Unterliederbach

Dorf · 105 m über NN  
Gemarkung
Frankfurt-Unterliederbach
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Siedlung

Ortstyp

Dorf

Lagebezug

10,5 km westlich von Frankfurt am Main

Lage und Verkehrslage

Siedlung rechts des unteren Liederbachs in Tallage im östlichen Main-Taunus-Vorland. Bahnhof der Eisenbahnlinie Frankfurt am Main/Höchst – Königstein (Inbetriebnahme der Strecke 24.2.1902).

Ersterwähnung

780-802

Vorbemerkung Historische Namensformen

Da die Schriftquellen bis ins 13. Jahrhundert keine Differenzierung vornehmen vgl. auch Oberliederbach

Historische Namensformen

Bezeichnung der Siedlung

  • villa (838)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung

Koordinaten

Gauß-Krüger: 3466768, 5552773
UTM: 32 U 466706 5550992
WGS84: 50.110242° N, 8.534374° O

Statistik

Ortskennziffer

412000400

Frühere Ortskennziffer

412000840

Flächennutzungsstatistik

  • 1885 (Hektar): 578, davon 529 Acker (= 91.52 %), 22 Wiesen (= 3.81 %), 0,2 Holzungen (= 0.00 %)

Einwohnerstatistik

  • 1492: 9 Häuser
  • 1530: 11 Männer
  • 1543: 25 Hausgesessene
  • 1592: 23 Familien
  • 1610: 22 Haushalte
  • 1620: 29 Familien
  • 1630: 19 Männer, 4 Witwen, 3 Vormundschaften
  • 1637: 7 Haushaltungen
  • 1716: 25 Haushalte
  • 1782: 40 Haushalte mit 216 Einwohnern
  • 1794: 246 Einwohner
  • 1805: 53 Gemeindeglieder und 7 Witwen
  • 1817: 338 Einwohner
  • 1834: 469
  • 1840: 527
  • 1846: 572
  • 1852: 540
  • 1858: 541
  • 1864: 512
  • 1871: 497
  • 1875: 620
  • 1885: 912, davon 688 evangelisch (= 75.44 %), 221 katholisch (= 24.23 %), 3 Juden (= 0.33 %)
  • 1895: 1961
  • 1905: 3672
  • 1910: 4573
  • 1939: 7713
  • 1946: 7572
  • 1963: 17328
  • 1970: 15466
  • 1993: 13600
  • um 1570: 22 Hausgesessene

Diagramme

Verfassung

Verwaltungsbezirk

  • (780-802): Wettereiba bzw. Maingau
  • 838: Niddagau (in pago Nitachgouue)
  • 1282/83: ist die comitia in Liderbach et Liderbach als pfalzgräfliches Lehen in den Händen Gottfrieds von Eppstein
  • 1492: Landgrafschaft Hessen, Amt Eppstein
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Regierungsbezirk Darmstadt, Anteil an der Herrschaft Eppstein, Amt Wallau
  • 1803: Nassau-Usingen, Herrschaft Eppstein
  • 1816: Herzogtum Nassau, Amt Höchst
  • 1849: Herzogtum Nassau, Verwaltungsbezirk IX (Kreisamt Höchst)
  • 1854: Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Amt Höchst
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Wiesbaden (Main-Kreis)
  • 1886: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Höchst
  • 1917: Stadt Höchst a.M
  • 1928: Stadtkreis Frankfurt am Main
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Frankfurt am Main
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Frankfurt am Main
  • 1952: Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreisfreie Stadt Frankfurt am Main
  • 1968: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Frankfurt am Main

Altkreis

Frankfurt am Main, Stadt

Gemeindeentwicklung

Am 1.7.1917 Eingliederung in die Stadt Höchst a.M., mit dieser am 1.4.1928 in den Stadtkreis Frankfurt am Main eingegliedert.

Gericht

  • 1306: in iurisdictione et territorio Siegfrieds von Eppstein
  • 1592: Landgericht Häusel
  • 1816: Amt Höchst
  • 1849: Justizamt Höchst
  • 1854: Justiz- und Verwaltungsamt Höchst
  • 1867: Amtsgericht Höchst am Main
  • 1879: Amtsgericht Höchst
  • 1928: Amtsgericht Frankfurt a. M./Höchst
  • 1945: Amtsgericht Frankfurt am Main

Herrschaft

  • Die Herren von Eppstein besaßen 1282/83 neben der comitia in Liderbach et Liderbach auch noch Vogtei und Patronat zu Unterliederbach als Lehen der Grafen von Sponheim
  • 1492 veräußerte Gottfried IX.von Eppstein den Ort an Hessen

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer

  • Bereits im 12. Jahrhundert sind eppsteinische Rechte in Unterliederbach zu vermuten, mit denen sie die Pfalzgrafen belehnten. 1492 wurden die Besitzansprüchen an die Landgrafschaft Hessen veräußert.
  • 1191 nimmt Erzbischof Konrad von Mainz das Kloster Retters nach dem Vorbild Erzbischof Heinrichs in seinen Schutz und bestätigt seinen Besitz u.a. in Liderbach. 1222 nahm der Mainzer Erzbischof Siegfried II. das Kloster Retters und dessen Besitzungen in seinen Schutz, wozu u.a. eine Halbe Hufe und ein Weinberg in Unterliederbach gehörten.
  • 1285 erwarb das Mainzer Domkapitel von Siegfried von Münster 15 Morgen Land in Unterliederbach. Um 1450 sind 98 Morgen Land im Besitz des Domkapitels verzeichnet. 1487 erwirbt das Mainzer Mariengradenstift einen Hof und 5 Hufen Land in Ober- und Unterliederbach.

Zehntverhältnisse

Der große Zehnt und ein Hofgut mit 5 Huben Land gehörten seit seit Mitte des 14. Jahrhunderts der Mainzer Dompropstei

Kirche und Religion

Ortskirchen

  • Im 13. Jahrhundert muss bereits eine Kirche existiert haben.
  • 1362: rector parrochialis ecclesiae
  • 1716: Neubau der evangelischen Kirche
  • 1898: Bau einer katholischen Kirche

Patrozinien

  • Johannes (1896)

Pfarrzugehörigkeit

1465 ist Unterliederbach Filial von Oberliederbach. 1557 Zusammenlegung der Pfarrei mit Oberliederbach. Ab 1903 selbstständige evangelische Pfarrei.

Patronat

1282/83 besaßen die Herren von Eppstein das Patronatsrecht in Unterliederbach als Lehen der Grafen von Sponheim.

Bekenntniswechsel

Einführung der Reformation vermutlich um 1527.

Kultur

Schulen

1581: Lehrer genannt
1665 Schulhaus
1907 Neubau des Schulhauses, 1913/14 Erweiterung
1973 Neubau

Wirtschaft

Mühlen

1675: Errichtung der Untermühle am Südrand des Ortes durch Hans Sondermann. 1709: Obermühle am Nordrand des Ortes, die auch Kneiselsmühle genannt wird.

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Unterliederbach, Frankfurt am Main“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/11717_unterliederbach> (aufgerufen am 14.06.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/11717