Schemel-Wiese: vß der Schemels weßen

Historischer Beleg aus Hörbach  
Gemeinde
Herborn
Landkreis
Lahn-Dill-Kreis
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Beleg

Standard-Flurname

Schemel-Wiese

Belegort

Belegtyp

historisch

Belegzeit

1527

Quelle

Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 171, Nr. P 71.

Deutungen

Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Wiese

Zu ahd. wisa, mhd. wise sw. st. F. ‚Wiese‘. In FlN zeigt sich die allgemeine Bedeutung ‚zu mähende (kultivierte) Grünfläche‘.

Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Schemel

Während der GassenN in Darsberg auch zu einem FamN gehören kann, sind die beiden anderen FlN eindeutig zu ahd. scamel, mhd. schamel, schemel st. M. ‚Schemel‘ zu stellen. Das aus lat. scamellum ‚Bänkchen‘ früh entlehnte Wort begegnet in der Germania romana meist in Bezug auf Weinbau und bezeichnet terrassenförmige, oft schmale, lang gestreckte Grundstücke. Auch die beiden FlN haften an langen Fluren mit durch einzelne Lachen bedingte leichte Stufen am Rand.

Wiese

Zu ahd. wisa, mhd. wise sw. st. F. ‚Wiese‘. In FlN zeigt sich die allgemeine Bedeutung ‚zu mähende (kultivierte) Grünlandfläche‘. Neben das Simplex und die zahlreichen Komposita treten die Diminutivformen Wieschen, Wießgen und Wiesel. Die zusammengehörigen Belege aus Auerbach und Bensheim zeigen einen zersprochenen Namen, dessen Zugehörigkeit zu Wiese im BT unsicher ist. Den ältesten Belegen aus Rüsselsheim liegt ein FamN Wiese zu Grunde.

Nachnutzung

Rechtehinweise

Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Schemel-Wiese: vß der Schemels weßen (Hörbach)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/80407_vss-der-schemels-wessen> (aufgerufen am 30.05.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/fln/80407