Eber-Hart: hinder der Eberhart

Historischer Beleg aus Dillenburg  
Gemeinde
Dillenburg
Landkreis
Lahn-Dill-Kreis
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Beleg

Standard-Flurname

Eber-Hart

Belegort

Belegtyp

historisch

Belegzeit

1726

Quelle

Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 360, Dillenburg, Nr. 62.

Weitere Belege

Deutungen

Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Eber

Zu ahd. ebur, mhd. eber st. M. ‚unverschnittenes männliches Schwein, Eber‘. - Der Name des Ebersteins in Königsberg gehört im BT eher zum PN Ebur (s. Ebers), könnte auch auf einen WüstungsN verweisen.

Hart

Zu mhd. hart st. M.N.F. ‚Weidetrift; Wald‘, nhd. Hart ‚Bergwald, waldiger Höhenzug‘. Die Namen beziehen sich auf Waldstücke und bewaldete Anhöhen, die in der Regel als Weidewald genutzt wurden. Das dialektal untergegangene Wort zeigt in den FlN meist fem. Genus. Angehängtes Genitiv-/s /führt verschiedentlich zur Schreibung <Harz>; vereinzelt weisen diese Namen vielleicht aber auch auf Örtlichkeiten hin, die bei der Harzgewinnung eine Rolle spielten. - In Watzenborn-Steinberg scheint Umdeutung aus Hader (s.d.) vorzuliegen.

Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Eber

Zu ahd. ebur, mhd. eber st. M. ‚unverschnittenes männliches Schwein, Eber‘. Namengebend waren Standorte der Eber, oder es handelt sich um Flurstücke für die Halter der Eber. Der Name Eberfalter in Einhausen ist aus einer Klammerform Eberackerfalter entstanden1. Eine Umdeutung wie in Zell(ODW)/ Bad König liegt vielleicht in Hetzbach vor. BT mit Flexions-s können auch auf den PN zurückgehen.

Hart

Zu mhd. hart st. M. N. F. ‚Weidetrift; Wald‘, nhd. Hart ‚Bergwald, waldiger Höhenzug‘. Die Namen beziehen sich auf Waldstücke und bewaldete Anhöhen, die in der Regel als Weidewald genutzt wurden. Das dialektal untergegangene Wort zeigt in den FlN meist fem. Genus und der Stammvokal ist oft zu /o/ verdumpft. Bei Hertel handelt es sich um eine Verkleinerungsform mit -el-Suffix, bei Hartling (Lampertheim) um eine Ableitung oder einen FamN. Angehängtes Genitiv-s führt verschiedentlich zur Schreibung dHarz-H; vereinzelt weisen diese Namen vielleicht aber auch auf Örtlichkeiten hin, die bei der Harzgewinnung eine Rolle spielten. Manchmal ist Vermischung mit dem Adjektiv hart (Gräfenhausen, Klein-Krotzenburg) oder dem Substantiv Herd(e) möglich.

Nachnutzung

Rechtehinweise

Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Eber-Hart: hinder der Eberhart (Dillenburg)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/63474_hinder-der-eberhart> (aufgerufen am 09.07.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/fln/63474