Dehausen

Die Lage von Dehausen im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
8,5 km nordöstlich von Bad Arolsen
Lage und Verkehrslage
Geschlossenes Dorf mit zentralem Baublock an der Welda in ebenem Gelände zwischen bewaldeten Höhenzügen. Südwestlich des Ortes verläuft die Verbindungsstraße Volkmarsen-Rhoden (L 3081).
Ersterwähnung
(973-975)
Siedlungsentwicklung
In der Gemarkung wurde im Bereich des plateauartigen Waldstücks "Der Stock" eine aus 41 Hügeln bestehende Gruppe von Hügelgräbern der Bronzezeit gefunden.
1492 wird das als wüst bezeichnete Dehausen den Antonitern in Grünberg zur Neubesiedlung übergeben, die in der Folge auch stattfindet.
Historische Namensformen
- Theshusun, in (973-975) [Kop. 1479 Traditiones Corbeienses, § 351, S. 138, vgl. Schütte, Mönchslisten, S. 253]
- Tedenhusen, in (1141) [verunechtet 13. Jh., Kop. 16. Jh., UB Mainz 2,1, S. 45-53, Nr. 28]
- Thedenhusen, in (1141) [verunechtet 13. Jh., Kop. 17. Jh., Origines Guelficae, hrsg. von C.L. Scheidt, Bd. 4, Hannover 1753, S. 525, Digitalisat]
- Thelsen, in (1155) [Abschrift um 1200 Urkunden Kloster Hardehausen, S. 46-48, Nr. 7]
- Thedehusen, in (1243) [Urkunden Kloster Hardehausen, S. 114, Nr. 95]
- Dhedhehusen (1272) [Westfälisches Urkundenbuch 4,3, S. 617-618, Nr. 1271]
- Dedehosen (1360) [Urkunden Kloster Hardehausen, S. 566-567, Nr. 795]
- Dehehusen (1360) [HStAM Bestand Urk. 85 Nr. 1967]
- Dedenhusen (1390) [Hessisches Staatsarchiv Marburg Bestand Urk. 85 Nr. 3649]
- Dedehußen unter Bellernn (1492) [Klosterarchive 7: Die oberhessischen Klöster 3,1, S. 441-442, Nr. 627]
- Dehausen (1733) [HStAD Bestand P 23 Nr. 56]
Älteste Gemarkungskarte
1858
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3502965, 5702343
UTM: 32 U 502890 5700502
WGS84: 51.455689° N, 9.041595° O
Statistik
Ortskennziffer
635008020
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 396, davon 193 Acker (= 48.74 %), 48 Wiesen (= 12.12 %), 126 Holzungen (= 31.82 %)
- 1961 (Hektar): 397, davon 124 Wald (= 31.23 %)
Einwohnerstatistik
- 1541: 8 Häuser
- 1620: 13 Häuser
- 1650: 9 Häuser
- 1738: 20 Häuser
- 1770: 22 Häuser, 118 Einwohner
- 1885: 175, davon 174 evangelisch (= 99.43 %), 1 katholisch (= 0.57 %)
- 1895: 158, davon 157 evangelisch (= 99.37 %), 1 katholisch (= 0.63 %)
- 1961: 154, davon 143 evangelisch (= 92.86 %), 10 katholisch (= 6.49 %)
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1390: Grafschaft Waldeck, Amt Rhoden
- 1537: Grafschaft Waldeck, Amt Rhoden
- 1712: Fürstentum Waldeck, Amt Rhoden
- 1755/57: Fürstentum Waldeck, Amt Rhoden
- bis 1814: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Amt Rhoden
- 1814: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Oberamt der Diemel (Sitz in Arolsen)
- 1816: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Oberjustizamt der Diemel (Sitz in Rhoden)
- 1850: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Kreis der Twiste (Sitz bis 1857 in Mengeringhausen, dann in Arolsen)
- 1919-1929: Freistaat Waldeck, Kreis der Twiste
- 1929: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Kreis der Twiste
- 1942: Deutsches Reich, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Waldeck
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Waldeck
- 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg
Altkreis
Waldeck
Gemeindeentwicklung
Am 1.11.1970 schlossen sich die bis dahin selbstständigen Gemeinden Rhoden und Wrexen zur Stadt Diemelstadt zusammen. Am 31.12.1970 schlossen sich die Gemeinden Ammenhausen, Dehausen, Helmighausen, Neudorf und Wethen der Stadt Diemelstadt an. Ab 31.12.1971 wurden die Gemeinden Hesperinghausen und Orphetal Stadtteile von Diemelstadt.
Gericht
- 1537: Freistuhl Mengeringhausen
- 1816: Oberjustizamt der Diemel (Sitz in der Stadt Rhoden)
- 1850: Kreisgericht Arolsen
- 1868/69: Amtsgericht Arolsen
Herrschaft
- 1390 verpfändet Graf Heinrich von Waldeck Schloß und Stadt Rhoden mit Gütern u.a. zu Dehausen an Kurt Spiegel vom Desenberg. 1492 verkauft Graf Otto IV. dem Kloster Arolsen das wüste Dorf Dehausen. Mit der Aufhebung der Klöster fielen alle Rechte an die Grafen von Waldeck zurück.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- Im 10. Jahrhundert hat Kloster Corvey Besitz in Dehausen. 1141 bestätigt der Mainzer Erzbischof Markolf dem Kloster Northeim seinen Besitz, u.a. in 6 Hufen in Dehausen. 1155 gehört Besitz in Dehausen dem Bischof von Paderborn. Das Kloster Hardehausen gibt 1360 seinen Hof Dehausen nebst dem halben Wald Stock im Tausch an Graf Otto II. von Waldeck.
Zehntverhältnisse
1243 trat der Paderborner Domdechant den Zehnten in Dehausen und Ammenhausen dem Kloster Hardehausen gegen eine Kornrente ab. 1537 gehört der Zehnte den Grafen von Waldeck.
Kirche und Religion
Pfarrzugehörigkeit
1243 zur Kirche in Welda und dem dortigen Dekanat gehörig, später Filial von Rhoden, von 1660-1906 von der dortigen Diakonatpfarrstelle versehen.
Bekenntniswechsel
Da Filial von Rhoden, Einführung der Reformation vermutlich in den 1540er Jahren.
Juden
1847: 1 Familie (6 Personen)
Kultur
Schulen
1904 Neubau der Volksschule
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Nachweise
Literatur
- Irina Görner, Bestattungssitten der Hügelgräberbronzezeit in Nord- und Osthessen, S. 474-475
- Dehausen. Waldeckische Ortssippenbücher 70
- Bau- und Kunstdenkmäler Kassel N.F. 2 (Kreis der Twiste), S. 105,
- Bockshammer, Grafschaft Waldeck, S. 177-187,
- Classen, Kirchliche Organisation, S. 269
- Berbüsse, Geschichte der Juden in Waldeck. Emanzipation und Antisemitismus vor 1900, S. 41
Weblinks
Siehe auch
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Orte
Personen
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Dehausen, Waldeck-Frankenberg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/1266_dehausen> (aufgerufen am 07.05.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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