Schild-Driesch: Auf dem Schildtriesch [scheldtriesch]
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Driesch
Driesch ‚erschöpfter Acker, der brach liegen bleibt; Weide‘, mhd. driesch st. M.N. ‚unangebautes Land, ungepflügter Acker‘ ist in OrtsN bereits seit dem 8. Jahrhundert bezeugt. Das ursprünglich niederdt. Wort zählt vermutlich mit den Adjektiven mittelniederländ. und alem. driesch ‚brach‘ zu einer sk-Erweiterung von germ. *preuta- ‚ermüden, erschöpfen‘. Der in Hessen nördlich des Mains sehr häufig belegte FlN gehört in einen nördlichen Sprachzusammenhang. Da aus mhd. /ie/ im Untersuchungsgebiet steigender Diphthong /ei/ wird, finden sich häufiger Formen mit /ei/ (oder gerundet /oi/), die mit Dreis (s.d.) zusammenfallen können. Bei älteren Belegen ist deshalb eine klare Scheidung nur möglich, solange die Diphthongierung noch nicht eingetreten war. - Driesch hat in Cleeberg die Sonderbedeutung ‚einschürige Wiesen und Schafweiden‘ (Jäger).
Schild
Namengebendes Motiv für die FlN ist die dreieckige Form des Schildes oder seine leichte buckelförmige Erhebung, zu ahd. scilt, schilt, mhd. schilt st. M. Vereinzelt findet sich Senkung des Stammvokals zu /e/ oder Rundung zu /ö/(?) mit Ausfall des /d/ wie in Grünberg. Einige Namen, wie in Grünberg, gehen auf den FamN Schild zurück, der auch historisch im Raum belegt ist - Schildwacht ist die ältere Bezeichnung für die Schildwache, das Wachestehen, aber auch das Wachgebäude. Die FlN in Allendorf a.d. Lahn und in Staufenberg beziehen sich vermutlich auf eine solche Anlage.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Driesch
Driesch ‚erschöpfter Acker, der brach liegen bleibt; Weide‘, mhd. driesch st. M. N. ‚unangebautes Land, ungepflügter Acker‘ ist in ON bereits seit dem 8. Jh. bezeugt. Das ursprünglich niederdt. Wort zählt vermutlich mit den Adjektiven mittelniederländ. und alem. driesch ‚brach‘ zu einer sk-Erweiterung von germ. *þreuta- ‚ermüden, erschöpfen‘. Der in Hessen nördlich des Mains sehr häufig belegte FlN gehört in einen nördlichen Sprachzusammenhang und ist daher in Südhessen verhältnismäßig selten. An Varianten begegnen - falls die Belege sicher hierher gehören - Drays (zur Variante mhd. treis), Dreit-sand (aus *Traitz-sand
Schild
Namengebendes Motiv ist die dreieckige Form eines Schildes oder eine leichte buckelförmige Erhebung, zu ahd. scilt, schilt, mhd. schilt st. M. Nur in Kailbach könnte wegen der schwachen Flexion des BT auch ein FlN zum (schwach belegten) PN Scilto vorliegen.
Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)
Driesch
Karte 32
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Schild-Driesch: Auf dem Schildtriesch (Rodheim-Bieber)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/778830_auf-dem-schildtriesch> (aufgerufen am 07.06.2026)
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