Gersdorf

Dorf · 285 m über NN  
Gemeinde
Kirchheim
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Siedlung

Ortstyp

Dorf

Lagebezug

13,5 km westlich von Bad Hersfeld

Lage und Verkehrslage

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss und lockerer Gehöftanordnung nördlich der in die Fulda mündenden Aula. Moderne Bebauung vornehmlich entlang der durch den Ort Richtung Schwalmstadt führenden Bundesstraße 454.

Ersterwähnung

nach 1127- um 1150

Historische Namensformen

Bezeichnung der Siedlung

  • Dorf (1600)
  • Dorfschaft (1766)

Umlegung der Flur

1914

Älteste Gemarkungskarte

1756

Koordinaten

Gauß-Krüger: 3536435, 5635843
UTM: 32 U 536346 5634028
WGS84: 50.856805° N, 9.516391° O

Statistik

Ortskennziffer

632011030

Flächennutzungsstatistik

  • 1885 (Hektar): 176, davon 133 Acker (= 75.57 %), 24 Wiesen (= 13.64 %), 0 Holzungen
  • 1961 (Hektar): 178, davon 3 Wald (= 1.69 %)

Einwohnerstatistik

  • um 1610: 29 Hausgesesse
  • 1628: 29 Hausgesesse
  • 1673: 20 Hausgesesse
  • 1747: 39 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1766: 37 steuerpflichtige Häuser mit 160 Menschen; Gewerbetreibende: 1 Schmidt, 1 Zimmermann, so auch Brandwein schenket, 1 Schneider, 1 Wagner, 2 Maurer, 15 Leinweber so auch mehrentheils Ackerleute, 1 Wirt, 1 Tagelöhner, 2 Tagelöhnerinnen, 1 Müller ( HStAM Best. 49 d, Hersfeld 95)
  • 1885: 165, davon 165 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961: 224, davon 199 evangelisch (= 88.84 %), 25 katholisch (= 11.16 %)
  • 1970: 189

Diagramme

Verfassung

Verwaltungsbezirk

  • 1434: Reichsabtei Hersfeld, Amt und Gericht Niederaula
  • 1651: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
  • 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Obergeis
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula (zuletzt Landgericht Hersfeld)
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis

Hersfeld

Gemeindeentwicklung

Am 01.08.1972 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der Gemeinde Kirchheim eingegliedert.

Gericht

  • vor 1822: Amt Niederaula
  • 1822: Landgericht Hersfeld
  • 1832: Justizamt Niederaula
  • 1867: Amtsgericht Niederaula
  • 1879: Amtsgericht Niederaula
  • 1932: Amtsgericht Oberaula
  • 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld

Herrschaft

  • Hersfeld, KlosterBis zur Auflösung des Stifts Hersfeld und seinem endgültigen Übergang an die Landgrafschaft Hessen 1651 ist Gersdorf zumindest formal in hersfeldischem Besitz und ist dem Amt Niederaula zugeordnet. Gersdorf gehört zu den Dörfern im Frielinger Grund, mit denen die Äbte von Hersfeld ihre Lehnsleute ausstatteten.
  • 1367 bekennt Abt Berthold von Hersfeld, dass Tytzel von Frielingen, seine Frau Ilse und ihre Söhne Heinrich und Philipp das von dem Hersfelder Stifte zu Lehen rührende Gute zu Gersdorf, auf dem zur Zeit Konrad von Reckereode sitzt, für 2 Pfund Heller dem Priester Konrad Waldin im Hospital und nach seinem Tode den Siechen desselben Hospitals verkauft hat. 1600 werden Streitigkeiten zwischen dem Abt und den Ganerben von Frielingen beigelegt, wobei dem Abt die Obrigkeit und Gerichtsbarkeit weiterhin zusteht.
  • 1766 steht das Dorf mit aller Gerichtsbarkeit den Landgrafen von Hessen zu.

Besitz

Ortsadel

Anfang 12. Jahrhundert

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit

1560 zu Niederaula, 1747, 1766, 1872 und 1994 zu Frielingen

Diakonische Einrichtungen

1923 - 1973 Diakoniestation (Landeskirchliches Archiv Kassel, Findbuch G 2.6. Kurhessisches Diakonissenhaus)

Bekenntniswechsel

Einführung der Reformation bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts.

Kultur

Schulen

1766 ist kein Schulhaus vorhanden, die Kinder gehen nach Frielingen
1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)

Wirtschaft

Mühlen

1766 befindet sich die mit dem Wasser der Aula angetriebene Mühle oben am Südrand von Gersdorf und bedient mit zwei oberschlägigen Wasserrädern einen Mahl und einen Schlaggang. 1926 wird das Wasserrad gegen eine Turbine ausgetauscht.

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Gersdorf, Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/2980_gersdorf> (aufgerufen am 07.06.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/2980