Hessenhagen

Wüstung · 469 m über NN  
Gemarkung
Wellerode
Gemeinde
Söhrewald
Landkreis
Kassel
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Siedlung

Ortstyp

Wüstung

Lagebezug

12,5 km südöstlich von Kassel

Lage und Verkehrslage

Wüstung 3,2 km südsüdöstlich von Wellerode in Richtung Sankt Ottilien; Flurbezeichnung Hessenhagerkirche
Um 1580 wird eine Wüstung bei der Hessenhainer Kirchen genannt, auch Hessenhainer Bruch und Trisch (Akten des Stiftsarchivs Kaufungen Nr. 1117).

Ersterwähnung

1155

Letzterwähnung

um 1580

Siedlungsentwicklung

Zur Entwicklung der Wüstung Hessenhagen gibt es unterschiedliche Auffassungen. Klaus Sippel hat hiermit die 1155 in der Breitenauer Überlieferung einsetzenden Belege zu Hagen in Verbindung gebracht, das zuvor an anderer Stelle vermutet wurde (s.u.) und nun bei der Ruine Stückkirchen zu lokalisieren ist. In einer Klosterrechnung von 1460 wird Hagen zu Dornhagen gerechnet. Um 1580 wird der Ort als Wüstung bezeichnet. Die Kirchenruine wurde erstmals von G. Landau 1858 bzw. 1842 fälschlich Sankt Juliane genannt, was auf der Topographischen Karte bis heute übernommen wurde. Doch bezeichnete man die Stückkirchen in der Überlieferung nie als Julianenkapelle, sondern stets nur als Hessenhainer Kirche(n). Die Wüstung Hagen wird in der Literatur auch im Amt Melsungen wohl 1,5 km südöstlich von Dörnhagen verortet: Von der Straße Guxhagen - Dörnhagen zweigt nach 1 km der Weg nach Wollrode ab. Nördlich dieses abzweigenden Verbindungsweges erhebt sich eine Anhöhe, an deren Hang eine Quelle entspringt. Dort soll die ehemalige Siedlung Hagen lokalisiert werden (Weidemann, Wüstungen Melsungen).

Historische Namensformen

Bezeichnung der Siedlung

  • villa (1289)
  • Wüstung; hoffestadt (um 1580)

Koordinaten

Gauß-Krüger: 3543155, 5677508
UTM: 32 U 543064 5675677
WGS84: 51.230842° N, 9.616779° O

Statistik

Ortskennziffer

63302403006

Verfassung

Verwaltungsbezirk

  • undatiert: wüst im Kasseler Amt Neustadt

Altkreis

Kassel

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer

  • 1155 erhält das Kloster Breitenau ein Gut in Hagen

Ortsadel

Ob sich hiernach eine Familie von Hain (de Indagine) benannte, die in Hasunger und Hainaer Urkunden 1241-1306 erwähnt wird, muss offen bleiben.

Kirche und Religion

Ortskirchen

  • plebanus de Indagine (1299)
  • bei der Hessenhainer Kirchen (1580) [Akten des Stiftsarchivs Kaufungen Nr. 1117]
  • Stückkirchen (1840-1861)
  • Die Flur heißt heute Hessenhagenkirchen und wird im Norden begleitet von den Fluren Brandfläche und Glockenborn. Die dortige Kirchenruine wurde erstmals von G. Landau 1858 (Landau, Beschreibung der wüsten Ortschaften. Ausg. 1858) bzw. 1842 fälschlich St. Juliane genannt, was auf der Topographischen Karte bis heute übernommen wurde. Doch bezeichnete man die Stückkirchen in der Überlieferung nie als Julianenkapelle, sondern immer nur als Hessenhainer Kirche. Jedenfalls liegt die wüste Kirche auf einer kleinen Lichtung in West-Ost-Richtung auf einer etwa 25 x 8 m großen und etwa 1,50 m hohen Erhebung.

Siehe auch

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Orte

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Hessenhagen, Kassel“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/2820_hessenhagen> (aufgerufen am 30.05.2026)

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