Rotterterode

Die Lage von Rotterterode im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
10,5 km westlich von Bad Hersfeld
Lage und Verkehrslage
Siedlungsplatz mit lockerer Gehöftanordnung an den Südausläufern des Knüllgebirges am Rotteröder Wasser, einem kleinen, linksseitigen Zufluss zur Aula. Über die K 35 ist Rotterterode im Süden mit der B 454 verbunden
Ersterwähnung
1317
Siedlungsentwicklung
Im Bereich der Gemarkung Rotterterode, 0,6 km nordnordwestlich der Höfe Beiersgraben, im Wolfsgraben, einem von Nordwesten kommenden Quellbachtal des Wölfelbaches, fanden sich Hinweise auf eine Wüstung, der bislang kein Namen in den Schriftquellen zugewiesen werden konnten.
1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Forst Neuenstein.
Historische Namensformen
- Růtharterade, von (1317) [HStAM Best. Urk. 53 Nr. 64; Ziegenhainer Regesten online Nr. 744]
- Rotharterode, in (zwischen 1343 und 1364) [HStAM Bestand Urk. 56 Nr. 681; A. Herbst, Hersfelder Zinsenverzeichnis des 14. Jahrhunderts, S. 20, § 8]
- Rotterderode (1536) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 1466]
- Růtharderode (1560) [ HStAM Best. 104 Nr. 411]
- Rotterterode (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 16,1]
- Rotterderode (1747) [Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105]
Bezeichnung der Siedlung
- villa (zwischen 1343 und 1364)
- Wüstung (1536)
- Dorf, Dorfschaft (1766)
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
- Beiersgraben
- Steinrode
- Wölfelbach
- Wölfelbach, Burg (→ Burgen, Schlösser, Herrenhäuser)
Umlegung der Flur
1890
Älteste Gemarkungskarte
1733
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3539803, 5637573
UTM: 32 U 539713 5635758
WGS84: 50.872134° N, 9.564408° O
Statistik
Ortskennziffer
632011110
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 143, davon 82 Acker (= 57.34 %), 41 Wiesen (= 28.67 %), 1 Holzungen (= 0.70 %)
- 1961 (Hektar): 585, davon 434 Wald (= 74.19 %)
Einwohnerstatistik
- um 1610: 6 Hausgesesse
- 1628: 6 Hausgesesse
- 1673: 7 Hausgesesse
- 1747: 12 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
- 1766: 12 ganze Feuerstätten mit 92 Menschen; Gewerbetreibende: 1 Maurer, 1 Schäfer, 2 Tagelöhner, 10 Ackerleute, so als Leineweber ihr eigen Tuch machen (HStAM Best. 49 d, Hersfeld Nr. 397)
- 1885: 132, davon 130 evangelisch (= 98.48 %), 2 katholisch (= 1.52 %)
- 1961: 87, davon 87 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1970: 87
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1560: Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
- 1651: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
- 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Obergeis
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula (zuletzt Landgericht Hersfeld)
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
Altkreis
Hersfeld
Gemeindeentwicklung
Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der Gemeinde Kirchheim eingegliedert.
Gericht
- vor 1822: Amt Niederaula
- 1822: Landgericht Hersfeld
- 1832: Justizamt Niederaula
- 1867: Amtsgericht Niederaula
- 1932: Amtsgericht Oberaula
- 1933: Amtsgericht Bad Hersfeld; Amtsgericht Oberaula (Zweigstelle Niederaula)
- 1943: Amtsgericht Oberaula
- 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld
Herrschaft
Hersfeld, Kloster Spätestens Mitte des 14. Jahrhunderts hat Kloster Hersfeld Zinseinkünfte in Rotterterode. 1536 überträgt der Abt von Hersfeld die Wüstung Rotterterode Johann Kyle und dessen Ehefrau Katharina. Bis zur Auflösung des Stifts Hersfeld und seinem endgültigen Übergang an die Landgrafschaft Hessen 1651 ist Reckerode in hersfeldischem Besitz und ist dem Amt Niederaula zugeordnet. 1766 haben die Landgrafen von Hessen die Herrschaft im Dorf mit aller Gerichts- und Gerechtsbarkeit, Herrlichkeit und Hoheit inne
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- Kloster Hersfeld
Kirche und Religion
Pfarrzugehörigkeit
1560 zu Niederaula, 1747, 1872 und 1994 nach Kirchheim eingepfarrt.
Bekenntniswechsel
Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.
Kultur
Schulen
1766 gehen die Kinder nach Gossmannsrode in die Schule
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Wirtschaft
Mühlen
1766 ist keine Mühle vorhanden
Nachweise
Literatur
- Rotterterode 1317-2017
- Denkmaltopographie Landkreis Hersfeld-Rotenburg 1, S. 482-484,
- Ziegler, Reichsabtei Hersfeld, S. 319 (Register)
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 409 f.,
- Fundberichte aus Hessen, 31. Jahrgang, 1991 (2), S. 465 (Klaus Sippel),
Siehe auch
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Orte
Personen
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Rotterterode, Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/3280_rotterterode> (aufgerufen am 25.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/3280