Rute-Kopf: RUTHENKOPF

Rezenter Beleg aus Friedrichsdorf  
Gemeinde
Friedrichsdorf
Landkreis
Hochtaunuskreis
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Beleg

Standard-Flurname

Rute-Kopf

Belegort

Belegtyp

rezent

Deutungen

Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Kopf

Zu ahd. kopf ‚Becher, Hinterkopf‘, mhd. kopf st. M. ‚Becher, Hirnschale, Haupt‘, wohl einer Entlehnung aus lat. cûpa, cuppa ‚Becher‘. Daneben steht der Diminutiv Köpfchen. (1) In den FlN kann die Bedeutung ‚kleine Erderhöhung, rundlicher Hügel, Bergkuppe‘, aber auch ‚äußerstes Ende‘ und in diesem Sinne ‚der an der Schmalseite eines Ackers angrenzende Nachbarsacker‘ und wohl auch ‚Pflugwendestelle‘ vorliegen. (2) In Verbindung mit Tierbezeichnungen im BT wie Esel-, Gans-, Gaul, Hase- handelt sich es sich hingegen um FormN nach der Grundstücksform.

Rute

Zu ahd. ruota ‚Rute, Stab, Messlatte‘, mhd. ruote st. sw. F. ‚Gerte, Rute; Messstange für Längen- und Flächenmaß‘. Rute war ein u.a. für die Feldvermessung gebräuchliches Längen- und Flächenmaß, dessen Größe je nach Region variierte.

Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Kopf

Zu ahd. kopf ‚Becher, Hinterkopf‘, mhd. kopf st. M. ‚Becher, Hirnschale, Haupt‘, wohl einer Entlehnung aus lat. c¿pa, cuppa ‚Becher‘. Daneben steht das Diminutiv Köpfchen. In den FlN kann die Bedeutung ‚kleine Erderhöhung, rundlicher Hügel, Bergkuppe‘, aber auch ‚äußerstes Ende‘ und in diesem Sinne ‚der an der Schmalseite eines Ackers angrenzende Nachbarsacker‘ und wohl auch ‚Pflugwendestelle‘ vorliegen (Wallerstädten). Da die Bedeutung ‚Kopf, Haupt‘ als Hauptbedeutung noch jung ist, treten auch die FlN mit einer Ausnahme erst rezent hervor. Beim ältesten Beleg (Lindenfels, 1774) handelt es sich um eine Hangburg am Südhang des Schenkenbergs1.

Rute

Zu ahd. ruota ‚Rute, Stab, Messlatte‘, mhd. ruote st. sw. F. ‚Gerte, Rute; Messstange für Längen- und Flächenmaß‘. Rute war ein vor allem für die Feldvermessung gebräuchliches Längen- und Flächenmaß, dessen Größe je nach Region variierte. Im Einzelfall wohl auch Hinweis auf Orte, wo Ruten ‚Gerten‘ geschnitten wurden (Kocherbach?).

Nachnutzung

Rechtehinweise

Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Rute-Kopf: RUTHENKOPF (Friedrichsdorf)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/607810_ruthenkopf> (aufgerufen am 04.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

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