Willingshain

Dorf · 330 m über NN  
Gemeinde
Kirchheim
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Siedlung

Ortstyp

Dorf

Lagebezug

14 km westlich von Bad Hersfeld

Lage und Verkehrslage

Dorf mit lockerer Gehöftanordnung entlang des Willingshainer Bachs in einem nördlichen Seitental der Aula. Kirche im Norden, darüber ehemalige Dorfgerichtsstätte mit Linde. Willingshain ist über die K 34 mit der südlich verlaufenden B 454 verbunden.

Ersterwähnung

1388

Historische Namensformen

Bezeichnung der Siedlung

  • Dorf (1600)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung

Umlegung der Flur

1914

Älteste Gemarkungskarte

1768

Koordinaten

Gauß-Krüger: 3536017, 5637248
UTM: 32 U 535928 5635433
WGS84: 50.86946° N, 9.510593° O

Statistik

Ortskennziffer

632011120

Flächennutzungsstatistik

  • 1885 (Hektar): 491, davon 135 Acker (= 27.49 %), 99 Wiesen (= 20.16 %), 210 Holzungen (= 42.77 %)
  • 1961 (Hektar): 498, davon 227 Wald (= 45.58 %)

Einwohnerstatistik

  • um 1610: 33 Hausgesesse
  • 1628: 33 Hausgesesse
  • 1673: 25 Hausgesesse
  • 1747: 52 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1773: 50 steuerpflichtige Häuser mit 231 Menschen; Gewerbetreibende: 2 Schmiede, von denen einer auch Müller, der andere Ackermann ist, 3 Wagner, die auch Ackerleute sind, 2 Schneider, 3 Maurer, wovon 2 Tagelohnen und einer zu alt zum Arbeiten, 3 Leinweber, so auch dabei Tagelohnen, 11 Leinweber so auch Ackerleute und ihr eigen Tuch machen, 11 Tagelöhner und Tagelöhnerinnen, 10 so bloss Ackerbau treiben (HStAM, 49 d, Hersfeld 454)
  • 1885: 259, davon 259 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961: 276, davon 213 evangelisch (= 77.17 %), 36 katholisch (= 13.04 %)
  • 1970: 244

Diagramme

Verfassung

Verwaltungsbezirk

  • 1434: Reichsabtei Hersfeld, Amt und Gericht Niederaula (Frielinger Ganerben)
  • 1651: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
  • 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Obergeis (fälschlicherweise als Willingshausen)
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula (zuletzt Landgericht Hersfeld)
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis

Hersfeld

Gemeindeentwicklung

Am 01.08.1972 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der Gemeinde Kirchheim eingegliedert.

Gericht

  • vor 1822: Amt Niederaula
  • 1822: Landgericht Hersfeld
  • 1832: Justizamt Niederaula
  • 1867: Amtsgericht Niederaula
  • 1879: Amtsgericht Niederaula
  • 1932: Amtsgericht Oberaula
  • 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld

Herrschaft

  • Bis zur Auflösung des Stifts Hersfeld und seinem endgültigen Übergang an die Landgrafschaft Hessen 1651 ist Willingshain zumindest formal in hersfeldischem Besitz und ist dem Amt Niederaula zugeordnet. Willingshain gehört zu den Dörfern im Frielinger Grund, mit denen die Äbte von Hersfeld ihre Lehnsleute ausstatteten. Unter Abt Berthold (1367-1388) sind dies die von Frielingen und Borken, später die Spete (Reverse 1535-1731). Um 1600 stand alle Obrigkeit und Gerichtsbarkeit dem Abt zu, um 1650 den Frielinger Ganerben, 1773 unstrittig den Landgrafen von Hessen.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer

  • Lehensherr: Kloster Hersfeld

Kirche und Religion

Ortskirchen

  • Kirche als Saalbau 1722 errichtet, 1925 renoviert

Pfarrzugehörigkeit

1747, 1872 und 1994 zu Frielingen

Bekenntniswechsel

Einführung der Reformation bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts.

Kultur

Schulen

1773 hat die Gemeinde ein Schulhaus, in dem der Schulmeister wohnt
1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)

Wirtschaft

Landwirtschaft und Bergbau

Mühlen

1773 wird eine Mühle mit dem Wasser des Willingshainer Bachs über einen oberschlägigen Mahlgang betrieben. Aus dem 20. Jahrhundert sind zwei Mühlen bekannt, die beide mit dem Wasser des Willingshainer Bachs über oberschlächtige Wasserräder betrieben wurden: Die Mühle Dippel stellte ihren Betrieb 1957 ein, das Rad war im Jahr darauf schon entfernt. In der Willingshäuser Mühle (Scheidemantel) wurde 1911 ein oberschlächtiges Wasserrad eingebaut.

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Willingshain, Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/3295_willingshain> (aufgerufen am 25.06.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/3295