Zeilsheim

Die Lage von Zeilsheim im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
13 km westlich von Frankfurt am Main
Lage und Verkehrslage
Geschlossene Siedlung oberhalb des Welschgrabens im östlichen Main-Taunus-Vorland.
Ersterwähnung
794
Siedlungsentwicklung
1899/1900 und 1909/12 entsteht die Arbeiterkolonie mit Farbwerkswohnungen zwischen Pfaffenwiese und Klosterhofstraße, 1925 kommen die Neue Kolonie und 1937/39 die Steinrutsch-Siedlung hinzu. Ab 1949 bauen die Farbwerke weitere Werkswohnungen, u.a. in der Märchensiedlung und der Siedlung Taunusblick.
Historische Namensformen
- Ciolfesheim (794) [Kop. 2. Hälfte XII Jh., Codex Laureshamensis III, Nr. 3398]
- Cilolvesheim (1090) [Nassauisches Urkundenbuch 1,1, S. 74-75, Nr. 135] = Mainzer Urkundenbuch 1, Nr. 374, S. 272-274]
- Zilvesheim (1222) [Nassauisches Urkundenbuch 1,1, S. 268-289, Nr. 380]
- Zilolvesheim (1250/60) [Wagner, Die eppsteinschen Lehensverzeichnisse, S. 59]
- Zilvisheim (1285) [Nassauisches Urkundenbuch 1,2, S. 616-617, Nr. 1045]
- Cilwisheim (1299) [Nassauisches Urkundenbuch 1,3, S. 24, Nr. 1264]
- Zuilvesheim (1306) [Urkundenbuch der Reichsstadt Frankfurt 1, Nr. 872, S. 449-460]
- Zilsheim (1343) [Nassauisches Urkundenbuch 1,3, S. 219, Nr. 2322]
- Zilsheim (1346) [Nassauisches Urkundenbuch 1,3, S. 234, Nr. 2425]
- Zilesheim, zů (1355) [Flug, Altmünsterkloster in Mainz, Urkundenbuch (auf CD), S. 258-259, Nr. 308]
Bezeichnung der Siedlung
- 794: villa
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3463850, 5551202
UTM: 32 U 463790 5549421
WGS84: 50.095948° N, 8.493731° O
Statistik
Ortskennziffer
412000390
Frühere Ortskennziffer
412000839
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 430, davon 416 Acker (= 96.74 %), 0,4 Wiesen (= 0.00 %), 0,3 Holzungen (= 0.00 %)
Einwohnerstatistik
- 1543: 19 Hausgesessene
- 1550: 18 Häuser
- 1587: 14 Hausgesessene
- 1609: 24 Haushaltungen
- 1623: 20 Haushaltungen mit 73 Einwohnern
- 1639: 3 Haushaltungen
- 1649: 15 Haushaltungen
- 1667: 23 Haushaltungen
- 1703: 35 Haushaltungen
- 1727: 45 Haushaltungen
- 1740: 48 Haushaltungen
- 1771: 254 Einwohner
- 1801: 46
- 1834: 378
- 1840: 374
- 1846: 385
- 1852: 415
- 1858: 420
- 1864: 443
- 1871: 443
- 1875: 512
- 1885: 522, davon 10 evangelisch (= 1.92 %), 512 katholisch (= 98.08 %)
- 1895: 572
- 1905: 2079
- 1910: 2797
- 1939: 4755
- 1950: 6093
- 1961: 12603
- 1970: 14356
- 1980: 12479
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 794: Niddagau (in pago Nitachgouue)
- 1400: Herrschaft Falkenstein, Amt Hofheim
- 1559: Kurfürstentum Mainz, Amt Hofheim
- 1668: Kurfürstentum Mainz, Amt und Kellerei Hofheim
- 1787: Kurfürstentum Mainz, Oberamt Höchst und Königstein, Amtsvogtei Hofheim
- 1803: Nassau-Usingen, Oberamt Höchst und Königstein, Amtsvogtei Hofheim
- 1816: Herzogtum Nassau, Amt Höchst
- 1849: Herzogtum Nassau, Verwaltungsbezirk IX (Kreisamt Höchst)
- 1854: Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Amt Höchst
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Wiesbaden (Main-Kreis)
- 1886: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Höchst
- 1917: Stadt Höchst a.M
- 1928: Stadtkreis Frankfurt am Main
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Frankfurt am Main
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Frankfurt am Main
- 1952: Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreisfreie Stadt Frankfurt am Main
- 1968: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Frankfurt am Main
Altkreis
Frankfurt am Main, Stadt
Gemeindeentwicklung
Am 1.7.1917 Eingliederung in die Stadt Höchst a.M., mit dieser am 1.4.1928 in den Stadtkreis Frankfurt am Main eingegliedert.
