Kump-Wiese: In der kumpffen wiessenn vgL kempfe
Beleg
Standard-Flurname
Kump-Wiese
Belegort
Belegtyp
historisch
Belegzeit
1554/1560
Quelle
Staatsarchiv Darmstadt, C 1, Nr. 5/11.
Weitere Belege
- 1554-1560: In der kumpffen wiessenn [Wiese]
Staatsarchiv Darmstadt, C 1, Nr. 5/11., fol. 162'
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Wiese
Zu ahd. wisa, mhd. wise sw. st. F. ‚Wiese‘. In FlN zeigt sich die allgemeine Bedeutung ‚zu mähende (kultivierte) Grünfläche‘.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Kump
Zu ahd. mhd. kumpf, mitteldt. kump, komp st. M. ‚Gefäß, Trinkgefäß‘. Es handelt sich dann um einen FormN; in Verbindung mit dem GT -born kann auch die Bedeutung ‚Wasserloch‘ namengebend sein.
Wiese
Zu ahd. wisa, mhd. wise sw. st. F. ‚Wiese‘. In FlN zeigt sich die allgemeine Bedeutung ‚zu mähende (kultivierte) Grünlandfläche‘. Neben das Simplex und die zahlreichen Komposita treten die Diminutivformen Wieschen, Wießgen und Wiesel. Die zusammengehörigen Belege aus Auerbach und Bensheim zeigen einen zersprochenen Namen, dessen Zugehörigkeit zu Wiese im BT unsicher ist. Den ältesten Belegen aus Rüsselsheim liegt ein FamN Wiese zu Grunde.
Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)
Kump m.
- 1
Der FlN Kump gehört zu den bildhaften Formnamen. Er ist abgeleitet von mhd. kumpf st.m. allgemein ,Gefäß‘ (Lexer 1, 1769), differenziert ‚tiefe Schale, Napf, Trinkgefäß‘, auch ‚hölzernes Gefäß für den Wetzstein‘, ‚Wasserbehälter‘, ,Getreidemaß‘ (Lexer ebd.; DWB 11 (V), 2613; Weigand/Hirt 1, 1170; Bach 2 § 287). Daneben ist aber auch schon die Bedeutung ,Bodenvertiefung‘ belegt (Kluge/ Mitzka 412).
Im Mitteldt. bezeichnet Kump allgemein einen ,Futtertrog‘, aber auch den ‚Wasserbehälter zur Viehtränke‘, den ,Wetzsteinbehälter‘, daneben ebenso eine ‚große, tiefe Schüssel oder Schale‘ (RheinWb 4, 1721; PfälzWb 5, 691, K. 1, 36a; SiegWb 244; vgl. auch für das Oberdt.: SchwäbWb 4, 836; BadWb 2, 151). Im Westfälischen meint Kump hauptsächlich einen ‚Eß-‚ Trinknapf‘ oder eine ‚tiefe Schale‘ (Woeste 150).
In Hessen ist Kump Bezeichnung für eine ‚tiefe Schüssel, Schale‘, für ein ,Fruchtmaß‘ (SHessWb 4, 39f.; KehreinWb 250), einen ‚offenen Wasserbehälter, Brunnentrog‘ und allgemein ein ‚irdenes Gefäß‘ (DWB ebd.; WaldWb 63; vgl. Hildebrandt 1963, 375f.).
Im Rheinischen bezeichnet Kump/Kümpel auch ein ,Wasserloch‘, aber ebenso eine ‚Vertiefung, Stauung im Bachbett‘ (RheinWb 4, 1723 u. K. 33; Dittmaier 171 u. K. 25).
Die hessischen Kump-FlN bezeichnen hauptsächlich Fluren mit ‚leichten schüssel- oder muldenartigen Senken‘ und ‚Vertiefungen, in denen sich Wasser sammelt‘ (KehreinNb 448; Dittmaier ebd.; Zink 139; vgl. Leithaeuser 60).
- 2
Die Einordnung der in Hessen belegten Kump-Flurnamen bereitet kaum Schwierigkeiten. Gelegentliche Vermischung mit Kamp (→ Hessischer Flurnamenatlas, Karte 13) ist möglich; vermutliche Kamp-Belege wurden nach Überprüfung der morphologischen Struktur ausgesondert.
Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 114
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Kump-Wiese: In der kumpffen wiessenn vgL kempfe (Darsberg)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/82379_in-der-kumpffen-wiessenn-vgl-kempfe> (aufgerufen am 03.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/fln/82379