk`scher Adelssitz zu Neuenhain brennt ab; bestehendes Wohnhaus und Gutshof an gleicher Stelle errichtet.

Zehntverhältnisse

1149: Erzbischof Heinrich I. von Mainz schlichtet Streit zwischen Kloster Hasungen und Stift Fritzlar dergestalt, dass das Kloster den Zehnten aus dem Wald, das Stift aus dem Dorf Neuenhain haben soll.
Um 1250: Stift St. Stephan-Mainz hat beneficia silvestra und Zehnte zu Neuenhain.

Ortsadel

1330

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit

1572 und später: Neuenhain Filiale von Dillich.
1780: eingepfarrt Stolzenbach (Filiale von Dillich).

Bekenntniswechsel

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Juden

1835: 13, 1861: 18 Juden.
Flurname Judenhecke im Süden der Gemarkung.

Kultur

Schulen

1733: Schulmeister; 1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Neuenhain, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/4167_neuenhain> (aufgerufen am 07.06.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/4167