Alesbach: Alesbach
Beleg
Standard-Flurname
Alesbach
Belegort
Belegtyp
historisch
Belegzeit
um 900
Quelle
Reimer, Heinrich: Urkundenbuch zur Geschichte der Herren von Hanau und der ehem. Provinz Hanau. Bd. 1. 767-1300. Leipzig 1891.
Weitere Belege
- um 900: Althesbach [Gewässer]
Reimer, Heinrich: Urkundenbuch zur Geschichte der Herren von Hanau und der ehem. Provinz Hanau. Bd. 1. 767-1300. Leipzig 1891., S. 20
Deutungen
Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)
Al, Alen m. n. f.
- 1
Die Etymologie des Worts ist ungeklärt: Während J. Grimm es „vielleicht von ahd. alah ,Tempel‘ ableitet (DWB 1 [I], 199), betrachtet K. Becker 60-62 das Wort als Kontraktion von hess. Adel ,Jauche‘ (s. u.) mit der Bedeutung ‚beständig feuchte und fette Erde‘. Dittmaier 12 schließt an anord. alda ‚Trog, Vertiefung‘ an und erschließt als Grundbedeutung ‚langgestreckte, muldenartige Vertiefung, Hohlweg‘. Keine dieser Etymologien vermag zu befriedigen. In jedem Fall aber steht fest, daß sich das Wort sachlich zunächst auf den engen Raum zwischen zwei Häusern oder Bauwerken bezieht, der im Hessischen auch Winkel, Zwengel, Reil (Raul) u. ä. heißt (vgl. die Synonymenverteilung in SHessWb 4, K. IV 79; Wenzel K. 12; Leinweber K. 27 zeigen die mittelhessische Verteilung von Alen und Winkel). Diese Bedeutung wird auch von den älteren hessischen Wörterbüchern verzeichnet (Vilmar 7f.; Crecelius 21f.; KehreinWb 38f.) und entspricht dem ältesten Beleg in hessischen Urkunden (1347). In weiten Teilen Mittelhessens ist das Wort noch heute gebräuchlich, jedoch nicht (mehr) in Südhessen (SHessWb 1, 175).
In FlN bezeichnet Al(en) langestreckte, schmale, auch keilförmige, oft vertieft gelegene Geländestücke (Dittmaier 12) und ist insofern als bildliche Formbezeichnung zu verstehen, durchaus nicht „fast stets“ feuchte Stelle, wasserum- oder -durchflossenes Wiesengelände (so Knöpp 17). Die beiden Hauptvarianten Al und Al(e)n werden bereits von E. Alberus aufgeführt und mit ,angulus‘ erläutert (DWB 1 [I], 199). Sie sind in FlN mit allen Genera belegt, doch scheint Al(e) vorwiegend fem. zu sein, während Alen hauptsächlich mask./neutr. ist, so daß wohl ein → Bitze/Betzen, Biege/Biegen (K. 11, 97) u. a. entsprechendes Verhältnis vorliegt. Doch sind die Verhältnisse durch die starke Zersprechung des Namens gestört. Weit überwiegend sind die Namen mit Vokallänge belegt, doch begegnen besonders im nördlichen Vorkommensraum oft kurzvokalische Formen. Im mittelhessischen Hauptverbreitungsgebiet tritt der Vokal oft zu /oa/ u. ä. diphthongiert auf; Alen ist hier meist kontrahiert und hat häufiger ein eingeschobenes /r/, so daß Formen wie /oarn/‚ u. ä. entstehen, manchmal zu /oarm/ u. ä. weiterentwickelt (Mulch 1933, 37). Daneben scheint sich (selten) eine umgelautete Variante /e(:)l(en)/ erhalten zu haben. Mancherorts begegnet eine (kollektivierende ?) -/es/-Ableitung /a:les/ u. ä.
- 2
Die Ein- und Ausgrenzung des Namens ist vielfach unsicher:
1. Als BT ist Alen u. ä. überhaupt nicht sicher zu trennen von Namen, deren BT auf Alten (/a:len, o:len/) zurückgeht, auch auf Ohlen (< ,Öl‘) u. a., so daß nur Al(en) als Simplex und GT aufgenommen wurde. Die Zahl der so entfallenden echten Al(en)-Namen dürfte gering sein, betrifft aber z. B. die „Ahlengasse“ in 63l7c3 Bensheim BGS, die mit Sicherheit dazugehört (Weyrauch).
2. Bei einzelnen Namenformen liegen Vermengungen mit anderen Ableitungen nahe:
- /o(:)l(en)/ mit Aul ‚(Ton)erde‘ (→ Hessischer Flurnamenatlas, Karte 106);
- /arn/ u. ä. mit ,Ahorn‘, dial. /o:rn/;
- /arm/-Namen u. ä. wurden nur aufgenommen, wenn Kombinationstyp und amtliche Form die Deutung als Alen nahelegen.
Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 58
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Alesbach: Alesbach (Salmünster)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/746686_alesbach> (aufgerufen am 03.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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