Gersdorf

Die Lage von Gersdorf im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
13,5 km westlich von Bad Hersfeld
Lage und Verkehrslage
Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss und lockerer Gehöftanordnung nördlich der in die Fulda mündenden Aula. Moderne Bebauung vornehmlich entlang der durch den Ort Richtung Schwalmstadt führenden Bundesstraße 454.
Ersterwähnung
nach 1127- um 1150
Historische Namensformen
- Geroldesdorf, de (nach 1127- um 1150) [Kopiar um 1150, Liber de libertatibus locorum Hersfeldensium HStAM Bestand K Nr. 244, fol. 77 v; Druck Wenck, Hessische Landesgeschichte 2,1, Urkundenbuch, S. 79, Nr. 53]
- Geroldistorf (1367) [StadtA HEF, A1, 41]
- Geroldisdorf; Gerhartzdorf (1366-88) [HStAM Best. K Nr. 249, fol. 39v]
- Gereldorffe (1560) [HStAM Best. 104 Nr. 411]
- Gerßdorff (1600) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 1989]
- Gerßdorf (1610) [HStAM Best. S Nr. 369]
- Gerstorf (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 16,1]
- Gersdorff (1747) [Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105]
Bezeichnung der Siedlung
- Dorf (1600)
- Dorfschaft (1766)
Umlegung der Flur
1914
Älteste Gemarkungskarte
1756
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3536435, 5635843
UTM: 32 U 536346 5634028
WGS84: 50.856805° N, 9.516391° O
Statistik
Ortskennziffer
632011030
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 176, davon 133 Acker (= 75.57 %), 24 Wiesen (= 13.64 %), 0 Holzungen
- 1961 (Hektar): 178, davon 3 Wald (= 1.69 %)
Einwohnerstatistik
- um 1610: 29 Hausgesesse
- 1628: 29 Hausgesesse
- 1673: 20 Hausgesesse
- 1747: 39 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
- 1766: 37 steuerpflichtige Häuser mit 160 Menschen; Gewerbetreibende: 1 Schmidt, 1 Zimmermann, so auch Brandwein schenket, 1 Schneider, 1 Wagner, 2 Maurer, 15 Leinweber so auch mehrentheils Ackerleute, 1 Wirt, 1 Tagelöhner, 2 Tagelöhnerinnen, 1 Müller ( HStAM Best. 49 d, Hersfeld 95)
- 1885: 165, davon 165 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1961: 224, davon 199 evangelisch (= 88.84 %), 25 katholisch (= 11.16 %)
- 1970: 189
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1434: Reichsabtei Hersfeld, Amt und Gericht Niederaula
- 1651: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
- 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Obergeis
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula (zuletzt Landgericht Hersfeld)
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
Altkreis
Hersfeld
Gemeindeentwicklung
Am 01.08.1972 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der Gemeinde Kirchheim eingegliedert.
Gericht
- vor 1822: Amt Niederaula
- 1822: Landgericht Hersfeld
- 1832: Justizamt Niederaula
- 1867: Amtsgericht Niederaula
- 1879: Amtsgericht Niederaula
- 1932: Amtsgericht Oberaula
- 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld
Herrschaft
Hersfeld, Kloster Bis zur Auflösung des Stifts Hersfeld und seinem endgültigen Übergang an die Landgrafschaft Hessen 1651 ist Gersdorf zumindest formal in hersfeldischem Besitz und ist dem Amt Niederaula zugeordnet. Gersdorf gehört zu den Dörfern im Frielinger Grund, mit denen die Äbte von Hersfeld ihre Lehnsleute ausstatteten.- 1367 bekennt Abt Berthold von Hersfeld, dass Tytzel von Frielingen, seine Frau Ilse und ihre Söhne Heinrich und Philipp das von dem Hersfelder Stifte zu Lehen rührende Gute zu Gersdorf, auf dem zur Zeit Konrad von Reckereode sitzt, für 2 Pfund Heller dem Priester Konrad Waldin im Hospital und nach seinem Tode den Siechen desselben Hospitals verkauft hat. 1600 werden Streitigkeiten zwischen dem Abt und den Ganerben von Frielingen beigelegt, wobei dem Abt die Obrigkeit und Gerichtsbarkeit weiterhin zusteht.
- 1766 steht das Dorf mit aller Gerichtsbarkeit den Landgrafen von Hessen zu.
Besitz
Ortsadel
Anfang 12. Jahrhundert
Kirche und Religion
Pfarrzugehörigkeit
1560 zu Niederaula, 1747, 1766, 1872 und 1994 zu Frielingen
Diakonische Einrichtungen
1923 - 1973 Diakoniestation (Landeskirchliches Archiv Kassel, Findbuch G 2.6. Kurhessisches Diakonissenhaus)
Bekenntniswechsel
Einführung der Reformation bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts.
Kultur
Schulen
1766 ist kein Schulhaus vorhanden, die Kinder gehen nach Frielingen
1910 einklassige Volksschule
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Wirtschaft
Mühlen
1766 befindet sich die mit dem Wasser der Aula angetriebene Mühle oben am Südrand von Gersdorf und bedient mit zwei oberschlägigen Wasserrädern einen Mahl und einen Schlaggang. 1926 wird das Wasserrad gegen eine Turbine ausgetauscht.
Nachweise
Literatur
- Denkmaltopographie Landkreis Hersfeld-Rotenburg 1, S. 468f.
- Scholz, Wasser- und Windmühlen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg, S. 104-105
- Ziegler, Reichsabtei Hersfeld, S. 313 (Register)
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 166
- Classen, Kirchliche Organisation, S. 223f.
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
Personen
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Gersdorf, Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/2980_gersdorf> (aufgerufen am 24.06.2026)
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