Eis-Kachel: auf der Eis kachel
Beleg
Standard-Flurname
Eis-Kachel
Belegort
Belegtyp
historisch
Belegzeit
1778
Quelle
Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 166/167, Akten, Nr. 3492.
Weitere Belege
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Eis
Wohl zu ahd. mhd. îs st.N. ‚Eis‘. In den Eiskellern und -löchern wurden die aus dem Eis der Flüsse und Teiche geschlagenen Blöcke aufbewahrt, die im Sommer zur Kühlung der Lebensmittel dienten. - Der ungewöhnliche FlN Eiskachel in Wißmar geht auf mhd. îskachel M. ‚Eiszapfen‘ zurück. Da die Flur am Flusslauf der alten Lahn liegt, war wohl eine besondere Eisbildung in oder an dem Gewässer Benennungsmotiv.
Kachel
In Verbindung mit Eis geht Kachel hier zu einem vereinzelt im Mhd. belegten Wort îskachel ‚Eiszapfen‘ zurück. Die Flur liegt am Flusslauf der alten Lahn, so dass wohl ein EreignisN vorliegt, der an eine besondere Eisbildung in oder an dem Gewässer erinnert.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Eis
Wohl zu ahd. mhd. îs st. N. ‚Eis‘. Sicher hierher gehören aber wohl nur die Eiskeller- und Eiswasser-Namen. In den Eiskellern wurden die aus dem Eis der Flüsse und Teiche geschlagenen Blöcke aufbewahrt, die im Sommer zur Kühlung der Lebensmittel dienten. Der Name Eiseiche in Erbuch benennt dagegen eine spezielle Eichenart, etwa die Trauben-Eiche (Quercus sessiflora).
Kachel
Vermutlich zu ahd. kahhala ‚irdener Topf, Kessel‘, mhd. kachele, kachel st. sw. F. ‚irdenes Gefäß, Geschirr‘. Namengebend war dann eine schalenförmige Vertiefung. Nicht auszuschließen ist allerdings auch die Herkunft aus fnhd. kachel, gachheil ‚Schafgarbe‘ (Achillea millefolium).
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Eis-Kachel: auf der Eis kachel (Wißmar)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/784973_auf-der-eis-kachel> (aufgerufen am 05.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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