Schletzenrod

Dorf · 320 m über NN  
Gemeinde
Haunetal
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Siedlung

Ortstyp

Dorf

Lagebezug

14 km südwestlich von Bad Hersfeld

Lage und Verkehrslage

Kleines geschlossenes Dorf im Haunetal mit einfachem, regellosem Grundriss und lockerer Gehöftanordnung. Durch den Ort führt als Hauptachse die L 3471 (Fuldaer Straße) von Wehrda über Wetzlos zur Fulda. In Schletzenrod geht von ihr eine Verbindungsstraße Richtung Nordosten nach Rhina ab. Im Südwesten der Gemarkung verläuft die A 7.

Ersterwähnung

um 1100-1160

Siedlungsentwicklung

Um 1500 war das Dorf Schletzenrod vorübergehend wüst.

Historische Namensformen

Bezeichnung der Siedlung

  • dorffe (1374)
  • Wüstung (1500/1501)
  • Dorf (1507)

Umlegung der Flur

1958

Älteste Gemarkungskarte

1854

Koordinaten

Gauß-Krüger: 3545172, 5624551
UTM: 32 U 545080 5622741
WGS84: 50.754689° N, 9.639078° O

Statistik

Ortskennziffer

632008110

Flächennutzungsstatistik

  • 1885 (Hektar): 107, davon 89 Acker (= 83.18 %), 13 Wiesen (= 12.15 %), 3 Holzungen (= 2.80 %)
  • 1961 (Hektar): 107, davon 15 Wald (= 14.02 %)

Einwohnerstatistik

  • 1557: 7 steuerpflichtige Güter und 3 Personen Dienstpersonal
  • 1569: 8 steuerpflichtige Güter und 1 Person Dienstpersonal
  • 1835: 96 evangelische, 4 katholische Einwohner, 12 Häuser
  • 1885: 95, davon 91 evangelisch (= 95.79 %), 4 katholisch (= 4.21 %)
  • 1961: 89, davon 77 evangelisch (= 86.52 %), 12 katholisch (= 13.48 %)
  • 1970: 75

Diagramme

Verfassung

Verwaltungsbezirk

  • 1485: Fürstentum Fulda, Ritterschaftliches Patrimonialgericht Wehrda (Herren von Trümbach)
  • 1557: Fürstentum Fulda, Ritterschaftliches Patrimonialgericht Wehrda (Herren von Trümbach)
  • 1787: Fürstentum Fulda, Ritterschaftliches Patrimonialgericht Wehrda (Herren von Trümbach 2/3 und von Heringen 1/3)
  • 1803-1806: Fürstentum Nassau-Oranien-Fulda, Fürstentum Fulda, Cent Neukirchen
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Holzheim
  • 1816: Kurfürstentum Hessen, Großherzogtum Fulda, Amt Burghaun
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hünfeld
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fulda
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hünfeld
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hünfeld
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hünfeld
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hünfeld
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis

Hünfeld

Gemeindeentwicklung

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der Gemeinde Haunetal eingegliedert.

Gericht

  • 1822: Justizamt Burghaun
  • 1867: Amtsgericht Burghaun
  • 1932: Amtsgericht Hünfeld

Herrschaft

  • Fulda, Kloster PetersbergUm 1100-1160 wird Schletzenrod in einem Güterverzeichnis der Fuldaer Propstei Petersberg genannt.
  • Haune, Adlige1374 versetzen Ritter Simon von Haun und seine Frau Else ihr Gut und Vorwerk in dem Dorf Schletzenrod an Gottschalk von Buchenau und seine Frau Irmel.
  • 1485 belehnt Abt Johann von Fulda Albrecht von Trümbach mit der Burg Alt-Wehrda, einer freien Schäferei und einer Mühle in Rhina, der Klebsmühle und weiteren im Einzelnen aufgeführten Lehen, darunter Schletzenrod.
  • 1500 verkaufen Jörg von Haune und sein Sohn Philipp Besitzungen an den Abt von Fulda. In dieser Zeit wird das wüste Dorf Schletzenrod zum Schloss Haune gerechnet. Nach Streitigkeiten um die Zugehörigkeit wird 1503 und 1507 Albrecht von Trümbach mit einer Hälfte der Wüstung belehnt und erwirbt den Haunischen Teil. Die weitere Entwicklung bis zum Ende des Alten Reiches ist eng mit der Herrschaft bzw. dem Gericht Wehrda der Herren von Trümbach verknüpft, zu der bzw. dem Schletzenrod gehört.

Kirche und Religion

Ortskirchen

  • Die ehemalige Kirche befand sich rund 150 m südwestlich oberhalb des Ortes dicht nördlich einer flachen Talmulde (5223: 3545010 / 5624490). Westlich davon Flurbezeichnung "Über der alten Kirche"

Pfarrzugehörigkeit

Nach der Wüstwerdung des Ortes um 1500 wurde der Sitz möglicherweise nach Rhina verlegt, die ihn wiederum 1570 nach Wehrda verlegten. 1872 und 1994 nach Wehrda eingepfarrt

Patronat

Aus dem Mittelalter sind hierzu keine Quellen vorhanden. Möglicherweise waren es die Herren von Trümbach.

Bekenntniswechsel

Einführung der Reformation vermutlich um 1530.

Kirchliche Mittelbehörden

1464/65: Bistum Würzburg, Archidiakonat Geisa-Mellrichstadt-Coburg, Landkapitel Geisa

Kultur

Schulen

Schule seit 1824 vorhanden

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)

Historische Ereignisse

1232 fand die Heilung eines Blinden aus Schletzenrod am Elisabeth-Grab in Marburg statt.

Nachweise

Literatur

Weblinks

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Schletzenrod, Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/3334_schletzenrod> (aufgerufen am 29.10.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/3334