Meisenbach

Die Lage von Meisenbach im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
9 km südlich von Bad Hersfeld
Lage und Verkehrslage
Kleines geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss und lockerer Gehöftanordnung am rechten Ufer der Haune. Verbindung über die als Hauptachse in West-Ost-Richtung durch den Ort führende Meisenbacher Straße (K 48) zur gegenüberliegenden Hauneseite und Müsenbach. Im Osten verläuft mit Anschluss die B 27 dicht an der Dorfgemarkungsgrenze, im Westen die Eisenbahnlinie Bebra – Hanau – Frankfurt am Main ("Bebraer Bahn";"Bebra-Hanauer-Bahn") (Inbetriebnahme der Strecke 1.10.1866).
Ersterwähnung
1317
Siedlungsentwicklung
Im Bereich der Gemarkung Meisenbach fanden sich neben der Wüstung Petershain rund 1,4 km südöstlich der Ortsmitte von Meisenbach an einem Bach nördlich unterhalb des Gartenborns Hinweise auf eine weitere Wüstung, der bislang kein Namen in Schriftquellen zugewiesen werden konnte.
Historische Namensformen
- Meysenbach, in (1317) [HStAM Best. Urk. 53 Nr. 61]
- Meisinbach, in (1423) [HStAM, Urk. Best. 56 Nr. 862]
- Maisenbach, in (1429) [HStAM Best. Urk. 13 Nr. 3645]
- Meysenbach (1486) [HStAM Best. Urk. 75 Nr. 1211; Abschrift 17. Jahrhundert HStAM Best. Urk. 100 Nr. 5785; Druck: Grimm, Weistümer 3, S. 378-381, vgl. Neuber, Haunetaler Geschichte, S. 95-98]
- Meysebach (1494) (1494) [HStAM Best. Urk. 13 Nr. 4178; HStAM Best. Urk. 56 Nr. 1244]
- Meӱsebach (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 16,1]
Bezeichnung der Siedlung
- villa (1317)
- Dorf (1486)
- Hof (1494)
Umlegung der Flur
1926/27
Älteste Gemarkungskarte
1858
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3550416, 5628164
UTM: 32 U 550322 5626352
WGS84: 50.786734° N, 9.713879° O
Statistik
Ortskennziffer
632008050
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 166, davon 93 Acker (= 56.02 %), 41 Wiesen (= 24.70 %), 19 Holzungen (= 11.45 %)
- 1961 (Hektar): 167, davon 21 Wald (= 12.57 %)
Einwohnerstatistik
- 1557: 7 steuerpflichtige Güter und 8 Personen Dienstpersonal
- 1566: 7 steuerpflichtige Güter und Personen Dienstpersonal
- 1569: 7 steuerpflichtige Güter
- 1630: 9 Haushaltungen
- 1683: 7 Höfe
- 1710: 10 Huldigende
- 1789: 9 Bauern, 1 Hüttner
- 1812: 10 Feuerstellen, 100 Seelen
- 1835: 78 evangelische Einwohner, 12 Häuser
- 1885: 78, davon 78 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1961: 83, davon 72 evangelisch (= 86.75 %), 11 katholisch (= 13.25 %)
- 1970: 69
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1486: Fürstabtei Fulda, Gericht Neukirchen
- 1683: Fürstabtei Fulda, Gericht Neukirchen
- 1787: Fürstabtei Fulda, Oberamt Fürsteneck, Gericht Neukirchen
- 1803-1806: Fürstentum Nassau-Oranien-Fulda, Fürstentum Fulda, Amt Eiterfeld, Gericht Neukirchen
- 1806-1810: Kaiserreich Frankreich, Fürstentum Fulda (Militärverwaltung)
- 1810-1813: Großherzogtum Frankfurt, Departement Fulda, Distrikt Eiterfeld
- 1816: Kurfürstentum Hessen, Großherzogtum Fulda, Amt Eiterfeld
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hünfeld
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fulda
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hünfeld
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hünfeld
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hünfeld
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hünfeld
- 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
Altkreis
Hünfeld
Gemeindeentwicklung
Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der Gemeinde Haunetal eingegliedert.
Gericht
- 1822: Justizamt Eiterfeld
- 1867: Amtsgericht Eiterfeld
- 1945: Amtsgericht Hünfeld
Herrschaft
- 1317 verzichtet der Pleban in Neukirchen auf alle Forderungen, die er gegen Graf Johann [I.] von Ziegenhain im Dorf Meisenbach hatte. 1429 verschreiben Sittich und Lutz von Buchenau ihre Güter in Meisenbach für 12 Jahre an Landgraf Ludwig von Hessen. Meisenbach ist ein fuldisches Dorf im Gericht Neukirchen, in das die Landgrafen seit dem 15. Jahrhundert einzudringen versuchen. Wichtigste Herrschaftsträger vor Ort waren die fuldischen Lehnsleute von Buchenau, später die Trümbach und von der Tann.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- 1494: Besitz der von Buchenau in Meisenbach (GR Rothensee)
- Dorf des fuldischen Amtes Neukirchen
Kirche und Religion
Ortskirchen
- Ehemalige Kapelle s. Michaelis 1566 erwähnt.
Patrozinien
- Michael [1727]
Pfarrzugehörigkeit
1727, 1812, 1872 und 1994 nach Neukirchen eingepfarrt
Bekenntniswechsel
Einführung der Reformation vermutlich Mitte des 16. Jahrhunderts.
Kultur
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Nachweise
Literatur
- Neuber, Haunetaler Geschichte, S. 64-65, 87, 152ff., 224-226 (Statistik)
- H. Neuber, Mühlen im unteren Haunetal, S. 34-45
- Denkmaltopographie Landkreis Hersfeld-Rotenburg 1, S. 322 f.
- Fundberichte aus Hessen, 31. Jahrgang, 1991 (2), S. 448-449
- Leinweber, Hochstift Fulda, S. 72
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 325
Siehe auch
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Orte
Personen
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Meisenbach, Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/3331_meisenbach> (aufgerufen am 03.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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