Gericht
- 1530 und 1547: Landgericht Dieffenwegen (Gemarkung Sulzbach)
- 1668: Gericht Hofheim
- 1722: Gericht Zeilsheim
- 1816: Amt Höchst
- 1849: Justizamt Höchst
- 1854: Justiz- und Verwaltungsamt Höchst
- 1867: Amtsgericht Höchst am Main
- 1879: Amtsgericht Höchst
- 1928: Amtsgericht Frankfurt a. M./Höchst
- 1945: Amtsgericht Frankfurt am Main
Herrschaft
- 1263 werden die Hoheitsrechte der Herren von Falkenstein in Zeilsheim faßbar. Seit dem 14. Jahrhundert wiederholte Verschreibungen des gesamten Amtes Hofheim an die Herren von Kronberg, Sayn, Falkenstein Eppstein und Stolberg-Königstein. 1400 verschrieb der Mainzer Erzbischof Burg und Stadt Hofheim u.a. mit dem Dorf Zeilsheim an Philipp von Falkenstein.1559 löste der Erzbischof die Pfandschaft für 20.000 Gulden ein.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- 794 erhielt Kloster Lorsch eine Schenkung von einer Hufe und 30 Morgen in Zeilheim. 1090 schenkte der Mainzer Erzbischof Ruthard dem Kloster St. Alban drei Hufen aus seinem Besitz. 1222 hat Kloster Retters zwei Hufen und einen Hof in Zeilsheim. 1263 bekennt das Kloster, eine Ordnung zwischen Philipp von Falkenstein und der Gemeinde Zeilsheim einhalten zu wollen. 1327 hatte Hartumt von Kronberg von Kuno von Falkenstein 5 Hufen zu Lehen. 1331 erhielt das Heiliggeistspital Frankfurt 3 Hufen. 1355 hatte das Altmünsterkloster in Mainz einen Hof in Zeilsheim. 1525 hatten Kloster Retters, Kloster Altmünster, der Erzbischof von Mainz, der Deutsche Orden in Sachsenhausen, das Frankfurter Heiliggeistspital und der Pfarrer Besitz in Zeilsheim. Nach der Lösung der Einlösung der Pfandschaft durch den Erzbischof von Mainz 1559 zog dieser die Güter es ehemaligen Klosters Retters 1582 ein. 1668 sind neben dem Kurfürsten der Deutsche Orden Sachsenhausen, das Altmünsterkloster, die Antoniter zu Höchst, Das Frankfurter Heiliggeist-Spital sowie das Weißfrauenkloster zu Mainz begütert.
Ortsadel
1250-60 wird im Lehensverzeichnis des Gerhard von Eppstein ein Gozwin von Zeilsheim mit Burglehen genannt.
Kirche und Religion
Ortskirchen
- 1384: Kapelle St. Gertrud, die 1432 durch einen Neubau ersetzt wird
- 1817/18: Neubau der katholischen Kirche, 1932 und 1957 neoklassizistische Erweiterung
- 1912: evangelische Kirche am Frankenthaler Weg
Patrozinien
- Bartholomäus
Pfarrzugehörigkeit
Eingepfarrt nach Höchst. 1888 selbständige Pfarrei
Patronat
Das Patronatsrecht hatte der Mainzer Erzbischof..
Bekenntniswechsel
Einführung der Reformation: ab 1535 durch die Grafen von Stolberg
Katholischer Bekenntniswechsel: nach 1565
Kultur
Schulen
1690 Schulhaus neben der Kirche
1889 Schule in der Pfarrscheune, 1901 Neubau der Volksschule, 1912 Erweiterung
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Historische Ereignisse
1463 wurde der Zeilsheimer Vertrag oder Frieden von Zeilsheim abgeschlossen, der die Mainzer Stiftsfehde von 1461-1463 beendete.
Nachweise
Literatur
- Vogel, Beschreibung Nassau, S. 862,
- Bach, Siedlungsnamen, S. 49,
- Kleinfeldt, Kirchenorganisation, S. 69,
- Löffler, Herren von Falkenstein, Bd. 1 S. 438,
- Denkmaltopographie Stadt Frankfurt am Main, S. 774-783,
- Christ, Erzstift Mainz, S. 296-299,
- Vollert, Zeilsheim,
- Bethke, Main-Taunus-Land, S. 199-201,
- Cremer, Regierungsbezirk Darmstadt, S. 316-317,
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
- Hessische Flurnamen
- Historische Kartenwerke
- Topografie des Nationalsozialismus in Hessen
- Topografische Karten
Personen
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
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Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Zeilsheim, Frankfurt am Main“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/11718_zeilsheim> (aufgerufen am 11.06.2026)
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