Holzheim

Die Lage von Holzheim im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
10 km südlich von Bad Hersfeld
Lage und Verkehrslage
Geschlossenes Dorf mit regelhaften Grundrissmerkmalen und lockerer Gehöftanordnung in der Vorderrhön am Barberbach, einem Zufluss der Haune. Ehemaliger Wohnturm derer von Romrod in zentraler Lage (Turmstraße 49). Durch den Ort als Haupftachse die L 3431 Knüllstraße.
Ersterwähnung
1402
Historische Namensformen
- Holtzheim, czu (1402) [HStAM Best. K Nr. 433, S. 22, Nr. 42]
- Hoiltzheim, czu (1428) [HStAM Best. Urk. 7 Nr. 35]
- Holtzheim (1585) [Der ökonomische Staat, S. 13]
- Holtzheimb (1686) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 2177]
- Holtzheim (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 16,1]
- Holtzheim (1747) [Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105]
- Holtzheim (1773) [HStAM Best. 49 d, Hersfeld Nr. 205]
Bezeichnung der Siedlung
- vgl. Burg Holzheim (Haunetal)
- Dorf, Dorfschaft (1773)
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
- Heisenstein
- Schnellsbach
- Vackenrode
- Heisenstein (→ Burgen, Schlösser, Herrenhäuser)
- Holzheim, Burg (→ Burgen, Schlösser, Herrenhäuser)
Umlegung der Flur
1879
Älteste Gemarkungskarte
1872
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3547330, 5627630
UTM: 32 U 547237 5625818
WGS84: 50.782194° N, 9.670052° O
Statistik
Ortskennziffer
632008020
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 434, davon 198 Acker (= 45.62 %), 31 Wiesen (= 7.14 %), 170 Holzungen (= 39.17 %)
- 1961 (Hektar): 434, davon 150 Wald (= 34.56 %)
Einwohnerstatistik
- 1747: 25 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
- 1773: 25 steuerpflichtige Häuser mit 173 Menschen; Gewerbetreibende: 1 Schmied, 1 Maurer, 3 Leinweber, so auch tagelohnen, 19 Leinweber, so auch Ackerleute und nur ihr eigen Tuch machen, 2, so bloß den Ackerbau treiben
- 1885: 289, davon 289 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1961: 256, davon 220 evangelisch (= 85.94 %), 36 katholisch (= 14.06 %)
- 1970: 249
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1428: Landgrafschaft Hessen, Amt Holzheim
- 1585: Landgrafschaft Hessen, Herrschaft Holzheim (Hessisches Lehen der von Romrod)
- 1686: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Hauneck
- 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Hauneck
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Hauneck
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Hauneck
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Holzheim
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Hauneck
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
Altkreis
Hersfeld
Gemeindeentwicklung
Am 1.8.1972 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der Gemeinde Haunetal eingegliedert.
Gericht
- vor 1822: Amt Hauneck
- 1822: Landgericht Hersfeld
- 1832: Justizamt Niederaula
- 1867: Amtsgericht Niederaula
- 1879: Amtsgericht Niederaula
- 1932: Amtsgericht Bad Hersfeld
- 1933: Amtsgericht Oberaula (Zweigstelle Niederaula)
- 1943: Amtsgericht Oberaula
- 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld
Herrschaft
- 1402 bekennt der Abt von Fulda, dass Fritz von Romrod die bei ihm geliehenen 500 Gulden u.a. von Holzheim zurück bekommen könne. Nach der Eroberung Haunecks bestellt der Landgraf den Ritter Werner von Bila zum Amtmann von Holzheim, 1428 ist es Lotz von Hattenbach. Ab 1440 wird Holzheim nicht mehr als Amt, sondern als Mannlehen von Hessen an die von Romrod ausgegeben.
- 1488 bestätigt der Landgraf Kaufverschreibungen über Pertinentien des hessischen Lehnguts zu Holzheim durch die von Romrod. Im 16. Jahrhundert gelingt es den von Romrod, eine Herrschaft über die Dörfer Holzheim, Kruspis und Stärklos zu bewahren, die keinem Amt zugehörig ist und Steuern direkt an die Landgrafen abzuführen. Daher werden die Dörfer im Haunecker Salbuch von 1579 auch nicht aufgeführt. Die Landgrafen reklamieren die Landeshoheit und versuchen, die Dörfer zu ihren Ämtern (Hauneck bzw. Landeck) zu ziehen. 1686 schließlich verkaufen die von Romrod Holzheim an die Landgrafen von Hessen. 1773 ist das Dorf mit aller Gerichts- und Gerechtbarkeit landgräflich.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- Landgrafschaft Hessen
Kirche und Religion
Pfarrzugehörigkeit
1747, 1773 und 1872 nach Kruspis eingepfarrt, mit dessen Aufhebung 1976 mit diesem zum Kirchspiel Neukirchen
Bekenntniswechsel
Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.
Kultur
Schulen
1773 ist kein Schulhaus vorhanden, die Kinder gehen nach Kruspis
1910 einklassige Volksschule
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Nachweise
Literatur
- Neuber, Haunetal, bes. S. 62, 50-53, 85 und 145-150
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 246 f.
- Mitze, Steinköpfe
- Knappe, Burgen in Hessen, S. 183
- Fundberichte aus Hessen 1996 , S. 440 f. (Sippel) > Burg u. Skelettfund
- Denkmaltopographie Landkreis Hersfeld-Rotenburg 1, S. 313-316
Weblinks
Siehe auch
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Orte
Personen
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Holzheim, Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/3204_holzheim> (aufgerufen am 14.07.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/3204