Oberjossa

Dorf · 240 m über NN  
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Siedlung

Ortstyp

Dorf

Lagebezug

17,5 km südöstlich von Neukirchen

Lage und Verkehrslage

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss. Hauptkomplex der Siedlung in hangparalleler Ausrichtung an einem ins Jossatal stark abfallenden Hang. Abgesetzt vom Ort einzelne Wohngebäude nahe dem Bahnanschluss. Durch den Ort führte vor Anlage einer Ortsumgehung die Bundesstraße 62 im Zuge des Nordzweiges der alten Landstraße durch die Kurzen Hessen, die vom Rhein-Main-Gebiet nach Thüringen führte. Haltepunkt der 1907 erbauten Eisenbahnlinien Treysa - Niederaula - Hersfeld [= Bad Hersfeld] und Niederaula/Niederjossa-Alsfeld.

Ersterwähnung

802/17

Siedlungsentwicklung

1928 erfolgt die Eingemeindung des aufgelösten Gutsbezirks Ottersbach und von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Breitenbach a. H. (von Dörnberg), die Ottersbach zugeschlagen wurden.

Vorbemerkung Historische Namensformen

Vgl. auch Niederjossa

Historische Namensformen

  • lassafa (9. Jahrhundert, vermutlich 802/817) [XII, Dronke, Trad. Capitulum 6 Nr. 55, sofern auf Oberjossa zu beziehen]
  • lazahu, de (826/27) [XII, Dronke, Codex dipl. Fuld. Nr. 471, 2]
  • Jaza (1434)
  • Obernjoss (1558)
  • Obern Joßa (1681)
  • Ober-Jossa
  • Jossa, Ober-

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung

  • Ortsteil Ottersbach

Umlegung der Flur

1912/1914

Älteste Gemarkungskarte

1773/1774

Koordinaten

Gauß-Krüger: 3538648, 5626827
UTM: 32 U 538558 5625016
WGS84: 50.775618° N, 9.54687° O

Statistik

Ortskennziffer

632004050

Flächennutzungsstatistik

  • 1838 (Kasseler Acker): 732 stellbares Land, 171 Wiesen, 20 Gärten, 80 Triesche
  • 1885 (Hektar): 250, davon 169 Acker (= 67.60 %), 39 Wiesen (= 15.60 %), 1 Holzungen (= 0.40 %)
  • 1961 (Hektar): 409, davon 54 Wald (= 13.20 %)

Einwohnerstatistik

  • 1585: 32 Hausgesesse
  • 1639: keine Angabe. 1681: 7 Hausgesesse
  • 1780: 19 Wohnhäuser mit 127 Einwohnern
  • 1780: 4 Leineweber (zugleich Ackerleute), 1 Schneider, 1 Schmied, 2 Wirte, 1 Wagner, 1 Müller, 3 Tagelöhner, 2 einzelne Weibspersonen; 8 reine Ackerleute
  • 1838 (Familien): 10 Ackerbau, 12 Gewerbe, 14 Tagelöhner
  • 1861: 207 evangelisch-reformierte, 2 evangelisch-lutherische Einwohner
  • 1885: 209, davon 209 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961 (Erwerbspersonen): 63 Land- und Forstwirtschaft, 44 produzierendes Gewerbe, 7 Handel und Verkehr, 4 Dienstleistung und Sonstiges
  • 1961: 242, davon 221 evangelisch (= 91.32 %), 21 katholisch (= 8.68 %)
  • 1970: 230 Einwohner

Diagramme

Verfassung

Verwaltungsbezirk

  • in Berenebere marcha 9. Jahrhundert (siehe Namensformen)
  • Vor 1585 und später: Gericht Breitenbach, Amt Neukirchen
  • 1434: Gericht Breitenbach
  • 1807-1813: Königreich Westfalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Breitenbach
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Grafschaft Ziegenhain, Amt Neukirchen
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Ziegenhain
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Ziegenhain
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Ziegenhain
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Ziegenhain
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Ziegenhain
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis

Ziegenhain

Gemeindeentwicklung

Am 31.12.1971 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform der Zusammenschuss mit anderen Gemeinden zur neuen Gemeinde Breitenbach am Herzberg, deren Ortsteil Oberjossa wurde.

Gericht

  • 1822: Justizamt Oberaula
  • 1867: Amtsgericht Oberaula
  • 1879: Amtsgericht Oberaula
  • Seit 1945: Amtsgericht Neukirchen

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer

  • Im 9. Jahrhundert, vermutlich 807/814, tradiert ein Gisalher Kloster Fulda seine Güter in Jossa mit Zubehör (unsicher, ob auf Ober- oder Nieder-Jossa zu beziehen).

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit

Um 1450: nach Grebenau eingepfarrt
1585 und später: nach Breitenbach eingepfarrt

Bekenntniswechsel

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Kultur

Schulen

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)

Wirtschaft

Mühlen

1708/10 (Schleenstein) befindet sich eine Mühle am Ort.
1780 gehört sie dem Joh. Jost Helbig senior erb- und eigentümlich und verfügte über 1 Mahl-, 1 Öl- und 1 Holzschneidegang (3 oberschlächtige Räder).

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Oberjossa, Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/3247_oberjossa> (aufgerufen am 17.06.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/3247