Birn-Baum-Kies-Straße: hundig der Pierbaumer Kies Straß

Historischer Beleg aus Oberhöchstadt  
Landkreis
Hochtaunuskreis
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Beleg

Standard-Flurname

Birn-Baum-Kies-Straße

Belegort

Belegtyp

historisch

Belegzeit

1764

Quelle

Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 360, Oberhöchstadt Nr. 1.

Deutungen

Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Baum

Zu ahd. mhd. boum st. M. ‚Baum‘. Die jungen FlN Baumacker und Baumstück kennzeichnen im Gegensatz zu Bangert (s.d.) nicht gefriedete Obstbaumanlagen. Baum als Simplex steht dagegen für einzeln stehende, besonders auffällige Bäume.

Kies

Zu mhd. kis st. M.N. ‚Kies; Erz, Eisenerz‘. Bereits früher bezeugt ist die Ableitung ahd. kisil. Die Namen kennzeichnen die Bodenbeschaffenheit. Dabei wird meist, so in Verbindung mit GT wie -grube oder -kaute, auf den Abbau von Kiesvorkommen verwiesen. Der als Kies bezeichnete steinige Sand oder Quarzkleinschlag wurde z.B. zum Wegebau verwendet. Zahlreiche Belege weisen Senkung /i/ > /e/ auf sowie unorganisches /t/.

Straße

Als Straße, ahd. strâz(z)a, mhd. strâze st. sw. F., werden in älterer Zeit in der Regel Fernverbindungswege bezeichnet, die deshalb besser ausgebaut sind. Das <i> in älteren FlN-Belegen ist Dehnungszeichen.

Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Baum

Zu ahd. mhd. boum st. M. ‚Baum‘. Die jungen FlN Baumacker und Baumstück kennzeichnen im Unterschied zu Bangert nicht gefriedete Obstbaumanlagen. Baum als Simplex steht dagegen wie in Biebesheim am Rhein, Dietzenbach, Klein-Zimmern, Pfungstadt und Rembrücken für einzeln stehende, besonders auffällige Bäume.

Kies

Zu mhd. kis st. M. N. ‚Kies; Erz, Eisenerz‘. Bereits früher bezeugt ist die Ableitung ahd. kisil. Die Namen kennzeichnen die Bodenbeschaffenheit. Dabei wird meist, so in Verbindung mit GT wie -grube oder -kaute, auf den Abbau von Kiesvorkommen verwiesen. Der als Kies bezeichnete steinige Sand oder Quarzkleinschlag wurde z. B. zum Wegebau verwendet. Vereinzelt können jedoch die unter Käs (s. d.) behandelten Appellative gallorom. *cassinus ‚Eiche‘ oder auch mhd. kes st. N. ‚fester, glatter Boden‘ zu Grunde liegen. Als einziger südhess. Beleg (Webern 1589) enthält kist ein unorganisches -t.

Straße

Als Straße, ahd. strâz(z)a, mhd. strâʒe st. sw. F., werden in älterer Zeit in der Regel Fernverbindungswege bezeichnet, die deshalb besser ausgebaut sind. Das gii in älteren FlN-Belegen ist Dehnungszeichen. - Straßburg (Wald-Michelbach) ist Name einer Häusergruppe in der Gemarkung mit Feld und Wiesen, vielleicht ein ScherzN, vielleicht nach einem HerkunftsN1.

Nachnutzung

Rechtehinweise

Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Birn-Baum-Kies-Straße: hundig der Pierbaumer Kies Straß (Oberhöchstadt)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/615904_hundig-der-pierbaumer-kies-strass> (aufgerufen am 08.06.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

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