Niederjosbach

Dorf · 235 m über NN  
Gemeinde
Eppstein
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Siedlung

Ortstyp

Dorf

Lagebezug

10 km nordwestlich von Hofheim am Taunus

Lage und Verkehrslage

3 km nordwestlich von Eppstein, im Eppsteiner Horst des Vortaunus in einer Tallage am Unterlauf des Josbachs An der L 3026 gelegen

Ortsform

Wegedorf

Ersterwähnung

um 1226-1239

Siedlungsentwicklung

Die heutige Bebauung erstreckt sich zwischen der Bahnstraße und Am Sportplatz.

Historische Namensformen

Bezeichnung der Siedlung

  • Gospach villa inferior (um 1226-1239)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung

Koordinaten

Gauß-Krüger: 3453734, 5557761
UTM: 32 U 453678 5555978
WGS84: 50.154209° N, 8.351566° O

Statistik

Ortskennziffer

436002040

Flächennutzungsstatistik

  • 1843: 1267 Morgen
  • 1885 (Hektar): 379, davon 175 Acker (= 46.17 %), 43 Wiesen (= 11.35 %), 138 Holzungen (= 36.41 %)
  • 1895: 378,6 ha
  • 1961 (Hektar): 379, davon 138 Wald (= 36.41 %)
  • 1981: 288 ha

Einwohnerstatistik

  • 1581: 13 Hausgesessene
  • 1586: 17 Häuser
  • 1612: 16 Häuser
  • 1626: 13 Häuser
  • 1648: 6 Häuser
  • 1668: 14 Häuser mit 51 Einwohner
  • 1700: 89 Einwohner
  • 1725: 122 Einwohner
  • 1750: 161 Einwohner
  • 1784: 218 Einwohner
  • 1817: 240 Einwohner
  • 1885: 415, davon 14 evangelisch (= 3.37 %), 401 katholisch (= 96.63 %)
  • 1961: 1039, davon 233 evangelisch (= 22.43 %), 781 katholisch (= 75.17 %)
  • 1970: 1241 Einwohner
  • 1987: 1816 Einwohner

Diagramme

Verfassung

Verwaltungsbezirk

  • In der Eichelberger Mark berechtigt und Pfarrbezirk Schlosborn
  • 1507: Kellerei Eppstein
  • 1581: Oberamt Königstein
  • 1787: Kurfürstentum Mainz, Unteres Erzstift, Oberamt Höchst und Königstein, Amtsvogtei Eppstein
  • 1803: Fürstentum Nassau-Usingen, Oberamt Höchst und Königstein, Amtsvogtei Eppstein
  • 1806: Herzogtum Nassau, Amt Königstein
  • 1816: Herzogtum Nassau, Amt Idstein
  • 1849: Herzogtum Nassau, Verwaltungsbezirk VII (Kreisamt Idstein)
  • 1854: Herzogtum Nassau, Amt Idstein
  • 1867: Preußen Provinz Hessen-Nassau, Untertaunuskreis
  • 1928: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Main-Taunus-Kreis
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Main-Taunus-Kreis
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Main-Taunus-Kreis
  • 1977: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Main-Taunus-Kreis

Altkreis

Main-Taunus-Kreis

Gemeindeentwicklung

Niederjosbach schloss sich am 31.12.1971 mit Bremthal zur Gemeinde Bremthal zusammen. Am 01.01.1977 schlossen sich Niederjosbach, Ehlhalten, Vockenhausen, Bremthal und Eppstein zur Stadt Eppstein zusammen. 1977 werden Gemarkungsexklaven, der Gemeindewald an Niedernhausen und das Gebiet am Küppel an Oberjosbach abgegeben.

Gericht

  • Ab 1491 zum Landgericht Hof Häusel gehörig
  • 1539: gemeinsamer Schultheiß für beide Josbach
  • 1619: Ober- und Niederjosbach als gemeinsamer Gerichtsbezirk
  • Nach 1619: eigener Schultheiß für Niederjosbach
  • bis 1816: Oberamt Idstein
  • 1816: Amt Idstein
  • 1849: Justizamt Idstein
  • 1854: Justiz- und Verwaltungsamt Idstein
  • 1867: Amtsgericht Idstein

Herrschaft

  • 1433: Herrschaft Eppstein-Münzenberg
  • 1507: Herrschaft Eppstein-Königstein
  • 1581: Kurfürstentum Mainz
  • 1803: Nassau-Usingen

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer

  • In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts bezieht das Kloster Arnstein Grundzinsen von 12 Personen in Niederjosbach.
  • 1441 tauscht Johann von Nassau seine Eigenleute an Gottfried von Eppstein-Münzenberg.
  • 1565 und 1575 belehnt das Mainzer St. Stephansstift die Herrschaft Stolberg-Königstein mit Gütern in Niederjosbach.

Zehntverhältnisse

Um 1226-1239 gehört St. Stephan zu Mainz der Zehnte
1290 gehört Eppstein der Zehnte
1539 gehören der Kellerei Eppstein Bede, Korn- und Haferzehnten
1619 gehören dem Pfarrer von Schloßborn 1/3 des großen und kleinen Zehnten und die restlichen 2/3 gehen an den Kurfürsten.

Kirche und Religion

Ortskirchen

  • 1812/13: Bau der Kapelle St. Michael
  • 1928: Abriss der Kapelle und Bau der Kirche St. Michael

Patrozinien

  • Michael

Pfarrzugehörigkeit

1728 kam der Ort zusammen mit Niederjosbach zur Pfarrei Oberjosbach.
1976 als Vikarie zur kath. Pfarrei Eppstein
Seit 1983 mit Niederjosbach, Vockenhausen und Eppstein zum Pfarrverband Eppstein gehörig

Bekenntniswechsel

Einführung der Reformation vermutlich um 1540.
Katholischer Bekenntniswechsel: ab 1604

Kirchliche Mittelbehörden

Seit 1107 zum Dekanat Eschborn, Archidiakonat St. Peter in Mainz gehörig

Kultur

Schulen

Nach 1726: eigener Lehrer
1822: Abschluss des Schulneubaus
Mitte 19. Jahrhundert: Umzug in ein renoviertes Gehöft
1882: Neubau des Schulgebäudes (Kirchgasse)
1959: Schulneubau auf dem früheren Friedhof
1972/73: neue Grundschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)

Wirtschaft

Mühlen

1300: unterste Lohmühle
1719. 2 Mühlen
1741: Bau der Heinzenmühle
1759: 1 Lohmühle (später Papiermühle)
1800: 2 "geringe Mühlen"

Zoll

1290 haben die Herren von Eppstein Grundzinsen und Vorhure (einmalige Abgabe beim Wechsel von Vermögenswerten z.B. bei Beendigung eines Pachtverhältnisses).

Nachweise

Quellen

Ersterwähnung (um 1226-1239): HStAD A 2 Nr. 165/6 (Mainz, St. Stephan); Kopialbuch von St. Stephan, Mainz: Rotulus iurium et bonorum ecclesiae Sancti Stephani Moguntinae/Cartulaire de St. Etienne de Mayence. Nationalbibliothek Paris, Fonds Latin Nr. 17 794, S. 183-185)

Literatur

Weblinks

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Niederjosbach, Main-Taunus-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/11289_niederjosbach> (aufgerufen am 08.05.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/11289