Heringen (Werra)

Die Lage von Heringen (Werra) im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
22 km östlich von Bad Hersfeld
Lage und Verkehrslage
Bahnhof Haltepunkt der
Ersterwähnung
(1081)
Siedlungsentwicklung
Im Bereich der Gemarkung Heringen fanden sich Hinweise auf Wüstungen, denen bislang keine Namen in Schriftquellen zugewiesen werden konnten.
1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Forst Heringen.
Historische Namensformen
- Heringe, in (1081) [Fälschungen um 1100 HStAM Bestand Urk. 27 Nr. 585 und HStAM Bestand Urk. 27 Nr. 586. Druck UB Mainz 1, S. 253-258, Nr. 358]
Bezeichnung der Siedlung
- Dorf (1807)
- Flecken (1818)
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3571253, 5639550
UTM: 32 U 571150 5637734
WGS84: 50.886886° N, 10.011532° O
Statistik
Ortskennziffer
632009030
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 1192, davon 718 Acker (= 60.23 %), 220 Wiesen (= 18.46 %), 44 Holzungen (= 3.69 %)
- 1961 (Hektar): 3203, davon 2001 Wald (= 62.47 %)
Einwohnerstatistik
- 1885: 1102, davon 1094 evangelisch (= 99.27 %), 0 katholisch, 8 Juden (= 0.73 %)
- 1961: 4768, davon 4069 evangelisch (= 85.34 %), 642 katholisch (= 13.46 %)
- 1970: 6974
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Friedewald
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Friedewald
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Heringen
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Friedewald
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
Altkreis
Hersfeld
Gemeindeentwicklung
Am 15.9.1968 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform die Eingliederung der Gemeinde Wölferhausen in die neu entstehende Gemeinde Heringen (Werra). Zu deren Entwicklung s. Heringen (Wera), Stadtgemeinde. Sitz der Gemeindeverwaltung ist Heringen (Werra), dem 1977 Stadtrechte verliehen wurden.
Gericht
- Als die von Heringen 1432 das Gericht Heringen an Hessen verkauften (GR Heringen) gehörten dazu die Dörfer Heringen, Widdershausen und Lengers, der Hof zu Harnrode und die Wüstungen Wulfershusen, Fronhof, Mutelsdorf, Gytzenrode, Thennichendorf, Leimbach, Igelsdorf, Buren, Gastenrade, Apterade, Winczenrade, Geyserstadt, Stigkens, Mespens, Hamme, Benegarte, Witerade und drei Vorwerke zu Dieppach. Es war Lehen vom Abt von Fulda und wurde als besonderes Gericht mit dem Amt Friedewald vereinigt (Reimer).
- 1822: Justizamt Friedewald
- 1867: Amtsgericht Friedewald
- 1879: Amtsgericht Friedewald
- vor 1945: Amtsgericht Friedewald
- 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- Kloster Fulda
- 1081 bestätigt Erzbischof Siegfried I. von Mainz dem Kloster Hasungen den Besitz von 20 Mansen in Heringen.
Kirche und Religion
Diakonische Einrichtungen
Bau einer Diakonissenstation mit Wohnräumen für Schwestern, Kleinkinderschule, Vereinstätigkeit seit 04.02.1910 Schwestern für Krankenpflege, Vereinsbetreuung, Gemeindearbeit Sardemann, Geschichte des hessischen Diakonissenhauses zu Cassel, S. 288-289; 1926 zwei Krankenpflege- und eine Schulschwester, Kleinkinderschule, Diakoniestation Ritter, Kirchliches Handbuch, S. 315; Fortbestand bis 1974 (Landeskirchliches Archiv Kassel, Findbuch G 2.6. Kurhessisches Diakonissenhaus)
Bekenntniswechsel
Erster evangelischer Pfarrer: Caspar Mosebach 1519 bis ca. 1557, seit 1526 evangelisch
Kultur
Schulen
1910 Volksschule mit sechs Klassen
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Nachweise
Literatur
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 226 f. (Ort und Gericht)
- Mitze, Steinköpfe
- Fundberichte aus Hessen, 31. Jahrgang, 1991 (2), S. 451-454 (Klaus Sippel)
- Denkmaltopographie Landkreis Hersfeld-Rotenburg 1, S. 374-413 (Kernstadt S. 376-390)
- Hütteroth, althessische Pfarrer, S. 506
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
- Hessische Flurnamen
- Historische Kartenwerke
- Topografie des Nationalsozialismus in Hessen
- Topografische Karten
Personen
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Heringen (Werra), Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/3251_heringen-werra> (aufgerufen am 31.05.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/3251