Odensachsen

Dorf · 220 m über NN  
Gemeinde
Haunetal
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Siedlung

Ortstyp

Dorf

Lagebezug

8 km südlich von Bad Hersfeld

Lage und Verkehrslage

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss und lockerer Gehöftanordnung am rechten Ufer einer Hauneschleife. Kirche mit ummauertem Kirchhof in zentraler erhöhter Lage. Durch den Ort führt als Hauptachse die Talstraße (K 26), die am Nordostrand scharf abknickend auf die im Südosten an der Dorfgemarkung vorbeiführende B 27 stößt. Im Nordwesten verläuft die Eisenbahnlinie Bebra – Hanau – Frankfurt am Main ("Bebraer Bahn";"Bebra-Hanauer-Bahn") (Inbetriebnahme der Strecke 1.10.1866).

Ersterwähnung

1003

Historische Namensformen

Bezeichnung der Siedlung

  • villa (1003, 1293)
  • villa et terminis ville (1336)
  • Dorf (1486)

Umlegung der Flur

1925/26

Älteste Gemarkungskarte

1857

Koordinaten

Gauß-Krüger: 3550586, 5629447
UTM: 32 U 550492 5627635
WGS84: 50.798251° N, 9.716466° O

Statistik

Ortskennziffer

632008090

Flächennutzungsstatistik

  • 1885 (Hektar): 366, davon 170 Acker (= 46.45 %), 54 Wiesen (= 14.75 %), 118 Holzungen (= 32.24 %)
  • 1961 (Hektar): 367, davon 116 Wald (= 31.61 %)

Einwohnerstatistik

  • 1557: 24 steuerpflichtige Güter und 7 Personen Dienstpersonal
  • 1566: 28 steuerpflichtige Güter und 2 Personen Dienstpersonal
  • 1569: 27 steuerpflichtige Güter und 3 Personen Dienstpersonal
  • 1630: 24 Haushaltungen
  • 1683: 23 Höfe
  • 1789: 12 Bauern, 14 Hüttner, 5 Beisassen
  • 1812: 27 Feuerstellen, 350 Seelen
  • 1835: 221 evangelische Einwohner, 31 Häuser
  • 1885: 185, davon 185 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961: 162, davon 150 evangelisch (= 92.59 %), 12 katholisch (= 7.41 %)
  • 1970: 163

Diagramme

Verfassung

Verwaltungsbezirk

  • 1486: Fürstabtei Fulda, Gericht Neukirchen
  • 1569: Fürstabtei Fulda, Gericht Neukirchen
  • 1683: Fürstabtei Fulda, Gericht Neukirchen
  • 1787: Fürstabtei Fulda, Oberamt Fürsteneck, Gericht Neukirchen
  • 1803-1806: Fürstentum Nassau-Oranien-Fulda, Fürstentum Fulda, Amt Eiterfeld, Gericht Neukirchen
  • 1806-1810: Kaiserreich Frankreich, Fürstentum Fulda (Militärverwaltung)
  • 1810-1813: Großherzogtum Frankfurt, Departement Fulda, Distrikt Eiterfeld
  • 1816: Kurfürstentum Hessen, Großherzogtum Fulda, Amt Eiterfeld
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hünfeld
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fulda
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hünfeld
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hünfeld
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hünfeld
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hünfeld
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis

Hünfeld

Gemeindeentwicklung

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der Gemeinde Haunetal eingegliedert.

Gericht

  • 1822: Justizamt Eiterfeld
  • 1867: Amtsgericht Eiterfeld
  • 1945: Amtsgericht Hünfeld

Herrschaft

  • Fulda, Kloster Buchenau, Adlige Frauenberg/Fulda, Kloster
  • In der Wildbannschenkungsurkunde König Heinrichs II. für die Abtei Hersfeld von 1003, durch die der Forst Eherinevirst seiner Ausdehnung nach bestimmt wird, sind als Fixpunkte der Terminatio u.a. die Orte Odensachsen, Rhina und Mengshausen angegeben. König Heinrich IV. bestätigt dies 1070.
  • Der Ort befindet sich in Grenzlage zwischen den Abteien Fulda und Hersfeld, in dem sich lokaler Adel, zunächst die von Buchenau, zu behaupten wussten. 1250 bestätigt Abt Heinrich von Fulda den Dechanten und den Konvent der Abtei Fulda, dass Propst Gerlach von Frauenberg seiner Kirche im Einzelnen aufgeführte Güter übertragen hat, darunter auch ein Allod in Odensachsen. 1293 überträgt der Abt von Fulda dem Kapitel des Stifts die Güter des verstorbenen Ritters Eberhard Holzsadel in Odensachsen, die ihm dessen Witwe Mechtild aufgetragen hat. 1336 verkauft das Kloster Dorf und Gemarkung Odensachsen an den Knappen Albrecht von Buchenau.
  • In der Folge wird Odensachsen ein Dorf des fuldischen Gericht Neukirchen, in dem die von Buchenau faktisch die Ortsherrschaft ausüben. 1341 verkauft der Konvent des Klosters Frauenberg bei Fulda das Dorf. 1400 erhält der Wigand von Romrod Güter seines verstorbenen Bruders, darunter solche in Odensachsen, vom Abt von Fulda zu Lehen. 1494 veräußert Engelhard von Buchenau Teile von Odensachsen, darunter die Mühle, an Landgraf Wilhelm III. von Hessen. Der Abt von Fulda erkennt dies jedoch nicht an.
  • Die Landgrafen von Hessen versuchen seit dem 15. Jahrhundert letztlich vergeblich einzudringen. Wichtigste Herrschaftsträger vor Ort aber bleiben die fuldischen Lehnsleute von Buchenau, später die von Trümbach und von der Tann.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer

  • vgl. Herrschaft

Ortsadel

1330 benennt sich eine niederadlige Familie nach dem Ort

Kirche und Religion

Ortskirchen

  • Balken im Glockenstuhl mit Jahreszahl 1511, Kirche 1557 erstmals erwähnt
  • Spätgotischer Chorturm mit Schiff von 1706/7, 1848/49 restauriert

Patrozinien

  • Maria [1727]

Pfarrzugehörigkeit

1727, 1812, 1872 und 1994 mit dem eingepfarrten Hermannspiegel Filial von Neukirchen

Bekenntniswechsel

Einführung der Reformation vermutlich um 1530.

Kultur

Schulen

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)

Wirtschaft

Mühlen

Am südwestlichen Rand der Dorfgemarkung an einem von der Haune abgeleiteten Betriebsgraben befindet sich die 1423 erstmals erwähnte Mühle (Haunemühle). 1861/63 werden zwei unterschiedliche Mahlgänge und einen Schneid- oder Schlaggang betrieben. 1920 wird das oberschlächtige Wasserrad durch eine Turbine ersetzt, 1965 kommt eine zweite hinzu. Die Mühle ist noch 2012 in Betrieb.

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Odensachsen, Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/3333_odensachsen> (aufgerufen am 29.10.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/3333