Nörrchen: NOERRCHEN [nerche]

Rezenter Beleg aus Espenschied  
Gemeinde
Lorch
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Beleg

Standard-Flurname

Nörrchen

Belegort

Belegtyp

rezent

Deutungen

Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)

Knorren m. / Norre f.

1A

Knorren geht zurück auf mhd. knorre sw.m. ,Knorre, an Bäumen‘ (Lexer 1, 1653), mhd. knûr, knurre st.sw.m. ‚Fels, Klippe, Gipfel‘ (Lexer 1, 1656), mnd. knorre m. ‚Knorren, harte Verdickung‘ (Lasch/Borchling 2, 602).

Als Wort ist Knorren als Bezeichnung für ‚Knoten, Auswuchs an den Bäumen‘ (Kluge/Mitzka 384; ähnlich SHessWb 3, 1528; KehreinWb 236) gebräuchlich. In Waldeck ist knare ein ,steiniger Flecken im Ackerland‘ (WaldWb 58).

In FlN bezeichnet Knorren ‚Baumstumpf, Erdscholle, dicker Stein‘ und ,Felsblock, Klippe, Gipfel‘ (Dittmaier 152) oder durch Rodung gewonnenes Land, aus dem noch Baumstümpfe herausragen (Keinath 87).

In Hessen beziehen sich die FlN auf durch Steine, Erdklumpen u. ä. unebenes Land.

1B

Norre gilt als Anlautvariante zu Knorren (Dittmaier 215). Als Wort und als Name bezeichnet Nürn, Norn f. einen ‚Felsen, Felsblock‘ oder einen steinigen, unfruchtbaren Acker mit ,Nürnen‘, „d. h. einen aus dem Humus hervorragenden größern oder kleinem Felsblock“ (Vilmar 287f.; ähnlich Köster 62). Nach Kehrein ist Norre eine ,unfruchtbare, bs. nasse Stelle in einem Acker‘ (KehreinWb 295; KehreinNb 511; ähnlich Bach 2 § 309).

Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 76

Nachnutzung

Rechtehinweise

Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Nörrchen: NOERRCHEN (Espenschied)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/474312_noerrchen> (aufgerufen am 06.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

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