Noll: NOLL [null]
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Noll
Zu ahd. nol st. M., nollo sw. M. ‚Scheitel, Hügel‘, mhd. nol st. M. ‚Hügel‘, nel, nelle st. sw. M. ‚Spitze, Scheitel, Kopf‘. Im Nhd. ist die Bedeutung ‚eine starke Böschung am äußersten Ende eines Hochgebirges oder desselben oberster Gipfel‘ bezeugt. In hessischen FlN handelt es sich um einen FormN für Hügel. Durch den mittelhessischen /l/-/n/-Wechsel kommt es leicht zu Vermengungen mit Nonne-FlN; so in Reiskirchen, wo der Noll, mündlich /non/, nach der ortsüblichen Deutung seinen Namen von einem Nonnenkloster haben soll. - Nach der Lage und der mündlichen Form in Queckborn ist die historische Form umgedeutet: Der FlN gehört ebenfalls zu Noll.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Noll
Zu ahd. nol st. M., nollo sw. M. ‚Scheitel, Hügel‘, mhd. nol st. M. ‚Hügel‘, nel, nelle st. sw. M. ‚Spitze, Scheitel, Kopf‘. Im Nhd. ist die Bedeutung ‚eine starke Böschung am äußersten Ende eines Hochgebirges oder desselben oberster Gipfel‘ bezeugt. Es handelt sich daher um einen FormN für Hügel. Das Wort hat sich im Südhess. nur in FlN erhalten, der Vokalismus der Belege schwankt, teils weil sich in älterer Zeit (mhd. nel, nulle st. sw. M.) Ablautvarianten erhalten haben, teils weil in der Mundart z. B. entrundete Formen (etwa Niehl- aus Nüll ) auftreten. Die Zugehörigkeit des Belegs aus Glattbach ist unsicher, 〈ei〉 in Neidel ist wohl ein hyperkorrekt diphthongiertes /iː/. In Neu-Isenburg geht der Name vermutlich auf einen FamN zurück.
Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)
Knüll m. / Noll m.
- 1A
Knüll geht zurück auf mnd. knolle, knul m. (Lasch/Borchling 2, 601), dem die gleiche Wurzel zugrunde liegt wie ahd. nol (s. u. 1B). Mhd. ist nur die verwandte Form Knolle sw.m. ,Erdschollen, Klumpen‘ (Lexer 1, 1652) belegt (DWB 11 [V], 1467). Knoll ist als Wort in der Bedeutung ‚Hügel, Bergspitze‘ in Waldeck bekannt (WaldWb 154). Vilmar 212f., der auf die etymologische Verwandtschaft zwischen Noll und Knüll hinweist, belegt Knüll nur als Namen. Knüll gilt als Wort nordwestlich Kassels, sonst nur noch in Holstein (DWA IV, K. ‚Hügel‘; Valtavuo 15-17).
- 1B
Noll geht zurück auf ahd. nol st.m., nollo sw.m. ‚Scheitel, Hügel‘ (Schützeichel 139), mhd. nël, nëlle st.sw.m., nol st.m. ‚Spitze, Scheitel, Kopf‘ (Lexer 2, 52, 99). DWB 13 [VII], 879 erwähnt Nollen m. „eine starke Böschung am äußersten Ende eines Hochgebirges oder desselben oberster Gipfel“. Das Wort ist in Hessen unbekannt.
In FlN ist Noll die Bezeichnung für eine ‚rundliche, nicht zu hohe Erhebung‘ (Dittmaier 214; ähnlich Keinath 49).
- 2B
Unsicher ist der „Noll“ in 5518d2 Holzheim GIE, handelt es sich doch um einen ‚freien Platz inmitten des Dorfes‘ (K. H. Jung, 301).
Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 77
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Noll: NOLL (Heckholzhausen)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/574967_noll> (aufgerufen am 02.11.2026)
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