Katze-Forst: vorm Katz forst
Beleg
Standard-Flurname
Katze-Forst
Belegort
Belegtyp
historisch
Belegzeit
1654
Quelle
Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 360, Oberhöchstadt Nr. 9.
Weitere Belege
- 1527: Am Katz: furst [Acker]
Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 331, Akten Nr. VIII b, 53., fol. 107 - 1527: vorm Katz: furst [Wiese]
Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 331, Akten Nr. VIII b, 53., fol. 107' - 1532: vorm katzenforst
Stadtarchiv Frankfurt am Main, Heiliggeistspital, Urkunden., Nr. 484 - 1709: im Katzenforst [Acker]
Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 360, Oberhöchstadt Nr. 22., pag. 39 - 1764: auf den Katzen forst [Acker]
Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 360, Oberhöchstadt Nr. 1., pag. 29 - 1764: stost auf den Katzen Forst [Acker]
Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 360, Oberhöchstadt Nr. 1., pag. 3 - 1764: stost auf den Katzen forst [Wiese]
Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 360, Oberhöchstadt Nr. 1., pag. 6
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Forst
Zu ahd. forst, mhd. vorst st. M. ‚Bannwald, gehegter Wald, Forst‘. Das Simplex bezieht sich auf eingezäunte, in herrschaftlichem Besitz stehende Bannwälder. Die Komposita verweisen meist auf Flurstücke, die an einen solchen Forst angrenzen.
Katze
Zu ahd. kazza ‚Katze‘, kazzo ‚Katze, Kater‘, mhd. katze sw. F. ‚Katze‘. Die Namen beziehen sich entweder auf das Tier; dann erinnern sie an das Vorkommen von (Wild)Katzen, vor allem in abgelegenen, bewaldeten Gemarkungsteilen (wie Katzenwinkel), an die Geländeform (wie Katzenkopf, Katzenrain) oder an die Eigenschaften des Tieraufenthalts (wie Katzenmusik). Da auch die Verwendung von Katze für Geringes oder Wertloses belegt ist, können sich die Namen auch auf die Kleinheit oder Wertlosigkeit des Objektes beziehen. wie bei den Katzenbächen (s.d.).
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Forst
Zu ahd. forst, mhd. vorst st. M. ‚Bannwald, gehegter Wald, Forst‘. Das Simplex bezieht sich auf eingezäunte, in herrschaftlichem Besitz stehende Bannwälder. Die Komposita verweisen meist auf Flurstücke, die an einen solchen Forst angrenzen. Die vereinzelten Furst-Namen sind hyperkorrekte Formen wegen des Wandels /u/ > /o/, die Fürst-Namen sind dabei zusätzlich durch Fürst (s. d.) oder First (s. d.) beeinflusst.
Katze
Zu ahd. kazza ‚Katze‘, kazzo ‚Katze, Kater‘, mhd. katze sw. F. ‚Katze; Belagerungswerkzeug‘. Der vermutlich kleinere Teil der Belege kann auf das ehemalige Vorkommen von Wildkatzen bezogen sein (Katzenloch, Katzenwinkel ). Vereinzelt liegen auch FormN vor (Katzenkopf Rosengarten; Katzenbuckel Bürstadt, Eberstadt, Hainst(OFK), WGesäß; Im Katzenschwanz Erfelden, Gernsheim, Wersau; Im Katzenhirn, Bauschheim). Häufiger wird Katze aber nur für minderwertige, wenig fruchtbare oder besonders kleine Flurstücke verwendet. Für Katzenstein (Raidelbach, Hering, auch Lengfeld?) ist dagegen eher an eine Bezeichnung für Versteinerungen vorzeitlicher Tiere oder an Grenzsteine zu denken. Umgedeutet ist wohl der Name Am Katzenpfad aus Sprendlingen, der aus Katholischer Weg entstellt sein soll
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Katze-Forst: vorm Katz forst (Oberhöchstadt)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/616019_vorm-katz-forst> (aufgerufen am 08.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/fln/616019