Eitra

Die Lage von Eitra im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
6,5 km südsüdöstlich von Bad Hersfeld
Lage und Verkehrslage
Ersterwähnung
1385
Historische Namensformen
- Eyter (1385) [HStAM Bestand Urk. 57 Nr. 194]
- Eӱter (1494) [Kop. vid. 1590 HStAM Best. Urk. 100 Nr. 3094]
- Eiter (1591) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 1910]
- Eittra (1673) [Ziegler, Reichsabtei Hersfeld, S. 275-277, Nr. 37]
- Eitter (1673) [Ziegler, Reichsabtei Hersfeld, S. 280-281, Nr. 41]
- Eyter (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 16,1]
- Eitra (1747) [Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105]
Bezeichnung der Siedlung
- 1494 wüst
- Dorfschaft (1673)
Umlegung der Flur
1929; 1926-1938
Älteste Gemarkungskarte
1729
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3552152, 5631018
UTM: 32 U 552057 5629205
WGS84: 50.812234° N, 9.738899° O
Statistik
Ortskennziffer
632007020
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 112, davon 77 Acker (= 68.75 %), 19 Wiesen (= 16.96 %), 4 Holzungen (= 3.57 %)
- 1961 (Hektar): 116, davon 6 Wald (= 5.17 %)
Einwohnerstatistik
- 1631: 12 Hausgesesse
- 1637: 7 Hausgesesse
- 1747: 13 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
- 1772: 15 Haushaltungen mit 87 Menschen; Gerwerbetreibende: 2 Zimmerleute, 1 Schreiner, 1 Müller, 3 Leineweber so auch zugleich Tagelohnen, 2 Leinweber so Ackerleute und nur ihr eigen Tuch machen und 4 so bloß den Ackerbau treiben, 1 Tagelöhner und 1 Tagelöhnerin (HStAM Best. 49 d, Hersfeld Nr. 59)
- 1813: 116 Einwohner
- 1830: 116
- 1871: 124 (+ 3 abw.)
- 1885: 164, davon 156 evangelisch (= 95.12 %), 3 katholisch (= 1.83 %), 5 andere Christen (= 3.05 %)
- 1926: 216 evangelische Einwohner
- 1961: 352, davon 286 evangelisch (= 81.25 %), 61 katholisch (= 17.33 %)
- 1970: 380
- 1975: 447
- 1980: 399
- 1984: 429
- 2001: 397
- 2006: 352
- um 1760: 20 Haushaltungen
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1567: Fürstabtei Hersfeld, buchenauisches Gericht Schildschlag
- 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Schildschlag
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Schildschlag
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Schildschlag
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Petersberg
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Schildschlag
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
Altkreis
Hersfeld
Gemeindeentwicklung
Am 1.8.1972 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der Gemeinde Hauneck eingegliedert.
Gericht
- 1822: Landgericht Hersfeld
- 1850: Justizamt Hersfeld I
- 1867: Amtsgericht Hersfeld
- 1879: Amtsgericht Bad Hersfeld
Herrschaft
- Bis zum endgültigen Übergang an die Landgrafschaft Hessen 1651 war Eitra als Hersfelder Lehen ein Dorf des buchenauischen Gerichts Schildschlag der von Buchenau. Auch die peinliche Gerichtsbarkeit besaßen die von Buchenau als hersfeldisches Lehen (Rev. seit 1567).
- 1494 verkauft Engelhard von Buchenau für 2.000 Gulden verschiedene Dörfer, Wälder und Wüstungen u.a. Eitra, Rotensee und Wippersheim an Landgraf Wilhelm von Hessen (HStAM Best. Urk. 13 Nr. 4178).
- Nach dem Übergang an die Landgrafen kommt es zu langwierigen Prozessen um die Medietät oder Immedietät des Schildschlags, die erst in einem Vergleich im Jahre 1670 beigelegt wurden. Die von Buchenau erkannten die Landeshoheit der Landgrafen an, sollten aber in ihren von Hersfeld übertragenen Rechten bleiben.1720/21 wurde das Gericht von der Familie Buchenau an Hessen verkauft. 1772 ist Eitra unumstrittener Besitz der Landgrafen.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- Eitra gehörte 1494 denen von Buchenau und war damals wüst (GR Rothensee).
- Es stand unter hersfeldischer Landeshoheit (Vertrag von 1559 UA Hersfeld).
Kirche und Religion
Ortskirchen
- 1772 ist keine Kirche vorhanden
- 1834: Eigener Friedhof (vorher in Wippershain)
- 1894: Bau einer eigenen evangelisch-reformierten Kirche zusammen mit Sieglos, 1919 umgebaut
Pfarrzugehörigkeit
1747, 1872 ist Eitra wie stets vorher nach Wippershain eingepfarrt (Hochhuth, Statistik der evangelischen Kirche, S. 516). Eitra und Sieglos verblieben auch nach 1894 weiterhin ohne eigene Kirchengemeinde im Kirchspiel Wippershain. Nach dessen Auflösung und der damit verbundenen Verkleinerung schieden Eitra und Sieglos 1951 aus diesem Kirchspiel aus und bildeten nun eine eigene Filialgemeinde im Kirchspiel Unterhaun.
Bekenntniswechsel
Einführung der Reformation vermutlich Mitte des 16. Jahrhunderts.
Kultur
Schulen
1772 ist kein Schulhaus vorhanden
1910 Volksschule mit zwei Klassen
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Wirtschaft
Mühlen
1772 hat die Mühle 2 oberschlägige Mahlgänge und 1 Schlaggang
Alte Dorfmühle im 19. Jahrhundert in Fabrikanlage aufgegangen, Mühlgraben aber noch vorhanden
Nachweise
Literatur
- Dorfchronik von Eitra
- Scholz, Wasser- und Windmühlen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg, S. 80-81
- Hochhuth, Statistik der evangelischen Kirche, S. 516
- Ziegler, Reichsabtei Hersfeld, S. 312 (Register)
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 110
- Gerbig, Hauneck Chronik
- Denkmaltopographie Landkreis Hersfeld-Rotenburg 1, S. 279-281
Weblinks
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
Personen
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Eitra, Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/2958_eitra> (aufgerufen am 14.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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