Niedermeilingen

Die Lage von Niedermeilingen im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
13 km nordwestlich von Bad Schwalbach
Lage und Verkehrslage
Geschlossene Siedlung mit regelhaften Grundrißmerkmalen in erhöhter Lage über dem zum Seitzgraben (Meilinger Bach) abfallenden Gelände. Kirche auf einem Felssporn am südlichen Ortseingang.
Ersterwähnung
um 1117
Historische Namensformen
- Milingen (um 1117) [Abschrift 15. Jahrhundert HHStAW Bestand 83 Nr. U 2]
- Milenge (1134)
- Milinc (1138)
- Milingen, in (um 1215) [Fabricius, Güter-Verzeichnisse und Weistümer der Wild- und Rheingrafschaft, S. 16]
- Milingin (um 1250)
- Mylingen (1268)
- Nyedermilengen (1361)
- Meylingen (um 1520)
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3421517, 5560867
UTM: 32 U 421473 5559083
WGS84: 50.178738° N, 7.900191° O
Statistik
Ortskennziffer
439005130
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 497, davon 202 Acker (= 40.64 %), 45 Wiesen (= 9.05 %), 233 Holzungen (= 46.88 %)
- 1961 (Hektar): 493, davon 243 Wald (= 49.29 %)
Einwohnerstatistik
- 1587: 11 Hausgesäße
- 1809: 223 Einwohner
- 1827: 208
- 1885: 285, davon 281 evangelisch (= 98.60 %), 4 katholisch (= 1.40 %)
- 1961: 284, davon 242 evangelisch (= 85.21 %), 42 katholisch (= 14.79 %)
- 1970: 296
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1530 und 1629: Hessische Niedergrafschaft, Amt Hohenstein
- 1806-1813: Kaiserreich Frankreich, Niedergrafschaft Katzenelnbogen (sog. pays reservés unter dem vom Departement Donnersberg beauftragten Präfekten Balthasar Pietsch; Verwaltung weiterhin in Langenschwalbach)
- 1816: Herzogtum Nassau, Amt Langenschwalbach
- 1849: Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Herzogtum Nassau, Verwaltungsbezirk VI (Kreisamt Langen-Schwalbach)
- 1854: Herzogtum Nassau, Amt Langenschwalbach
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden,Untertaunuskreis
- 1968: Regierungsbezirk Darmstadt, Untertaunuskreis
- 1977: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Rheingau-Taunus-Kreis
Altkreis
Untertaunuskreis
Gemeindeentwicklung
Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebiebtsreform zur neu gebildeten Gemeinde Heidenrod.
Gericht
- 1268: scabini de Mylingen (Meilinger Schöffenstuhl)
- 1816: Amt Hohenstein
- 1817: Amt Langenschwalbach
- 1849: Justizamt Langenschwalbach
- 1854: Justiz- und Verwaltungsamt Langenschwalbach
- 1867: Amtsgericht Langenschwalbach
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- Vermutlich über den Besitz der Abtei Prüm gelang es den Herren und späteren Grafen von Katzenelnbogen, sich in Niedermeilingen festzusetzen. Auch das Stift St. Goar hatte Rechtstitel von Prüm übernommen. Graf Berthold von Katzenelnbogen verpfändete den Ort an den Rheingrafen Wolfram. Mitte des 13. Jahrhunderts wurde Niedermeilingen wieder als Katzenelnbogisches Gut behandelt. Das bolandische Lehnsbuch aus der Mitte des 13. Jahrhunderts nennt bolandische Güter und Gefälle zu Meilingen als Lehen Heinrichs von Gerhardstein. Die Vogtei trugen 1381 die von Gerhardstein von den Grafen von Katzenelnbogen zu Lehen.
- 1361 im Weistum des Vierherrengedings auf dem Einrich genannt.
Zehntverhältnisse
Um 1117 überträgt Erzbischof Bruno von Trier auf Bitte des Abtes Adelbert von Schaffhausen und seines Freundes, des Grafen Tuto von Lurenburg, dem Kloster des heiligen Florin zu Lipporn den Zehnten zu Meilingen.
Der Zehnte steht später dem Stift St. Goar zu.
Kirche und Religion
Ortskirchen
- Um 1534: Pfarrer
- Heutige Kirche 1768-69 errichtet
Pfarrzugehörigkeit
1583 gehören Münchenroth und Obermeilingen zum Kirchspiel Niedermeilingen.
Patronat
1583 haben die Landgrafen von Hessen das Patronatsrecht inne.
Bekenntniswechsel
Erster evangelischer Pfarrer: Johannes Indigena um 1534
Reformierter Bekenntniswechsel: 1605, 1626 wieder lutherisch.
Kirchliche Mittelbehörden
Erzdiözese Trier, Archidiakonat St. Lubentius in Dietkirchen, Dekanat Marienfels
Kultur
Schulen
Schulmeister: Heinrich Jakob Piscator bis 1600
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Nachweise
Literatur
- Kehrein, Nassauisches Namenbuch, S. 247,
- Bach, Siedlungsnamen, S. 103,
- Kleinfeldt, Kirchenorganisation, S. 188,
- Vogel, Beschreibung Nassau, S. 618,
- Sponheimer, Landesgeschichte, S. 245-246,
- Denkmaltopographie Rheingau-Taunus-Kreis 2, S. 214-217,
- Diehl, Pfarrer- und Schulmeisterbuch für die acquirierten Lande und die verlorenen Gebiete, S. 298
Siehe auch
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Orte
Personen
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Niedermeilingen, Rheingau-Taunus-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/10805_niedermeilingen> (aufgerufen am 30.05.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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