Bodes

Die Lage von Bodes im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
7,5 km südsüdöstlich von Bad Hersfeld
Lage und Verkehrslage
Geschlossenes Dorf mit einfachem, regelhaftem Grundriss und lockerer Gehöftanordnung in einer Flußaue an der Biegung der Eitra, kurz vor deren Zufluss in die Haune. Kirche mit ummauerten Kirchhof in zentraler Lage, um die heute die von Südosten nach Nordwesten verlaufende Dorf- bzw. Rundstraße führt. Die Ausdehnungsmöglichkeiten sind durch die Tallage begrentzt, geringe Entwicklung in Richtung Westen. Im Osten verläuft, von Sieglos und Eitra kommend, die heute als Ortsumgehung ausgebaute Landesstraße 3170, die weiter nach Buchenau und Eiterfeld führt. Im Westen tangiert die B 27 die Ortsgemarkung
Ersterwähnung
1396
Siedlungsentwicklung
In der Bodeser Gemarkung wurden Alt-, Mittel- und Jungsteinzeitliche Funde gemacht.
Historische Namensformen
- Budens, czum (1396) [HStAM Best. K Nr. 433, S. 39 Nr. 140 c]
- Bodens, zu dem (1401) [HStAM Best. Urk. 80 Nr. 112]
- Bodens, zum (1456) [HStAM Best. K Nr. 435 Nr. 523]
- Bods, das; Bods, zum (1494) [Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 54]
- Bodes (1585) [HStAM Best. Urk. 75 Nr. 1664]
- Bodes, zum (1592) [Karte von Arnold und Johannes Mercator HStAM Bestand Karten Nr. R II 28]
- Bodes, Zum (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme]
Umlegung der Flur
1926-1938
Älteste Gemarkungskarte
1859
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3552624, 5630314
UTM: 32 U 552529 5628501
WGS84: 50.805863° N, 9.745495° O
Statistik
Ortskennziffer
632007010
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 224, davon 148 Acker (= 66.07 %), 37 Wiesen (= 16.52 %), 15 Holzungen (= 6.70 %)
- 1961 (Hektar): 223, davon 18 Wald (= 8.07 %)
Einwohnerstatistik
- 1582: 14 Höfe
- 1631: 20 Haushaltungen
- 1664: 13 Haushaltungen
- 1680: 10 Haushaltungen (Fuldische Akten von Buchenau)
- 1710: 21 Höfe
- 1805: 20 Häuser
- 1835: 25 Häuser mit 205 Einwohnern
- 1857/58: 33 bewohnte Häuser mit 201 Menschen; Gewerbetreibende: 1 Schmied, 2 Wagner, 1 Schreiner, 2 Schneider, 1 Metzger, 1 Wirt, 2 Strohschuhmacher, 1 Müller, 12 Landwirte
- 1885: 180, davon 175 evangelisch (= 97.22 %), 4 katholisch (= 2.22 %), 1 andere Christen (= 0.56 %)
- 1961: 223, davon 196 evangelisch (= 87.89 %), 27 katholisch (= 12.11 %)
- 1970: 201
- 2001: 212
- 2006: 200
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1585: Ritterschaftliches Patrimonialgericht der von Buchenau als fuldisches Lehen (bezieht sich auf Bodes diesseits, d.h. südlich des Wassers)
- 1603: Fürstentum Fulda, Oberamt Eiterfeld-Fürsteneck
- 1787: Herrschaft der fränkischen Ritterschaft von Buchenau (fuldisches Mannlehen)
- 1803-1806: Fürstentum Nassau-Oranien-Fulda, Fürstentum Fulda, Cent Eiterfeld
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Holzheim
- 1816: Kurfürstentum Hessen, Großherzogtum Fulda, Amt Eiterfeld
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hünfeld
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fulda
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hünfeld
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hünfeld
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hünfeld
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hünfeld
- 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
Altkreis
Hünfeld
Gemeindeentwicklung
Am 1.8.1972 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der Gemeinde Hauneck eingegliedert.
Gericht
- 1822: Justizamt Eiterfeld
- 1867: Amtsgericht Eiterfeld
- 1945: Amtsgericht Hünfeld
Herrschaft
Fulda, Kloster Hersfeld, Kloster Hessen, Landgrafen Der Teil des Dorfes südlich vom Wasser stand unter fuldischer, der nördliche mit der Mühle unter hersfeldischer, später, endgültig 1651, hessischer Landeshoheit. 1396 erhält Helia, Ehefrau eines Konrad von Aula, neben anderen Besitzungen auch ein Gut in Bodes als fuldisches Lehen. 1401 verkaufen Wetzel von Buchenau und seine Frau Gude an Hermann von Leimbach Güter zu Bodes und eine Wüstung zu Fischbach.Buchenau, Adlige In dieser Konstellation entwickelte es sich teils als Dorf im zur Alten Burg Buchenau gehörenden Gericht Buchenau der von Buchenau, die die Vogteirechte für sich reklamierten, teils als fuldisches Dorf im Amt Eiterfeld-Fürsteneck. Der Versuch stetiger Einflussnahme durch die Buchenauer bot Anlass für zahlreiche Konflikte um Zuständigkeiten, Grenzstreitigkeiten waren im 18. Jahrhundert ein Dauerthema. Die Herrschaft Buchenau erstreckte sich über Branders, Mengers, Buchenau, Eitra, Erdmannrode, Fischbach, Bodes und Körnbach. 1585 wurde das Verhältnis zum Stift Fulda grundlegend geregelt: Fulda erhielt die Zentgerichtsbarkeit, den Herren von Buchenau stand die unumschränkte Vogtei zu. Die Zenthuldigungen an Fulda wurden 1738 und 1763 verweigert, doch bestand Fulda auf seinen Anteil. 1815 starb das alte hessische Adelsgeschlecht in der männlichen Linie aus und der umfangreiche Besitz fiel an Kurhessen, nach dessen Niederlage 1866 an den preußischen Staat.- 1787: reichsritterschaftliche Herrschaft Buchenau als fuldisches Mannlehen
Kirche und Religion
Ortskirchen
- 1576 errichtete Bauernkirche mit Chorturm und Kreuzrippengewölbe, Umbau 1786, 2004/2005 restauriert
Pfarrzugehörigkeit
Um 1650, 1872 und 1994 nach Buchenau eingepfarrt (Hochhuth, Statistik der evangelischen Kirche, S. 833).
Bekenntniswechsel
Einführung der Reformation durch die Herren von Buchenau um 1570.
Kultur
Schulen
1739 Lehrer erwähnt, 1835 ist eine Schule vorhanden, 1910 einklassige Volksschule
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Wirtschaft
Mühlen
Die 1582 zum Buchenauer Besitz gehörende, spätere Mühle Schott am Südrand wurde als Mahlmühle mit dem Wasser des Fischbachs und der Eitra bis 1956 durch ein oberschlächtiges Wasserrad angetrieben, das dann durch eine Turbine ausgetauscht wurde.
Nachweise
Literatur
- H. Neuber, Die Geschichte des Dorfes Bodes
- Scholz, Wasser- und Windmühlen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg, S. 80
- Hofemann, Reichsabtei Fulda, S. 80, 182
- Hochhuth, Statistik der evangelischen Kirche, S. 833
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 54
- Gerbig, Hauneck Chronik
- Fundberichte aus Hessen 1991, S. 448 (2 Verweise)
- Denkmaltopographie Landkreis Hersfeld-Rotenburg 1, S. 270-278
Weblinks
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
Personen
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Bodes, Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/3323_bodes> (aufgerufen am 16.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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