Kalkobes

Die Lage von Kalkobes im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
2 km nordwestlich der Altstadt von Bad Hersfeld
Lage und Verkehrslage
Straßendorf mit geringer Siedlungsdichte im Tal der Geis auf der nördlichen Seite der B 324 (Homberger Straße) entlang Richtung Bad Hersfeld. Im Einmündungsbereich des von Norden heranführenden Hohlweges kleine Verdichtung und, von dort ansteigend, kleinteiliges Quartier Am Berg und in der Mittel- und Brunnengasse
Ersterwähnung
1180-1200
Historische Namensformen
- Calchoben, in (1180-1200) [HStAM, Urk. 56, 2346]
- Kalgobins, in (1339) [HStAM Best. Urk. 57 Nr. 162]
- Calcovens (zwischen 1343 und 1364) [HStAM Bestand Urk. 56 Nr. 681; A. Herbst, Hersfelder Zinsenverzeichnis des 14. Jahrhunderts]
- Kalligobnis, in deme (1424) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 864]
- Kalgobin, zcu dem (1429) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 902]
- Oberkalkobensgut (1496) [StadtA HEF, A1, 278]
- Kalkobes, zum (1529) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 1429]
- Oberkalkobes (1611) [Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 268]
- Kalckoben (1612) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 2055]
- Kalckobes (1673) [Ziegler, Reichsabtei Hersfeld, S. 255-267, Nr. 30, hier S. 260-261]
- Kalckobes (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 16,1]
Bezeichnung der Siedlung
- Dorf (1529)
Umlegung der Flur
1892
Älteste Gemarkungskarte
1780
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3548684, 5638511
UTM: 32 U 548590 5636695
WGS84: 50.879886° N, 9.690693° O
Statistik
Ortskennziffer
63200203011
Einwohnerstatistik
- um 1610: 12 Hausgesesse
- 1628: 12 Hausgesesse
- 1673: 8 Haushaltungen
- 1747: 19 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1400: Reichsabtei Hersfeld, Dechanaigericht bzw. Amt Hersfeld
- 1612: Reichsabtei Hersfeld, Dechanaigericht bzw. Amt Hersfeld
- 1651: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Dechaneigericht bzw. Amt Hersfeld
- 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt oder Dechaneigericht Hersfeld
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Stadt und Amt Hersfeld
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Stadt und Amt Hersfeld
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Hersfeld
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Hersfeld
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
- 1918: Stadt Hersfeld
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
Altkreis
Hersfeld
Gemeindeentwicklung
Zum 01.07.1918 Eingemeindung in die Stadt Hersfeld.
Gericht
- vor 1822: Amt Hersfeld
- 1822: Landgericht Hersfeld
- 1850: Justizamt Hersfeld II
- 1867: Amtsgericht Hersfeld
- 1879: Amtsgericht Bad Hersfeld
Herrschaft
Hersfeld, Kloster (1180-1200) verleiht Abt Siegfried von Hersfeld den Haferzins in Kalkobes an den Burggrafen Ludwig. Abt Ludwig von Hersfeld bekennt 1339, dass Propst Ludwig von Altenbur zu St. Petersberg dem Konvent daselbst jährliche Einkünfte von 4 Hellern, 12 Schilling Heller und 4 Hühner u.a. aus dem Gut des Johannes Wissenbach in Kalkobes verkauft hat. Mitte des 14. Jahrhunderts werden Einkünfte der Reichsabtei Hersfeld in Kalkobes genannt.- Bis zur Auflösung des Stifts Hersfeld und seinem endgültigen Übergang an die Landgrafschaft Hessen 1651 ist das Dorf formal in hersfeldischem Besitz, der als Pacht ausgeben wird. Seit dem 14. Jahrhundert muss sich die Reichsabtei jedoch gegen stetig zunehmende Einflussnahme der Landgrafen von Hessen behaupten. Die Gerichtsbarkeit ist - abgesehen von einer zeitweisen Eingliederung in die Benediktinerpropstei Petersberg (1556-71 bis 1612) - bis zum Ende der Stiftszeit dem Dechanaigericht zugeordnet.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- 1424 verkaufen Johann und Elisabeth Hensel ihre Eigentumsrechte in Kalkobes an Johann (Hans) Sedeler, Bürger von Hersfeld
Kirche und Religion
Pfarrzugehörigkeit
1780 zu Hersfeld, seit 1956 ev. Kirchengemeinde Matthäuskirche am Geistalweg (Kirchbau 1961)
Bekenntniswechsel
Einführung der Reformation vermutlich Mitte des 16. Jahrhunderts.
Kultur
Schulen
1836 aus dem Schulverband mit Allmershausen und Heenes ausgeschieden
1910 Volksschule mit zwei Klassen
1914 Neubau
Nachweise
Literatur
- Denkmaltopographie Landkreis Hersfeld-Rotenburg 3, Stadt Bad Hersfeld, S. 377-382
- Ziegler, Reichsabtei Hersfeld, S. 316 (Register)
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 268
- Classen, Kirchliche Organisation, S. 224
Siehe auch
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Orte
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Kalkobes, Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/3342_kalkobes> (aufgerufen am 29.10.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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