Stormbruch

Die Lage von Stormbruch im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
14,5 km nordwestlich von Korbach
Lage und Verkehrslage
Geschlossenes Dorf mit einfachem Grundriss und geringer Siedlungsdichte im welligen Gelände an der Hagen-Bicke südwestlich des Diemelsees. Kirche am Ostrand. Verbindungsstraßen zu den Nachbardörfern Heringhausen, Giebringhausen und Ottlar.
Ersterwähnung
1052
Historische Namensformen
- Sturibrock, in (1052) [Abschrift Erhard, Regesta Historiae Wesfaliae, S. 113-114, Nr. 143]
- Stormbroke, in (1168) [Kop. 17. Jahrhundert Regesten der Erzbischöfe von Köln 2, S. 166, Nr. 914]
- Stormbroke, de (1292) [Urkunden Kloster Bredelar, S. 119, Nr. 159]
- Stormbroch (1292) [Urkunden Kloster Bredelar, S. 124, Nr. 169]
- Storembruch (1316)[Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Abteilung Westfalen, Kloster Glindfeld, Urk. 27]
- Stormbrok, in (1350) [Paul Wigand, Einzelne Beiträge, in: Archiv für Geschichte und Alterthumskunde Westphalens 6 (1834), S. 385-405, IV: Das älteste Corveyer Lehnsregister, hier S. 391, § 24]
- Stormbroech (1537) [HStAM Bestand 127 Nr. 3]
- Stormbruch (1733) [HStAD Bestand P 23 Nr. 56]
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3479068, 5690480
UTM: 32 U 479002 5688644
WGS84: 51.348683° N, 8.698493° O
Statistik
Ortskennziffer
635007100
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 1043, davon 295 Acker (= 28.28 %), 123 Wiesen (= 11.79 %), 394 Holzungen (= 37.78 %)
- 1961 (Hektar): 1037, davon 437 Wald (= 42.14 %)
Einwohnerstatistik
- 1541: 14 Häuser
- 1620: 30 Häuser
- 1650: 12 Häuser
- 1738: 30 Häuser
- 1770: 37 Häuser, 216 Einwohner
- 1885: 344, davon 344 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1895: 332, davon 331 evangelisch (= 99.70 %), 1 katholisch (= 0.30 %)
- 1961: 299, davon 263 evangelisch (= 87.96 %), 36 katholisch (= 12.04 %)
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1052: Grafschaft des Grafen Erpo (in comitatu Erponis comitis)
- 1489: Grafschaft Waldeck, Amt Eisenberg, Herrschaft Padberg
- 1546: Grafschaft Waldeck, Amt Eisenberg
- 1712: Fürstentum Waldeck, Amt Eisenberg
- 1755/1757: Fürstentum Waldeck, Amt Eisenberg
- bis 1814: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Amt Eisenberg
- 1814: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Oberamt des Eisenbergs (Sitz in Korbach)
- 1816: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Oberjustizamt Eisenberg (Sitz in Korbach)
- 1850: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Kreis des Eisenbergs
- 1919-1929: Freistaat Waldeck, Kreis des Eisenbergs
- 1929: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Kreis des Eisenbergs
- 1942: Deutsches Reich, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Waldeck
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Waldeck
- 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg
Altkreis
Waldeck
Gemeindeentwicklung
Am 31.12.1971 als Ortsteil in die neu gegründete Gemeinde Diemelsee eingemeindet.
Gericht
- 1537/1541: Gogericht Flechtdorf
- 1814: Oberjustizamt des Eisenbergs in Korbach
- 1850: Kreisgericht Korbach
- 1868/69: Amtsgericht Korbach
Herrschaft
- 1489 wird Stormbruch zur Herrschaft Padberg gerechnet und gilt als Zubehör des Amtes Eisenberg im weitesten Sinne. Die Landesherrschaft der Grafen von Waldeck kann sich aber erst in der Frühen Neuzeit gegen die Grafen von Padberg durchsetzen (vgl. Besitz und Zehnt).
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- Bereits vor 1052 erhält das Kloster Abdinghof (Paderborn) das Gut Stormbruch, um das sich in der Folge eine Villikation entwickelt.
- 1168 schenkt der Kölner Erzbischof Philipp von Heinsberg dem Kloster Flechtdorf eine Hufe in Strombruch, die zuvor der Lehnsinhaber Gottschalk von Padberg der Kölner Kirche zurückgab.
- 1537 haben die Grafen von Padberg sowie die Klöster Flechtdorf und Abdinhof Höfen in Storbruch. Die Höfe der Grafen von Waldeck sind dem Kanzler Wendelin Colbecher verschrieben.
Zehntverhältnisse
1316 tauscht Graf Heinrich von Waldeck den Zehnten von Stormbruch an das Kloster Glindfeld gegen Besitzungen bei Landau.
Mitte des 14. Jahrhunderts hat Johann von Padberg den Zehnten von Corvey zu Lehen. 1537 gehört der Zehnten wieder den Grafen von Padberg.
Kirche und Religion
Ortskirchen
- Barocke Saalkirche 1784 niedergebrannt, 1792-96 wiedererrichtet
Pfarrzugehörigkeit
1526 und später wird Stormbruch als Filiale von Heringhausen genannt und gehört 2018 zum Kirchspiel Heringhausen.
Bekenntniswechsel
Da Filial von Heringhausen, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Heringhausener Pfarrer Johann Pistor um 1542.
Kultur
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Historische Ereignisse
Stadtbrand 1784
Nachweise
Literatur
- Stormbruch. Waldeckische Ortssippenbücher 68
- Schwersmann, Benediktinerkloster Flechtdorf, S. 320-321,
- Bockshammer, Grafschaft Waldeck, S. 216-228,
- Bau- und Kunstdenkmäler Kassel N.F. 3 (Kreis des Eisenberges), S. 216 f.,
- Langenbeck, Die evangelischen Geistlichen, in: Geschichtsblätter für Waldeck und Pyrmont 42 (1950), S. 67
Weblinks
Siehe auch
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Orte
Personen
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Stormbruch, Waldeck-Frankenberg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/1736_stormbruch> (aufgerufen am 12.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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