Ehringen

Die Lage von Ehringen im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
10 km östlich von Bad Arolsen
Lage und Verkehrslage
Langgestrecktes Dorf mit regelhaften Grundrissmerkmalen (vier parallele Straßen) am Zufluss des Viesebeckerbaches in die Erpe. Kirche in zentraler Lage. Durch den Ort führt die L 3075 von Wolfhagen nach Volkmarsen, Verbindungsstraßen nach Niederelsungen (K 90) und Viesebeck (K 92). Bahnhof der Eisenbahnlinie Volkmarsen – Vellmar/Obervellmar (Inbetriebnahme der Strecke 15.12.1896).
Ersterwähnung
um 1018
Historische Namensformen
- Erungun (um 1018) [Abschrift 12. Jahrhundert Vita Meinwerci, hrsg. von Guido M. Berndt, S. 122-123, Cap. 48 = Vita Meinwerci, in:MGH Scriptores rerum Germanicarum in usum scholarum 59: Tenckhoff, S. 41, Cap. 49]
- Eringen, de (1251) [Kop. Westfälisches Urkundenbuch 4,2, S. 287-288, Nr. 453]
- Eringen, in (1237) [Schreibweise nach Archivregest HStAM Bestand Urk. 85 Nr. 10719]
- Eringen, de (1271) [Urkunden zur Geschichte der Fürstenthümer Waldeck und Pyrmont, bearb. von Louis Curtze, o.J., Exemplar in der Dienstbibliothek des Hessischen Staatsarchivs Marburg, S. 6, Nr. 9]
- Eringen, in (1317) [F. Varnhagen, Geschichte der Grafen von Everstein, in: Archiv für Geschichte und Alterthumskunde Westphalens, Bd. 2 (1828), S. 150-151, Nr. 3]
- Iringen (1517) [HStAM Best. Urk. 20 (Kartause Eppenberg)]
- Eringen (1585) [Der ökonomische Staat, S. 95]
- Eringen (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 2]
- Eringen (1733) [HStAD Bestand P 23 Nr. 56]
Bezeichnung der Siedlung
- Dorf (1438)
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3510352, 5694063
UTM: 32 U 510274 5692225
WGS84: 51.381181° N, 9.14763° O
Statistik
Ortskennziffer
635020010
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 968, davon 605 Acker (= 62.50 %), 53 Wiesen (= 5.48 %), 241 Holzungen (= 24.90 %)
- 1961 (Hektar): 967, davon 243 Wald (= 25.13 %)
Einwohnerstatistik
- 1585: 79 Haushaltungen (Der ökonomische Staat)
- 1747: 96 Haushaltungen (Stadt- und Dorfbuch des Ober- und Niederfürstentums Hessen)
- 1885: 558, davon 554 evangelisch (= 99.28 %), 2 katholisch (= 0.36 %), 2 andere Christen (= 0.36 %)
- 1961: 921, davon 873 evangelisch (= 94.79 %), 41 katholisch (= 4.45 %)
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1458: Landgräfliches Amt Wolfhagen
- 1537: Grafschaft Waldeck, Amt Landau (zumindest flossen Gefälle hierhin)
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Wolfhagen
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Wolfhagen
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Fulda, Distrikt Kassel, Kanton Wolfhagen
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Wolfhagen
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Wolfhagen
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Kassel
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Wolfhagen
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Wolfhagen
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Wolfhagen
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Wolfhagen
- 1971: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck, Stadt Volkmarsen (s. Gemeindeentwicklung)
Altkreis
Wolfhagen
Gemeindeentwicklung
Am 1. Februar 1971 als Stadtteil in die Stadt Volkmarsen eingemeindet.
Gericht
- 15. Jahrhundert: Freistuhl Ehringen
- 1821: Justizamt Volkmarsen
- 1879: Amtsgericht Volkmarsen
- 1945: Amtsgericht Wolfhagen
Herrschaft
- Der Ort findet sich zunächst in den Händen des Bischofs von Paderborn und gelangt später in waldeckischen Besitz. 1438 verpfändet Waldeck ein Drittel seines Anteils an die Landgrafen von Hessen, zugleich bestätigt Otto Wunst, dass die Ehefrau des Johann von Kassel ihr Drittel an dem Dorf Ehringen an den Landgrafen von Hessen für 200 fl. verkaufen darf. Die Landgrafen bringen in der Folge den gesamten Besitz in ihre Hand. 1456 wird die Verpfändung des gesamten Dorfes an die Landgrafen erneuert. 1534 ist der Ort wieder in waldeckischem Besitz. 1631 verzichtet Waldeck endgültig auf seine Ansprüche zugunsten Hessen. Die Grafen behalten jedoch einigen Grundbesitz und das Patronatsrecht.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- 1308 erhält das Kloster Wormeln Güter in Ehringen. 1437, 1444 und 1452 versetzen und tauschen die Herren von Brobeck Renten in Ehringen u.a. an das Kloster Hardehausen.
Ortsadel
1271
Kirche und Religion
Ortskirchen
- 1251: Kirche (ecclesia)
- 1317: ecclesia parrochialis
- Kirche mit romanischem Westturm, niedrigem gotischem Schiff und eingezogenem Chor über quadratischem Grundriss aus der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts
Pfarrzugehörigkeit
Seit 1585 gehört Viesebeck als Filialgemeinde zur Pfarrei, so noch 1872 und 1994.
Patronat
1237 verleiht Graf Adolf von Waldeck mit Zustimmung seiner Gemahlin Sophia und seiner Kinder dem Kloster Arolsen das Patronat der Kirche in Ehringen.
1251 bestätigt der Kardinal Hugo dem Kloster Arolsen den Besitz der Kirche in Ehringen. 1317 bestätigt Papst Johannes XXII., dass der Graf Konrad von Everstein mit Einwilligung des Erzbischofs von Mainz nebst anderen Kirchen auch die ihm gehörige in Ehringen dem Kloster Arolsen geschenkt hat. Nach Aufhebung des Klosters 1526 fällt das Patronatsrecht an die Grafen von Waldeck und wird 1635 in einem Vergleich bestätigt..
Bekenntniswechsel
Erster evangelischer Pfarrer: Georg Stube 1529-1544
Kirchliche Mittelbehörden
1251: Diözese Paderborn
15. Jahrhundert: Mainzer Kirchenprovinz, Archidiakonat St. Marien zu Hofgeismar
Juden
1825 eine jüdische Familie im Ort, sie gehörte zur Gemeinde Volkmarsen alemannia-judaica
Kultur
Schulen
1910 Volksschule mit zwei Klassen
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Historische Ereignisse
Dorfbrand 1738
Wirtschaft
Mühlen
1493 verkauft Graf Otto von Waldeck an Kloster Volkhardinghausen die Mühle in Ehringen (HStAM Bestand Urk. 85 Nr. 9445) Untermühle am Ende des Betriebsgrabens der Erpe im Dorf (1885: 1 Wohnhaus mit 9 Bewohnern) S. auch Obermühle
Nachweise
Literatur
Weblinks
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
Personen
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Ehringen, Waldeck-Frankenberg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/1886_ehringen> (aufgerufen am 13.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/1886