Reinhardshain

Die Lage von Reinhardshain im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
5 km nordwestlich von Grünberg
Lage und Verkehrslage
Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss und lockerer Gehöftanordnung im Talschluss eines Bachzulaufs der Lumda. Die in älterer Zeit zweigeteilte Ortslage beiderseits der sumpfigen Bachaue ('Oberdorf', 'Unterdorf') durch Trockenlegung und Überbauung bis auf eine größere Freifläche an der zentral gelegenen Kirche siedlungsmäßig zusammengewachsen.
Ersterwähnung
1318
Historische Namensformen
- Reynhartshayn, in (1318) [Eckhardt, Die oberhessischen Klöster 3, 1, S. 712, Nr. 1018]
- Renhartshen (1318) [XV Jh. Reichardt, Siedlungsnamen, S. 298]
- Renhertshen, in (1357) [Eckhardt, Die oberhessischen Klöster 3, 1, S. 730, Nr. 1055]
- Reinhartishan, de (1341) [Urkundenbuch des Klosters Arnsburg 2, S. 441, Nr. 697]
- Reynhartsheyn (1364) [Eckhardt, Die oberhessischen Klöster 3, 1, S. 738-739, Nr. 1073]
- Reynhartsheyn (1375) [Baur, Hessische Urkunden 1 (Starkenburg und Oberhessen), S. 723, Nr. 1084]
- Renhartzhain (14. Jahrhundert) [UB Gießen]
Bezeichnung der Siedlung
- Dorf (1375)
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
Älteste Gemarkungskarte
1927
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3493404, 5609332
UTM: 32 U 493332 5607528
WGS84: 50.619596° N, 8.905744° O
Statistik
Ortskennziffer
531006100
Flächennutzungsstatistik
- 1854 (Morgen): 3285, davon 1108 Acker, 344 Wiesen, 1703 Wald
- 1961 (Hektar): 825, davon 430 Wald
Einwohnerstatistik
- 1577: 19 Hausgesesse
- 1630: 15 zweispänn., 6 einspänn. Ackerl., 5 Einläufige
- 1669:133 Seelen
- 1742: 1 Geistl./Beamter, 51 Untert., 12 Junge Mannschaften
- 1804: 248 Einwohner
- 1834: 324 Einwohner
- 1885: 283 Einwohner
- 1925: 323 Einwohner
- 1939: 310 Einwohner
- 1950: 495 Einwohner
- 1961: 407 Einwohner
- 1830: 312 evangelische Einwohner 1961: 312 evangelische, 77 römisch-katholische Einwohner 1961 (Erwerbspers.): 106 Land- und Forstwirtsch., 51 Prod. Gewerbe, 19 Handel, Verkehr und Nachrichtenübermittlung, 65 Dienstleistung(en) und Sonstige
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1391 und später: Landgrafschaft Hessen, Landgericht Grünberg
- 1567-1604: Landgrafschaft Hessen-Marburg, Amt Grünberg
- 1604: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Amt Grünberg
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Amt Grünberg, Landgericht Grünberg
- 1806: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt Grünberg
- 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Grünberg
- 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Grünberg
- 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Gießen
- 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Grünberg
- 1874: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Gießen
- 1918/19-1934: Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Gießen
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Gießen
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Gießen
- 1977: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Lahn-Dill-Kreis
- 1979: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Gießen
Altkreis
Gießen
Gemeindeentwicklung
Am 01.04.1972 Eingemeindung nach Grünberg
Gericht
- 1821: Landgericht, seit 1879: Amtsgericht Grünberg
Herrschaft
- 1375 bekennt Eberhard Riedesel für sich und seine Hausfrau Gude, dass ihnen Landgraf Hermann II. das Dorf Reinhardshain mit allem Zubehör für 148 Gulden versetzt hat.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- 1318 übereignen der Wäppner Mengot von Hirzenhain und seine Ehefrau Jutta dem Kloster Wirberg ihre Güter zu Reynhartshayn im Tausch für Güter in Wäldershausen. 1495 erhebt Kloster Wirberg das sog. Königsgeld zu Wirberg und den Dörfern Reinhardshain, Beltershain, Lumda und Göbelnrod
- Mitte 14. Jahrhundert hat das Stift St. Johann zu Mainz 30 Morgen Wald, 12 Morgen Ackerland und 1 Wiese in Reinhardshain (Würdtwein, Dioecesis Moguntina 3 S. 364 f.).
Kirche und Religion
Ortskirchen
- 1617 Kirche als kleiner Fachwerksaalbau errichtet, 1739 mit Empore und Kanzel ausgestattet
Pfarrzugehörigkeit
Vor der Reformation bei Veitsberg-Saasen, seitdem bei Wirberg eingepfarrt
Bekenntniswechsel
Da Filial von Wirberg, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Wirberger Pfarrer Johannes Wagner ab 1527.
Kultur
Schulen
1910 einklassige Volksschule, Schulhaus von 1880
Nachweise
Literatur
Weblinks
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
Personen
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Reinhardshain, Gießen“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/10433_reinhardshain> (aufgerufen am 10.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/10433